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Angela Merkel in Stuttgart. Foto: Staatsministerium

Bundeskanzlerin erhält Eugen-Bolz-Preis


Eugen Bolz war Mitglied der Domgemeinde

Die Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch im Neuen Schloss den Eugen-Bolz-Preis erhalten. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, begründete die Ehrung mit der Aufnahme von Flüchtlingen und der Bereitschaft, Menschen in Not willkommen zu heißen. So habe Merkel ein Zeichen der Humanität gesetzt und ein Beispiel christlicher Nächstenliebe gegeben, auch wenn sie ihren Glauben eher unaufdringlich" lebe. Der Stuttgarter Stadtdekan Christian Hermes als Mitglied des Stiftungsrates lobte die Standhaftigkeit der Kanzlerin und deren Festhalten an christlichen Grundüberzeugungen. Der Katholik Eugen Bolz gehörte zur Domgemeinde St. Eberhard, Grundlage seines Wirkens war die katholische Soziallehre.

Die Bundeskanzlerin betonte bei der Preisverleihung, dass der Widerstandskämpfer Bolz bis zu seiner Hinrichtung ein Mann der Zuversicht" geblieben sei. Dessen Lebensgeschichte führe vor Augen, welches Leid es bedeute, in einem Terrorregime zu leben. Heute hätten die Menschen dagegen das Glück, in Freiheit in Europa leben zu können.

Der mit 5.000 Euro dotierte Preis, der seit 1997 alle zwei bis vier Jahre
von der Eugen-Bolz-Stiftung mit Sitz in Rottenburg vergeben wird, erinnert an den württembergischen Innenminister und Staatspräsidenten Eugen Bolz (1881-1945). 1933 wurde er von den Nazis aus dem Amt gejagt. Als Widerstandskämpfer wurde der Katholik 1944 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 23. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Bischof Gebhard Fürst bezeichnete in seiner Rede die Auszeichnung als Signal gegen Totalitarismus, Menschenfeindlichkeit und Verfälschung historischer Fakten. Für Fürst sind politische Entscheidungen dann richtig und gut, wenn sie der Grundorientierung der freiheitlichen und wertegebundenen Verfassung entsprächen und wenn das christliche Bild vom Menschen in die Tat umgesetzt werde.

Der Stuttgarter Stadtdekan und Dompfarrer Christian Hermes freute sich als Mitglied des Stifungsrates am Rande der Preisverleihung darüber, die Bundeskanzlerin mit dem Eugen-Bolz-Preis ehren zu können. Person und Lebenszeugnis von Eugen Bolz stünden für eine Politik, die auf einem klaren christlichen Wertefundament selbstlos Verantwortung für das Gemeinwesen übernimmt - über den Tag und über die schwankende Gunst des Publikums hinaus. Bei allen Herausforderungen und Risiken hat die Bundeskanzlerin solche christliche Überzeugung und politische Standhaftigkeit bewiesen. Immer hat sie zurecht daran erinnert, dass das christliche Abendland nicht anders als durch gelebtes Christentum verteidigt werden kann. Das ist vorbildlich." Eugen Bolz war Mitglied der Domgemeinde St. Eberhard. Eine Büste in der Kirche erinnert an sein Wirken.

(katholisches Stadtdekanat, 2. Februar 2017)


 
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