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Anton Seeberger beim Gottesdienst in St. Konrad. Foto: Pfisterer

"Ein katholischer Vorposten hoch ĂŒber der Stadt"

Die Kirche St. Konrad wird 50 Jahre und die Gemeinde feiert

Als der Priester und Naturwissenschaftler Konrad Miller sein GrundstĂŒck und seine Villa in bester Halbhöhenlage fĂŒr den Neubau einer katholischen Kirche und eines Seniorenheims zur VerfĂŒgung stellte, war ihm die Lage und die damit verbundene Symbolik nur allzu bewusst: Es sollte eine Kirche entstehen als Zeichen christlichen Lebens hoch ĂŒber den DĂ€chern der Stadt. Und es sollte eine weithin sichtbare katholische Kirche werden, die ĂŒber einer historisch gesehen zutiefst evangelischen Stadt thront. In diesem Jahr feiert die Gemeinde St. Konrad das 50-jĂ€hrige Bestehen ihrer Kirche – und sie tut dies, anders als die AnfĂ€nge vermuten lassen, in bester ökumenischer Verbundenheit. 

Bis heute prĂ€gt der weiße Turm von St. Konrad am Stafflenberg das Stadtbild von Stuttgart bei Tag, aber durch die markante Beleuchtung auch bei Nacht. „Geplant wurde die Kirche als eine Art katholischer Vorposten ĂŒber der Stadt“, erzĂ€hlt Pfarrer Anton Seeberger, der seit 17 Jahren in der Stuttgarter Halbhöhenlage predigt. 1550 Katholiken zĂ€hlt die Gemeinde St. Konrad heute, zu deren SelbstverstĂ€ndnis es gehört, Offenheit und Gastfreundschaft zu leben. „Wer zwei, drei Mal den Gottesdienst besucht, kann sicher sein, dass er angesprochen und schon bald persönlich begrĂŒĂŸt wird“, versichert der 65 Jahre alte Pfarrer.

Zu St. Konrad gehört nicht nur die Stuttgarter Halbhöhenlage, die Kirche ist auch die Heimat der slowenischen und der albanischen Gemeinde. Am Eingang der Kirche finden sich deshalb neben den Rollwagen mit deutschen GesangbĂŒchern auch Ausgaben in Slowenisch und Albanisch. Die sĂŒdosteuropĂ€ischen Katholiken kommen nicht nur aus dem Stadtgebiet, sondern aus ganz SĂŒddeutschland in die Stafflenbergstraße. Neben dem deutschen Gottesdienst am Sonntagmorgen, werden regelmĂ€ĂŸig Gottesdienste in albanischer und slowenischer Sprache angeboten. Gottesdienst gefeiert wird aber selbstverstĂ€ndlich auch gemeinsam, am eindrĂŒcklichsten in der Weihnachtszeit. „Die deutsche Ortsgemeinde singt mittlerweile auch die slowenischen Weihnachtslieder mit, weil wir seit Jahren die Weihnachtsgottesdienste gemeinsam feiern“, erzĂ€hlt Pfarrer Seeberger. Auch das Gemeindefest wird selbstverstĂ€ndlich mit den muttersprachlichen Gemeinden gemeinsam begangen.

Gemeinsamkeiten werden auch mit der benachbarten evangelischen Christusgemeinde gepflegt. Bereits seit 45 Jahren besteht ein ökumenischer Chor, der katholische Messen genauso musikalisch begleitet wie in diesem Jahr die evangelischen Feierlichkeiten zum ReformationsjubilĂ€um. „Es ist fĂŒr uns selbstverstĂ€ndlich, das ReformationsjubilĂ€um gemeinsam zu begehen genauso wie das Konradsfest im November“, sagt Anton Seeberger. FĂŒnfmal im Jahr wird zudem zum ökumenischen LiteraturgesprĂ€ch geladen, die Teilnehmer treffen sich zur gemeinsamen Buchbesprechung. Zur regelmĂ€ĂŸigen Kontaktpflege gehört es auch, dass sich die katholische und die evangelische Gemeinde einmal im Jahr zu einer gemeinsamen Kirchengemeinderatssitzung zusammenfinden.
 
Wert gelegt wird in St. Konrad nicht nur auf die Ökumene, sondern auch auf Kinderfreundlichkeit. Zwei KindergĂ€rten befinden sich auf dem Gemeindegebiet. FĂŒr Pfarrer Anton Seeberger ist es wichtig, sich dort auch regelmĂ€ĂŸig zu zeigen und den Glauben zu vermitteln. Einmal im Monat besucht er die Ă€lteren Kinder in der Kita, fĂŒhrt sie durch die Kirche, erklĂ€rt ihnen, welche Bedeutung die Taufe hat und wer dieser Jesus eigentlich ist. „Die Kinder kennen ihren Pfarrer, das ist mir wichtig“, so Seeberger. Einmal im Jahr organisiert die Gemeinde zudem ein Familienwochenende.

Zu den Besonderheiten von St. Konrad gehört auch das einmal im Monat angebotene PredigtgesprĂ€ch, das von Mitgliedern der Gemeinde organisiert wird. Nach dem Gottesdienst trifft man sich noch eine Viertelstunde an der Konradstatue unterhalb der Kirche, um mit dem Pfarrer ĂŒber die eben gehaltene Predigt zu diskutieren. „Da erfahre ich als Pfarrer viel ĂŒber die Ansichten und die GefĂŒhlslage der Menschen“, sagt Anton Seeberger. Seit diesem Jahr gibt es außerdem ein vierteljĂ€hrliches Angebot, das ebenfalls von Ehrenamtlichen aus der Gemeinde getragen wird: „Über Gott reden“ ist der Titel, die Themen werden von den Ehrenamtlichen ausgesucht. Eine weitere Besonderheit ist der Gottesdienst fĂŒr LangschlĂ€fer, der seit gut einem Jahr jeden Sonntagabend um 18 Uhr in St. Konrad angeboten wird und der inzwischen gut angenommen wird. „Es kommen Menschen aus der ganzen Stadt“, stellt Seeberger fest.




Veranstaltungen zum JubilÀum:


Vortrag zur Geschichte: Am Sonntag, 24. September, um 19 Uhr hĂ€lt der Kirchengemeinderat  Michael Cramer einen Vortrag ĂŒber die Geschichte von St. Konrad. Er wird ĂŒber mehr als sechs Jahrzehnte sprechen, von den ersten Ideen fĂŒr eine katholische Kirche am Stafflenberg bis hin zu Bau und Fertigstellung. Die Veranstaltung findet in der Kirche St. Konrad statt.


Orgelkonzert mit Lesung: Am Sonntag, 22. Oktober, ebenfalls um 19 Uhr spielt der Organist Benedikt Nuding an der Orgel von St. Konrad: Georg Muffat: Ciacona (aus dem "Apparatus musico-organisticus"); J. S. Bach: Fantasie und Fuge g-Moll BWV 542; Michael Radulescu: Ricercari;  Ludwig v. Beethoven: Adagio assai F-Dur (aus "FĂŒnf StĂŒcke fĂŒr Flötenuhr" WoO 33); Franz Schmidt: Toccata C-Dur; und eine Improvisation ĂŒber das Konradslied.


Konradsfest mit Gottesdienst und Festakt: Den Abschluss des JubilĂ€umsjahres bildet das Konradfest am Sonntag, 26. November. Um 10 Uhr wird ein Festgottesdienst anlĂ€sslich des Patroziniums von St. Konrad gefeiert. Im Anschluss sind die Besucher zum Festakt in den Gemeindesaal eingeladen. 
 
(Nicole Höfle, katholisches Stadtdekanat, August 2017)



 
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