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Im Denklabor soll die Jugend- und Gemeindekirche entwickelt werden

In der Nikolausgemeinde hat ein Beteiligungsprozess begonnen


 
In der Kirche St. Nikolaus im Stuttgarter Osten haben junge Erwachsene einen kleineren Umbau vorgenommen: ein Teil der Kirchenbänke ist aus-, dafür ein Denklabor eingebaut. St. Nikolaus soll zu einer Jugend- und Gemeindekirche werden. Wie die Kirche auf lange Sicht aussehen soll, darüber werden sich in den nächsten Monaten interessierte Jugendliche und junge Erwachsene aus ganz Stuttgart sowie die Gemeindemitglieder von St. Nikolaus Gedanken machen. Sie sind eingeladen, ihre Ideen in einen moderierten Beteiligungsprozess einzubringen. Im ersten Schritt werden Ideen und Anregungen gesammelt, die dann in einem zweiten Schritt in der Kirche ein Jahr lang in der Praxis konkret ausprobiert werden sollen.  


Beim Bauworkshop haben die Jugendlichen Ärmel hochgekrempelt und angepackt: In sechs Tagen wurden acht Kirchenbankreihen abmontiert und rausgetragen. An deren Stelle ist direkt am Eingang der Nikolauskirche ein Denklabor entstanden. Dahinter verbirgt sich eine multifunktionale Infobox, die die Jugendlichen und die Gemeindemitglieder selbst zusammengebaut haben. Die Infobox lässt sich flexibel einsetzen: es gibt Tische und Bänke für Workshops, Ausstellungswände sowie eine Projektionsfläche für Filme und Präsentationen. Jeder, der in die Kirche sieht sofort: hier passiert etwas Neues. In dem Denklabor werden alle Ideen gesammelt und ausgestellt – und können dort auch gleich kommentiert werden.


Mit angepackt hat Felix Mühlbauer aus Zuffenhausen. Der 25-jährige Student engagiert sich seit fast zehn Jahren in der katholischen Jugendarbeit in Stammheim und freut sich jetzt auf den stadtweiten Beteiligungsprozess und die Aussicht auf eine Jugend- und Gemeindekirche im Stuttgarter Osten. „Das ist ein spannender Prozess und eine coole Möglichkeit, megakreativ zu werden und eine Kirche anders zu denken. Es ist etwas Großes, bei dem wir Jugendliche mitwirken können, etwas, das Bestand haben wird.“ Er sieht auch der Kooperation mit der Gemeinde offen und optimistisch entgegen. „Natürlich wird es an der ein oder anderen Stelle Interessenunterschiede geben, aber wir werden sicher Kompromisse finden, mit denen beide Seiten zufrieden sind.“

 

Darauf setzt auch Martin Boßmann, der seit drei Jahren im Kirchengemeinderat von St. Nikolaus ist und der sich seitens der Gemeinde beteiligt. „Es kommen verschiedene Generationen mit ihren Vorstellungen von Kirche zusammen. Da wird es an der ein oder anderen Stelle ruckeln, aber beide Seiten werden profitieren.“ Für den 38-jährigen Architekten ist das Projekt eine enorme Chance für die Gemeinde. „Wir haben in St. Nikolaus nur mehr wenige Jugendliche. Umso wichtiger ist es, das Jugendpastorale Zentrum YouCh bei uns zu haben.“ Aus seiner Sicht ist es gut, dass die Nikolauskirche für die Gemeinde saniert wird, mit der Jugendkirche aber auch eine zusätzliche Nutzung bekommen wird.


Das Denklabor in der Kirche wurde am Gründonnerstag offiziell eröffnet. Dies war der Auftakt für einen längeren Prozess, den das Architekturbüro „Studio Prinzmetal“ begleitet und moderiert. In den nächsten Wochen werden drei für alle Interessierten offene Workshops angeboten. Die dabei entstehenden Ideen und Visionen  sollen dann im Denklabor in der Nikolauskirche und beim Gemeindefest am 24. Juni als Ausstellung gezeigt werden. Auf dieser Grundlage wird dann das Architekturbüro ab Juli Konzepte entwerfen und Raummodule entwickeln, die es ermöglichen, möglichst viele der Ideen dann auch tatsächlich in der Nikolauskirche auszuprobieren.

 

Im Januar nächsten Jahres soll die Kirche für eine einjährige Experimentierphase in kleinerem Umfang so umgebaut werden, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von Ostern 2019 bis Pfingsten 2020 unterschiedliche Gottesdienstformen und Angebote in der Kirche ausprobieren können. Die Kirche wird in dieser Zeit aber immer auch Gottesdienstort der Gemeinde bleiben. Erst nach diesem Jahr des Ausprobierens und Experimentierens soll dann der eigentliche Umbau zur Jugend- und Gemeindekirche mit einem Architektenwettbewerb angegangen werden.

 

In der Gemeinde St. Nikolaus ist schon jetzt das Jugendpastorale Zentrum YouCh angesiedelt, nur ein paar Meter von der Kirche entfernt in der Landhausstraße 67. Die Jugendlichen und die Hauptamtlichen tragen den Beteiligungsprozess maßgeblich mit. 

 

Das Programm der nächsten Wochen


 Anstehende Veranstaltungen zum Beteiligungsprozess:  

  • Erster Workshop Stadtraumsafari am Sonntag, 15. April, 12 bis 17 Uhr
  • Zweiter Workshop Wünsch dir was am Sonntag, 29. April, 12 bis 18 Uhr
  • Dritter Workshop Szenarien & Initiativen, Sonntag, 13. Mai, 12 bis 18 Uhr

 

(Nicole Höfle, katholisches Stadtdekanat, 15. März 2018)


 
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