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Objektiv, gerecht und transparent

Bewertung der kirchlichen Standorte und Gebäude im Stadtdekanat

 

Wie stehen die Immobilien der katholischen Kirche in Stuttgart aktuell da? Vor dem Hintergrund dieser Frage ist den Mitgliedern des Stadtdekanatsrats Anfang Februar eine Liste der katholischen Kirchen und Gemeindehäuser in Stuttgart vorgestellt worden. Die Platzierung der Immobilien folgte dabei dem 2013 entwickelten Instrumentarium zur Bewertung kirchlicher Standorte im Katholischen Stadtdekanat Stuttgart. „Allerdings gibt die aufgestellte Reihenfolge noch kein Bewertungsergebnis, sondern lediglich eine erste Tendenz wieder“, stellte der Stadtdekan von Stuttgart, Msgr. Dr. Christian Hermes, in der Sitzung des Stadtdekanats heraus. „Das Bewertungssystem macht erst einmal klar, dass dringend Handlungsbedarf besteht und wird uns dann dabei helfen, die anstehenden Investitionen in eine sinnvolle Rangordnung zu bringen.“

Ein einheitlicher und objektiver Bewertungsmaßstab

Der gegenwärtige Investitionsbedarf für Gemeindehäuser und Pfarrkirchen im Katholischen Stadtdekanat Stuttgart liegt bei jeweils rund 15 Millionen Euro. „Es ist klar, dass wir die Bedarfe nicht an allen Orten werden decken können“, erklärte der Stadtdekan weiter. „Umso notwendiger ist ein Bewertungsinstrument nach objektiven Kriterien, mit dem ein einheitlicher Maßstab für alle angelegt wird.“ Die Kriterien dienten schließlich auch dazu, das Ergebnis der Bewertungen einsehbar und für alle transparent zu machen. „Deutlich werden wird, welche Maßnahmen wir vorrangig umsetzen müssen“, unterstrich Hermes.

Bewertungen in drei Kategorien

In der Bewertung der kirchlichen Standorte fließen pastorale sowie gebäude- und lagebezogene Kriterien zusammen. Die einzelnen Gebäude werden von Vertrauensarchitekten bewertet, die über Jahre im Auftrag der Kirche die Liegenschaften vor Ort betreuen und gut kennen. Bezüglich der lagebezogenen Kriterien hat sich die Abteilung „Bauen und Liegenschaften“ des Katholischen Verwaltungszentrums, die an der Ausarbeitung des Instrumentariums wesentlich beteiligt war, an den Richtlinien der Stadt Stuttgart zur Immobilienbewertung orientiert. Die pastorale Bewertung wiederum ist auf der Grundlage des Entwurfs mit den Kirchengemeinden innerhalb einer Seelsorgeeinheit weiter vorzunehmen. Eine Arbeitshilfe dazu liegt mit dem neuen Instrumentarium vor. Die pastoralen Kriterien werden mit einem Anteil von 40 Prozent, die lage- und gebäudespezifischen Gesichtspunkte mit einem Anteil von jeweils 30 Prozent in das Endergebnis hineingerechnet.

Prozess der Standortbewertung

Bis das Ergebnis der Bewertungen vorliegt, wird es noch ein gutes Stück Zeit brauchen. Im März dieses Jahres werden die neuen Kirchengemeinderäte gewählt, die, sobald sie im Amt sind und die Gremien sich neu konstituiert haben, maßgeblich an dem Prozess beteiligt sein werden. Das Bewertungsinstrument selbst wird in den folgenden Sitzungen des Stadtdekanatsrats weiter beraten. „Sicherlich sind wir mit dem  Immobilienbewertungsinstrument auf einem guten Weg“, ist Stadtdekan Hermes überzeugt. „Für Einwände und Anfragen haben wir aber auch weiterhin ein offenes Ohr.“

 

Hintergrund:

In der Sitzung des Stadtdekanatsrates am 17.10.2013 wurde dem Stadtdekanatsrat das Bewertungssystem für kirchliche Standorte und Gebäude vorgestellt. Das Bewertungssystem ist die Grundlage für weitere Entscheidungen zu den Standortentwicklungen in den Kirchengemeinden.

Pastorale und wirtschaftliche Herausforderungen meistern

Die im Stadtdekanat entwickelte Matrix zur Immobilienbewertung bildete die Grundlage für das Teilprojekt (pastorale) Gebäudebewertung im „Projekt Gemeinde“ der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Weiterentwickelt wurden die pastoralen Bewertungskriterien und die Gewichtung der einzelnen Kriterien. Mit dem nun vorliegenden Bewertungsinstrument soll den Kirchengemeinden, Seelsorgeeinheiten und Dekanaten ein Instrument zur Verfügung gestellt werden, mit den veränderten pastoralen Herausforderungen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeiten umzugehen.

Einheitliches Vorgehen in der Diözese

Um ein diözesanweit einheitliches Vorgehen zu erhalten, wurde die bisherige Gebäudebewertung des Stadtdekanats Stuttgart an die von der Transfergruppe im „Projekt Gemeinde“ weiter entwickelte Matrix angepasst, die pastoralen Kriterien eingearbeitet und die Prognosen für den mittelfristigen Instandhaltungsbedarf fortgeschrieben.

Hauptstandorte, Standorte mit pastoralem Schwerpunkt und Stützpunktstandorte

Dem Pastoralen Entwicklungsplan der Seelsorgeeinheiten bzw. künftigen Gesamtkirchengemeinden soll die fortgeschriebene Bewertung unterstützend dienen. Die Kirchengemeinden können innerhalb der jeweiligen Seelsorgeeinheit die Pastoralen Kriterien abstimmen. Eine Klärung der Einordnung der verschiedenen Standorte in Hauptstandorte, Standorte mit pastoralem Schwerpunkt sowie Stützpunktstandorte wird dadurch erreicht.

Masterplan für Bauvorhaben bis 2020

Für die mittelfristige Finanzplanung und die Steuerung der anstehenden Baumaßnahmen im Stadtdekanat Stuttgart dient die Bewertungsmatrix als Entscheidungsinstrument. Durch die Rangfolge aus der Bewertung ist eine objektive Entscheidung für künftige Baumaßnahmen möglich. Unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Investitionsmittel des Stadtdekanats und der einzelnen Kirchengemeinden wird in einer weiteren Bearbeitung ein Masterplan für die anstehenden Bauvorhaben bis 2020 entwickelt und soll dem Stadtdekanatsrat vor der Sommerpause zur Beratung vorgelegt werden.

(Katholisches Stadtdekanat Stuttgart, 19.02.2015)

Immobilienliste kirchlicher Standorte und Kriterienkatalog zur Immobilienbewertung:


 
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