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In St. Fidelis wird umgebaut. Foto: Eidenmüller

Spirituelles Zentrum als Ort des Auftankens mitten in der Großstadt

2019 soll das Spirituelle Zentrum der katholischen Kirche in Stuttgart eröffnen. Entstehen wird das neue Zentrum in der Kirche St. Fidelis im Stuttgarter Westen, die zu diesem Zweck umgebaut werden soll.  In den Umbau mit eingebunden ist die 96 Jahre alte Maria Schwarz, die zusammen mit ihrem Mann Rudolf im Jahr 1964 den Innenraum von St. Fidelis saniert hat. Jetzt ist die hochbetagte Kölner Architektin wieder an der Umgestaltung der denkmalgeschützten Kirche beteiligt. „Mit dem Spirituellen Zentrum wollen wir in der Großstadt Menschen ansprechen, die auf Sinnsuche sind, aber auch diejenigen, die im Christentum ihre Heimat haben“, sagte die Dekanatsreferentin Kirstin Kruger-Weiß bei der Vorstellung der Planungen in der jüngsten Sitzung des Stadtdekanatsrates am Mittwochabend im Haus der Katholischen Kirche in der Königstraße.

Es soll ein Ort der Stille und des Auftankens mitten in der Stadt werden, eine Anlaufstelle für Menschen, die nach dem Sinn des Lebens suchen oder  nach Kraftquellen für den Alltag. „In Stuttgart finden sich viele Anbieter für Spiritualität, aber die christlichen Kirchen sind kaum darunter. Dabei hat das Christentum einen reichen Schatz an Spiritualität zu bieten“, sagte  Kirstin Kruger-Weiß. Die Theologin, die in den vergangenen Monaten vergleichbare Zentren in Frankfurt, Köln und Basel besucht hat, stellte dem Gremium die inhaltlichen Eckpunkte des in Stuttgart geplanten Zentrums vor.
So soll es Angebote zur Alltagsgestaltung geben, sollen Kunst, Literatur, Film und Theater mit eingebunden werden, vorgesehen sind Kurse zur Körperwahrnehmung, Übungen in Achtsamkeit, Meditationen und meditative Gottesdienste. „Wir brauchen Angebote über die klassische Gemeindearbeit hinaus, für die Menschen, die sich der Kirche zugehörig fühlen, aber die eben nicht mehr den Sonntagsgottesdienst besuchen“, so Kirstin Kruger-Weiß. Wichtig sei es zu fragen, was die Menschen etwa an Yoga und Zen anziehe. „Wir müssen die Bedürfnisse der Menschen mit unserem christlichen Traditionsschatz in Verbindung bringen.“

Damit das Spirituelle Zentrum starten kann, muss die Kirche St. Fidelis in der Seidenstraße im Westen umgebaut werden. In die denkmalgeschützte Kirche soll ein Binnenchor eingebaut werden, damit ein Raum beispielsweise für Meditationen entsteht.  Außerdem soll der Altar versetzt werden. „Der Altar rückt in die Mitte der Gemeinde“, erläuterte Alexander Schmidt, der Leiter der Bauabteilung im kirchlichen Verwaltungszentrum. Saniert wird außerdem das angrenzende Pfarrhaus, in dem die Büroräume für das Spirituelle Zentrum, für das Kirchenmusikalische Zentrum sowie Räume für die spanische Gemeinde entstehen sollen. Die Kosten für den Umbau lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern, hierfür müssen die nächsten Planungsschritte abgewartet werden. 


Mit in die Planung eingebunden ist die Kölner Architektin Maria Schwarz, die bereits vor mehr als 50 Jahren die Innensanierung von St. Fidelis geplant hat. Die 96-Jährige führt seit dem Tod ihres Mannes das Architekturbüro Schwarz und Partner weiter. Rudolf Schwarz gilt als einer der bedeutendsten modernen Kirchenbauer. Maria Schwarz selbst war bis 2008 Lehrbeauftragte für Sakralbau an der Technischen Universität München. „Unsere Bauwerke sind unsere Kinder“, sagt die 96-Jährige über das gemeinsame Werk mit ihrem Mann, zu dem sie auch die Kirche St. Fidelis in Stuttgart zählt.

(Nicole Höfle, Stadtdekanat Stuttgart, 19. Oktober 2017)


 
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