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Der Opernintendant und Hauptredner Jossi Wieler

Was Kunst und Kirche verbindet

Mehr als 250 Gäste beim Osterempfang

Gastfreundschaft auf Katholisch: 250 Stuttgarter aus der Politik, der Kulturszene, der Wirtschaft, dem Sozialen und den Kirchen haben den Osterempfang der katholischen Kirche besucht. Hauptredner in diesem Jahr war der scheidende Opernintendant Jossi Wieler, der deutlich machte, dass der Kunst genauso wie der Religion eine sinnstiftende Aufgabe zukomme. In seiner Beweisführung ging Wieler zurück bis in die Eiszeit.

Der Mensch lebt nicht von Brot allein. Gleich zu Beginn seiner Rede zitierte Jossi Wieler den Satz aus dem Alten Testament, bevor er dann in die Eiszeit abtauchte. Es seien die archäologischen Funde der Ausgrabungen in Blaubeuren, die Knochenflöten aus Elfenbein und Knochen, die zeigten, dass es schon in der Eiszeit nicht allein um das physische Überleben ging. "Schon damals war die Kunst ein Mittel, um den Alltag zu transzendieren", so der Opernintendant in seiner Gastrede. Wieler machte dann kurz Station bei dem legendären Satz "mir brauchet koi Kunscht, mir brauchet Grumbiere“, den ein Abgeordneter im Jahr 1827 dem König von Württemberg vorgehalten hat, bevor er in seinem Vortrag auf aktuelle Produktionen der Stuttgarter Oper zu sprechen kam.

Aus Sicht des vielfach ausgezeichneten Wieler verdichtet die Oper Menschheitsgeschichte, menschliche Sehnsüchte, Wünsche, Katastrophen und existentielle Grundfragen in einzelnen Werken. "Jede Aufführung ist für mich ein Wunder menschlicher Gemeinschaftsleistung, ein utopischer Raum", so Jossi Wieler, der dafür plädierte, dass in den schulischen Bildungsplänen der Kunst wieder Gewicht zukommen müsse. Der scheidenden Opernintendant nutzte die Rede auch für ein politisches Statement für den russischen Regisseur Kirill Serebrennikov, der in Russland noch immer wegen seiner künstlerischen Arbeit unter Hausarrest steht. "Wir müssen alles dafür tun, dass die Kunst auch in Zukunft ihre Freiheit behält", so Wieler.

Der katholische Stadtdekan Christian Hermes machte angesichts der vielen Gäste aus den unterschiedlichsten Bereichen deutlich, wie wichtig es sei, dass die Kirche breit in der Stadtgesellschaft verwurzelt ist. "Wir sind nicht für uns selber da, sondern für alle Menschen in der Stadt". Für Christen sei es eine Verpflichtung, sich zu engagieren und sich in die Gesellschaft einzubringen.

(Nicole Höfle, katholisches Stadtdekanat, 10. April 2018)

 

 


 
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