Stuttgart-Neckar

Andreas Krause kehrt als Pfarrer nach Bad Cannstatt zurück

Als Jugendlicher hat Andreas Krause in der Liebfrauenkirche gesungen. Jetzt kehrt er als Pfarrer nach Bad Cannstatt zurück. Der 49-Jährige leitet seit Oktober die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar, zu der die Gemeinden St. Martin, St. Peter und Liebfrauen mit insgesamt 14 000 Katholiken gehören. Offiziell in sein Amt eingeführt wird Andreas Krause in einem Investiturgottesdienst am Sonntag, 13. Oktober, um 15 Uhr in der Liebfrauenkirche (Wildunger Straße 57). „Ich habe so viele schöne Erinnerungen und freue mich darüber, jetzt in einer anderen Rolle zurückzukehren und drei aktive Gemeinden leiten zu dürfen“, sagt Krause.

Andreas Krause hat im Oktober 2019 die Leitung der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar übernommen.

Schon nach seiner Erstkommunion war der Gedanke da, irgendwann einmal Priester zu werden, sagt Andreas Krause. In seinem Elternhaus ist immer viel über Religion gesprochen worden, theologische Fragen wurden am Kaffeetisch und beim Abendessen diskutiert. Und in seiner Cannstatter Gemeinde war er die Kindheit und Jugendzeit über gut aufgehoben: als Sänger in der Schola und später als Jugendleiter. „Kirche war mir immer eine Heimat und der Glaube ein festes Fundament im Leben“, sagt der 49-Jährige, der seit 1. Oktober die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar leitet.

Erst gut zuhören, dann verändern

Für die erste Zeit hat sich Andreas Krause vorgenommen, seine alte Gemeinde und die zwei neuen Kirchengemeinden neu kennenzulernen. Zwar sind die Erinnerungen noch da, Andreas Krause aber weiß auch, dass sich das Gemeindeleben in den vergangenen Jahren auch in Liebfrauen stark verändert hat. „Ich werde mir das Leben in allen Gemeinden anschauen, die Begegnung mit den Menschen suchen und zunächst einmal gut und viel zuhören, bevor ich Dinge verändere oder etwas Neues anfange.“

Jüngste Kirche der Diözese auf dem Gemeindegebiet

Die Kirchengemeinden, für die Andreas Krause zuständig ist, haben in den vergangenen Jahren viele Veränderungen erfahren: in der Gemeinde St. Martin sind drei vorher selbständige Gemeinden aufgegangen und in St. Peter auf dem Memberg sind Kirche, Gemeindezentrum und Kindertagesstätte neu gebaut worden. „Wichtig ist es mir, meinen Teil dazu beizutragen, dass die Gesamtkirchengemeinde weiter zusammenwachsen kann, ohne dass die einzelnen Gemeinden ihre Selbständigkeit und ihre Besonderheiten verlieren“, so Andreas Krause. Mit St. Ottilia gehören eine Teilgemeinde und eine Kirche dazu, die in Münster und damit auf der anderen Neckarseite gelegen sind. „Die Gesamtkirchengemeinde erstreckt sich eben nicht nur auf dem Gebiet von Bad Cannstatt, das ist wichtig zu wissen.“  Der leitende Pfarrer freut sich, in so unterschiedlichen Kirchen Gottesdienst halten zu dürfen: in der großzügigen neo-romanischen Liebfrauenkirche, in der hundert Jahre alten Ottilienkirche und in der modernen und flexiblen Kirche auf dem Memberg. „St. Peter ist die jüngste Kirche in der gesamten Diözese, die uns viele Gestaltungsmöglichkeiten gibt und doch viele Anklänge an Klöster und alte Kirchen enthält. Das ist schon etwas Besonderes“, versichert der Theologe.

Pfarrer pflegt enge Verbindung zu Gemeinde in Ecuador

Andreas Krause kommt nicht mit einem fertigen Konzept an seine neue Wirkungsstätte, ein paar Ideen aber bringt er mit aus der Seelsorgeeinheit Oberes Murrtal, in der er in den vergangenen 17 Jahren als leitender Pfarrer tätig war. Von Murrhardt aus hat der Priester eine Partnerschaft mit einer Missionsgemeinde in Ecuador aufgebaut und mehrfach Gemeindefahrten dorthin organisiert. Die Spenden, die bei seiner Investitur am 13. Oktober zusammenkommen, möchte er denn auch der Missionsstation Santa Maria del Fiat und dem Aufbau einer Krankenstation in dem kleinen südamerikanischen Land zukommen lassen. Seine Verbundenheit mit Ecuador hängt mit einer persönlichen Erfahrung zusammen. Nach seinem Studium der Theologie in Tübingen und Innsbruck war Krause zunächst als Missionar auf Zeit ein Jahr lang in Ecuador, hat dort Kaffee gepflückt, eine Bibliothek betreut und Kontakt zu vielen Menschen dort aufgebaut. „Das war für mich eine besondere Zeit, in der ich wichtige Erfahrungen gemacht und viele Entscheidungen getroffen habe. Die Menschen dort sind mir sehr ans Herz gewachsen“, erzählt Andreas Krause, der den Kontakt nach Ecuador deshalb auch von Stuttgart aus aufrechterhalten möchte.

Schauen, was für den Klimaschutz vor Ort getan werden kann

Ans Herz gewachsen sind dem Pfarrer auch die jährlichen Taizé-Reisen mit Jugendlichen, bei denen er seit 2007 dabei ist und die er gerne auch für die Jugendlichen aus Bad Cannstatt und Münster anbieten möchte. „In Taizé erlebt man den Glauben mit vielen jungen Menschen in einer ganz anderen Weise. Diese Tradition würde ich gerne in Stuttgart weiterführen. Aber auch da gilt, ich muss erst einmal schauen, was es schon gibt und was sich gegebenenfalls zusammenführen lässt.“ In Zeiten von Fridays for Future möchte Andreas Krause zudem mit den Ehrenamtlichen und dem Pastoralteam gemeinsam schauen, was in Sachen Umwelt- und Klimaschutz vor Ort zusätzlich getan werden kann. „Schon als Jugendliche haben wir in Liebfrauen einen Container für alte Batterien aufgestellt“, erinnert sich Andreas Krause. In Sulzbach hat er dann eine Solaranlage auf dem Kirchendach mit initiiert und privat hat er auf Hybrid-Auto und E-Bike umgestellt. „Die Schöpfung zu bewahren, muss uns als Christen am Herzen liegen.“

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