St. Peter

Baustellenführung durch die neue Kirche

Es ist ein Spaziergang an Gerüsten, kahlen Betonwänden und schon strahlenden Kirchenfenstern vorbei: Die Gemeinde St. Peter lädt künftig zweimal im Monat zu Baustellenführungen durch die noch nicht fertige Kirche St. Peter. Die Teilnehmer bekommen viele Informationen, aber auch kleine Geschichten rund um den Kirchenneubau zu hören. Die Führungen finden Mittwochabend um 17.30 Uhr statt, Treffpunkt ist in der Winterbacher Straße 36.

© Heinz Heiss

Beim letzten Gottesdienst in der alten Kirche auf dem Memberg hat Gaby Leicht geweint. Sie hat in der alten Kirche geheiratet, ihre Kinder sind dort getauft und gefirmt worden. Jetzt führt sie durch die Baustelle der neuen Kirche und freut sich an dem, was auf dem Memberg in Bad Cannstatt entsteht. „Mein Enkel wird vielleicht einer der ersten Täuflinge in St. Peter sein“, erzählt die 62 Jahre alte Stuttgarterin, die in den nächsten Monate Menschen durch die kirchliche Baustelle führen wird. Gaby Leicht hat sich in den vergangenen Jahren beruflich auf Stadtführungen in Stuttgart und Baustellenführungen über das Gelände von S 21 spezialisiert, die Führungen in St. Peter neu macht sie ehrenamtlich. „Die Menschen wollen gut informiert sein, sie möchten wissen, was in ihrer Umgebung passiert und sie möchten die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen“, sagt Gaby Leicht, die sich seit Jahren in der katholischen Gemeinde St. Peter engagiert.

Schon das Foyer wird ein Ort der Begegnung

Noch stehen in dem Neubau Gerüste, Kabelenden ragen aus den Wänden, Bodenplatten sind in Ecken gestapelt, Kabelrollen liegen auf dem kahlen Boden. Dennoch kann man bei einem Rundgang über die Baustelle schon erahnen, wie die neue Kirche St. Peter und mit ihr das integrierte Gemeindezentrum, die Kindertagesstätte und das Pfarrbüro einmal aussehen werden. „Schon das Foyer ist eine wichtige Station, dort müssen in Zukunft alle vorbei und können aber auch verweilen: die Gottesdienstbesucher, um in die Kirche zu gelangen, die Kinder und Eltern, die in die Kita gehen und auch die pastoralen Mitarbeiter auf dem Weg in ihr Büro“, erzählt Gaby Leicht. Das Foyer ist auch der Raum, den die Gemeinde für Empfänge und Feiern nutzen wird.

Nähe zu den behinderten Menschen eröffnet Chancen

Der studierten Betriebswirtin geht es bei ihren Führungen nicht nur darum, nackte Zahlen zu Baukosten (6,45 Millionen für Kirche, Gemeindezentrum und Kita) und Bauzeit (vom Abriss bis Neubau etwa drei Jahre) zu vermitteln, sondern das Menschliche zu zeigen. „Auf dem Memberg ist die Nähe zu den Behinderten, die nebenan wohnen, etwas ganz Besonderes. Daraus können viele Begegnungen und gemeinsame Veranstaltungen entstehen“, erzählt Gaby Leicht beim Gang über die Baustelle, der immer wieder auch den Blick auf die benachbarte Behinderteneinrichtung eröffnet. Nur durch die Kooperation mit der Stiftung Liebenau hat sich der Kirchenneubau überhaupt realisieren lassen.

Auch andere Gottesdienstformen sind möglich

In dem erhöhten Kirchenraum kommt die Gaby Leicht nicht nur auf die leuchtenden Kirchenfenster zu sprechen, sondern auch auf die künftige Bestuhlung. Anstelle von Kirchenbänken wird es in St. Peter Stühle geben, die der Gemeinde eine flexiblere Nutzung des Raumes ermöglichen. „Ich kann für den Sonntagsgottesdienst ganz anders bestuhlen als für die kleine Andacht unter der Woche. Und die Gemeinde kann andere Gottesdienstformen auch räumlich anders gestalten“, so die Katholikin.

Die Besucher kommen an der Petrusstatue vorbei

Auf dem Weg durch die Baustelle kommen die Besucher am Grundstein vorbei, auf dem irgendwann die Petrusstatue aus der alten Kirche stehen wird, sie sehen die Nische, in der in einigen Monaten das von einer Künstlerin gestaltet Taufbecken stehen wird, halten an, wo bald der Altar aufgestellt wird. „Die Kirche ist sehr viel kleiner als die alte, deshalb ist es unser Ziel, Nischen zu schaffen und dem Raum auf diese Weise eine besondere Atmosphäre zu geben“, erzählt Manfred Wörle, der Zweite Vorsitzende der Kirchengemeinde St. Peter, der sich mit Gaby Leicht bei den Führungen abwechselt. Auch er bringt eine ganz persönliche Note in die Baustellenführungen ein. Er freut sich über den Jugendraum, den die Ministranten bekommen, über die helle und freundliche Kindertagesstätte, die den Kindern viel Raum zum Spielen bieten wird. „Es ist unglaublich, wie viele Entscheidungen wir als Kirchengemeinderat in den vergangenen Monaten treffen mussten. Wir haben viel diskutiert und tun dies auch immer noch, etwa darüber, was für eine Orgel die neue Kirche bekommen soll.“ Gaby Leicht bedauert, dass vielen Menschen gar nicht mehr bewusst sei, wie viele Mitsprachemöglichkeiten die Kirche den Laien einräume.

Noch wird gebaut in St. Peter, aber der Einweihungstermin für den derzeit einzigen Kirchenneubau in der Diözese steht bereits: Am 9. Dezember, dem zweiten Adventssonntag, wird Bischof Gebhard Fürst die Kirche St. Peter einweihen. „Die Kirche lebt von den Menschen, das sollte man nicht vergessen, wenn man über die Baustelle geht“, sagt Gaby Leicht.

Termine und Anmeldung

Die nächsten Baustellenführungen findet am 17. und 31.Oktober sowie am 7. November statt. Start ist jeweils um 17.30 Uhr an der Wendeplatte in der Winterbacher Straße 36. Um Anmeldungen unter E-Mail besichtigungstpeter@web.de wird gebeten. Im Anschluss an alle mittwochabendlichen Baustellenführungen sind die Teilnehmer von der Gemeinde St. Peter noch auf ein Glas Wasser oder Sekt eingeladen.  

 

 

 

 

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