Vier Fragen an vier Räte

Da konnte ich mich gut einbringen

Was bewegt Menschen, sich in der Kirche zu engagieren, ihre Zeit in Gremien zu verbringen und das Gemeindeleben mitzugestalten? Drei Frauen und ein Mann beantworten stellvertretend für die vielen Kirchengemeinderäte vier Fragen, die sich neue Kandidatinnen und Kandidaten stellen könnten. Eines zeigt sich dabei klar: Alle sind mit dem Herzen dabei und bringen ihre je eigenen Talente ein. Vier Fragen an Sabine Andrä, 45 Jahre, Juristin, seit fünf Jahren Kirchengemeinderätin in St. Theresia in Weilimdorf.

Kann ich etwas bewegen im KGR?

Auf jeden Fall. Alle grundlegenden Entscheidungen werden im Kirchengemeinderat (KGR) getroffen. Mir ist beispielsweise sehr stark im Gedächtnis, dass wir den gesamten Gottesdienstplan, sowohl für die gewöhnlichen Sonntage und die Werktage als auch für die Festtage, neu aufstellen und mit den Gottesdienstplänen der anderen Kirchen der Gesamtkirchengemeinde abstimmen mussten. Der Gottesdienstplan prägt eine Gemeinde sehr stark. Da konnte ich mich gut einbringen, zumal ich auch Vorsitzende des Vorstands unseres Kirchenchors bin und so die Wünsche des Chors berücksichtigt werden konnten. Ich denke, wir haben letztendlich eine gute Lösung gefunden, auch wenn immer der eine oder andere unzufrieden sein wird.

Was mache ich, wenn ich keine Zeit mehr habe?

Diese Situation ist bei mir zum Glück nie eingetreten. Aber angenommen, es wäre so. Es gibt immer wieder Aktivitäten, an denen man teilnehmen kann oder eben auch nicht. Mein erster Schritt wäre, hier etwas zurückhaltender sein. Wenn ich immer noch überlastet wäre, würde ich schauen, aus welchem Ausschuss ich austreten kann, ohne dass seine Arbeit allzu sehr beeinträchtigt wird. Und ganz zur Not könnte man sein Amt gänzlich niederlegen.

Wie katholisch muss ich sein?

Rein theoretisch könnte man auf dem Standpunkt stehen, dass es Bereiche gibt, in denen es im Kern schlicht um Verwaltungsaufgaben geht und bei denen man verwalten können muss und sonst nichts. Aber gut finde ich das nicht. Man muss nicht eine Spiritualität pflegen wie im Kloster und man muss schon gar nicht alles gut heißen, was in der katholischen Kirche läuft. Aber man sollte schon mit den  grundlegenden Glaubensinhalten übereinstimmen und in die Gemeinschaft vor Ort eingebunden sein.

Kann ich mich mit einem Spezialthema beschäftigen?

Auf jeden Fall. In unserem KGR hat jede und jeder sein Spezialgebiet. Das ergibt sich aus den Fähigkeiten, den beruflichen Erfahrungen und den eigenen Interessen. Ich zum Beispiel bin als Vorsitzende des Vorstands unseres Kirchenchors auch Mitglied im Ausschuss für Liturgie und geistliches Leben. Da ich beruflich Verwaltungsbeamtin bin, bringe ich mich auch im Stadtdekanatsrat und im Gesamtkirchengemeinderat ein. Andere KGR-Kolleginnen und -Kollegen beschäftigen sich mit Themen, bei denen ich mich nicht so gut auskenne und froh bin, dass sich jemand anderes darum kümmert.

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