Ideenwettbewerb St. Ulrich

Das Gemeindezentrum und die Kita sollen in die Kirche integriert werden

Die Kirche St. Ulrich im Fasanenhof ist für die Gemeinde zu groß geworden. Um die Bedürfnisse der Gemeinde und die Größe des Raumes wieder in ein passendes Verhältnis zu bringen, wurde ein Ideenwettbewerb ausgelobt. Geplant ist, die Gemeinderäume, das Pfarrbüro und die Kindertagesstätte in die Kirche einzubauen. Der erste Preis des Ideenwettbewerbs ging jetzt an das Architekturbüro Kissler und Effgen aus Wiesbaden. Langfristig soll das gesamte Gelände in Zusammenarbeit mit dem Caritasverband Stuttgart weiterentwickelt werden.

Blick auf den Siegerentwurf Ideenwettbewerb St. Ulrich im Fasanenhof

Als die Kirche St. Ulrich und die Gemeinderäume im Fasanenhof in den 1960er Jahren gebaut worden sind, gingen die Planer davon aus, dass die Gemeinde auf 6000 Gemeindemitglieder anwachsen werde. Die Prognose ist nie eingetroffen und heute zählt die Kirchengemeinde St. Ulrich 1600 Katholiken. Inzwischen sind sowohl die Kirche als auch die Gemeinderäume und die Kindertagesstätte in die Jahre gekommen, die Bausubstanz ist in schlechtem Zustand, eine Sanierung dringend geboten. Das Bedürfnis nach einer eigenen, kleineren Kirche aber ist unverändert hoch, so dass die Gemeinde seit Jahren gemeinsam mit dem Stadtdekanat und der Diözese nach einer guten Lösung für St. Ulrich sucht. Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist jetzt gemacht: Der im Herbst 2018 ausgeschriebene Ideenwettbewerb ist entschieden.

14 Architekturbüros haben sich beteiligt

Beteiligt haben sich 14 Architekturbüros, als Sieger gekürt wurde der Entwurf der Architekten Hans Peter Maria Kissler und Roland Gert Effgen aus Wiesbaden, denen es gelungen ist, die Kindertagesstätte und die Gemeinderäume funktional und doch ästhetisch ansprechend in die Kirche zu integrieren. Sie haben es in ihrem Entwurf geschafft, die für die Wirkung der Kirche wichtigen Fenster zu erhalten, den Sakralraum ansprechend zu gestalten und die für die Gemeinde wichtige Marienkapelle einzubeziehen. Die Kindertagesstätte und die Gemeinderäume wurden zudem überzeugend und klar strukturiert in den Kirchenraum eingebaut – eine anspruchsvolle Aufgabe, wie der katholische Stadtdekan Christian Hermes feststellt. Für den Stadtdekan ist klar, dass der gesamte Standort nur dann eine Zukunft hat, wenn es gelingt, die Gemeinderäume und die Kindertagesstätte in das geräumige und viel zu große Kirchengebäude zu integrieren. „Dem Siegerentwurf ist es gelungen, die architektonische Qualität der Kirche aufzunehmen und weiterzuentwickeln. Die beiden Architekten haben den neuen Sakralraum optimal im ästhetisch stärksten Bereich des Gebäudes mit den beeindruckenden Glaswänden platziert.“ Auch für die Kindertagestätte und die Gemeinderäume sei eine gute Lösung gefunden worden.

Stadtbildprägender Charakter der Kirche soll bleiben

Auch Heiko Merkelbach, der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde St. Hedwig und St. Ulrich, findet den Siegerentwurf überzeugend, da er dem aktuellen Raumeindruck der Kirche am besten entspreche. „Beide großflächigen Betonglaswände werden auch die künftige Kirche maßgeblich prägen. Mir ist es sehr wichtig, dass der stadtbildprägende Charakter der Kirche erhalten bleibt und die Passanten somit an Gott erinnert werden.“  Positiv sieht Merkelbach auch die qualitätsvoll gestalteten Gemeinderäume, „die ein aktives Gemeindeleben ermöglichen werden“. Als Pluspunkt sieht er es zudem an, dass die Orgel mit einigen Änderungen in den neuen Kirchenraum übernommen werden könnte.

Städtische Förderung für Kita wird beantragt

Um den Siegerentwurf umsetzen zu können, wird die katholische Kirche bei der Stadt Stuttgart Fördermittel für den Einbau der Kindertagesstätte in die Kirche beantragen. Das wird zum nächsten städtischen Doppelhaushalt 2020/2021 möglich sein. Die Kindertagesstätte würde dann von den bestehenden drei auf vier Gruppen erweitert. Da die bestehenden Kita-Räume stark sanierungsbedürftig sind, suchen die Gemeinde und das Stadtdekanat bereits seit längerem nach einem Interimsquatier für die drei Gruppen.

Der Einbau der Gemeinderäume und der Kirche ist nur ein Teil der in St. Ulrich geplanten Standortentwicklung. Die Gemeinde, das katholische Stadtdekanat und der Caritasverband Stuttgart haben bereits im Jahr 2015 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Geplant ist, dass der Caritasverband auf dem verbleibenden 3000 Quadratmeter großen Grundstück um die Kirche eine sozial-karitative Nutzung verwirklicht. Außerdem sollen dort Wohnungen entstehen. Um auf dem Grundstück überhaupt neu bauen zu können, ist eine Bebauungsplanänderung erforderlich.

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