Nightfever in St. Eberhard

Der Junggesellenabschied macht Halt in der Kirche

Wenn im Advent das 25. Nightfever gefeiert wird, werden auch diesmal wieder die Passanten der Königstraße mit einbezogen: Jugendliche schenken den Vorbeigehenden Teelichter und laden sie zu einem kurzen Besuch in die Kirche ein. Viele Stadtbummler und Nachtschwärmer nehmen die Einladung auch gerne an und so kommt es, dass regelmäßig Junggesellenabschiede spontan Station in der Domkirche St. Eberhard machen. Beim 25. Stuttgarter Nightfever am Samstag, 15. Dezember, wird auch Pfarrer Andreas Süß dabei sein, der die Idee entwickelt hat. Beginn ist um 18 Uhr, geöffnet ist die Kirche in der Königstraße 7 bis 23 Uhr.

Viermal im Jahr laden Jugendliche und junge Erwachsene zum Nightfever in die Domkirche St. Eberhard. Der Abend beginnt um 18 Uhr mit einem Gottesdienst, danach steht den Besuchern die Kirche offen – für spontane Begegnungen, für seelsorgerliche Gespräche, für stille Gebete. „Wir machen die Kirchentüren an diesem Abend so weit auf, wie es nur möglich ist“, erzählt Pfarrer Michael Heil, der zusammen mit 20 Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Abend organisiert. Der Pfarrer kann von vielen ungewöhnlichen Begegnungen erzählen. „Wir haben bei jedem Nightfever mindestens einen Junggesellenabschied dabei. Die Männer kommen in Feierlaune in die Kirche und gehen aufgeräumt wieder hinaus.“ Bierflaschen und alles Hochprozentige freilich müssen die Besucher vor der Kirche lassen. „Die Menschen sollen alles Weltliche draußen lassen. Es passt immer jemand von uns Organisatoren auf die abgelegten Gegenstände auf, damit nichts wegkommt und jeder seine Sachen wieder mitnehmen kann“, versichert Heil.

In Feierlaune rein in die Kirche und aufgeräumt wieder raus

Geboren wurde die Nightfever-Idee beim Weltjugendtages in Köln im Jahr 2005 und wird seither auf der ganzen Welt gepflegt. Auch am 15. Dezember wird an vielen anderen Orten zeitgleich ein Nightfever-Gottesdienst gefeiert. „Es ist schön zu sehen, wie eine Idee weiterlebt, nicht nur in Stuttgart“, sagt Michael Heil. Beim 25. Nightfever in Stuttgart wird der Ideengeber Pfarrer Andreas Süß dabei sein. Er war beim ersten Stuttgarter Nightfever zu Gast, anlässlich des kleinen Jubiläums wird er im Gottesdienst predigen.

Ein Ort, um Sorgen loszuwerden

Nach dem Gottesdienst wird von 20 Uhr an eine Gesprächsrunde mit Jugendlichen mit dem Titel „Let´s talk about God“ angeboten. Zwischendurch gibt es immer wieder Musik, für die die jungen Organisatoren selbst sorgen. Abseits der Gesprächsrunde besteht den ganzen Abend über die Möglichkeit, mit Seelsorgern einzeln zu sprechen, Sorgen loszuwerden, ein Gespräch in geschütztem Rahmen zu suchen. „Viele Jugendliche wissen das und sind froh, wenn sie über Konflikte in der Familie, über den Leistungsdruck in der Schule oder ihre Zukunftsängste sprechen können“, sagt Pfarrer Heil.

Vor dem Altar leuchten 1500 Teelichter

Zum Nightfever-Abend gehört auch das Lichtermeer in der Kirche: Auf den Stufen zum Altar leuchten gut 1500 Teelichter, die an dem Abend in der Königstraße verschenkt werden. Pfarrer Michael Heil freut sich jedes Mal über die vielen positiven Rückmeldungen eben auch von Menschen, die schon lange keine Kirche mehr besucht haben. An die überraschendste erinnert sich der Theologe noch gut, da sie von einem Besucher kam, der eigentlich auf dem Weg in ein Bordell gewesen ist, dann aber die Einladung zum Nightfever angenommen hat. „Er hat sich überschwänglich dafür bedankt, dass er dabei sein durfte und uns das Geld gespendet, das er eigentlich für den Bordellbesuch vorgesehen hatte“, erzählt Pfarrer Heil.        

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