Neue Dekanatsjugendreferentin

Die Jugendarbeit in der Stadt ausloten

Sie ist jung, liebt Stuttgart und will schwerpunktmäßig Öffentlichkeitsarbeit machen: die 26-jährige Miriam Röcker ist die neue Dekanatsjugendreferentin in Stuttgart. Ihren Sitz hat sie auf dem Campus der Jugend- und Gemeindekirche YouCh St. Nikolaus. Zuständig ist sie für alle Jugendlichen im Dekanat, ob katholisch oder nicht. Denn das Jugendreferat bietet grundsätzlich offene Jugendarbeit an.

Miriam Röcker

Wer die Jugendkirche St. Nikolaus betritt, steht erst mal vor wallenden weißen Tüchern, die den Kirchenraum unterteilen und jugendlicher machen. Erst beim Adventsfestival strahlten die Vorhänge alle bunten Farben der Scheinwerfer wider, erinnert sich Miriam Röcker. Für sie war das Festival ein toller Einstieg in ihre erste Stelle nach dem Studium, bei dem sie erleben konnte, wie lebendig die Jugendarbeit in Stuttgart ist. „Das war total faszinierend“, sagt sie.

Studiert hat die gebürtige Allgäuerin soziale Arbeit mit theologischer Zusatzqualifikation im bayerischen Benediktbeuren. Zuvor hatte sie ein Studium „International Business“ in Trier abgebrochen. „Da stellte sich mir irgendwann die Frage der Sinnhaftigkeit“, sagt Miriam Röcker. Und weil sie zuvor schon zehn Jahre in der katholischen Jugend aktiv war, und beim Bund der katholischen Jugend (BDKJ) ihr freiwillig soziales Jahr (FSJ) gemacht hatte, schlug sie ihre neue Berufsrichtung ein.

Vom Dorf in die Stadt

Aufgewachsen ist die Allgäuerin auf dem Dorf, in Aitrach, im Landkreis Ravensburg. Vermisst sie das Dorfleben, nachdem ja auch Benediktbeuren keine Großstadt war? „Nein“, sagt sie entschieden. Sie möchte die neuen Herausforderungen einer Stadt kennen lernen, die Möglichkeiten und die Vielfalt ausschöpfen und dort Jugendarbeit betreiben. Zudem sei ihr Vater in Stuttgart aufgewachsen und auch die Großeltern hatten dort gelebt.

Ihre Hauptaufgabe sei es, Ansprechpartnerin für alle Kinder und Jugendliche im Stadtdekanat zu sein, Gruppenleiterschulungen und Weiterbildungen anzubieten, sowie die Verbände zu betreuen. Als Vorteil sieht sie es dabei, dass das Jugendreferat wie auf einem Campus am selben Ort wie die Jugendkirche und die Jugendräume angesiedelt sei.

Die richtigen Kanäle finden

Schwerpunkte will Miriam Röcker in der Schularbeit und der interkulturellen Jugendarbeit setzen. Gerade das Zusammenleben der Kulturen und Religionen sei ein Thema in einer Stadt wie Stuttgart. Auch die Öffentlichkeitsarbeit wird ihr Schwerpunkt sein. „Es ist wichtig, sie so zu gestalten, dass die Jugendlichen es interessant finden, und wir müssen die richtigen Kanäle dafür finden“, sagt sie. Gleichzeitig betont sie, dass man nicht alle Medien bespielen dürfe, weil es zum einen nicht praktikabel sei und zum anderen die jungen Leute ihre eigenen Räume brauchen. So sei zum Beispiel das Medium E-Mail neben den vielen Whatsapp-Gruppen für Einladungen wieder interessant geworden.

Ein Raum, in dem Miriam Röcker gerne mehr präsent wäre, ist die Schule. Angesichts der schulischen Belastungen sei es schwierig, Jugendliche zu erreichen. Sie  baut daher auf die Aktionen mit den Schulen wie zum Beispiel einen „Inseltag“, an dem Schüler gezielt teilnehmen könnten. Auch ein Workshop verteilt über die ganze Woche mit einer Stunde pro Tag zu einem Thema wie Nachhaltigkeit oder Fairness, steht auf ihrer Aufgabenliste.

Kommunikation ist die Lösung

Bei all dem muss sie sich immer entscheiden, wo sie als Jugendreferentin tiefer einsteigt oder wo es reicht, nur den Überblick zu behalten. Klar ist ihr, dass dies alles Kommunikation erfordert. Mit den Jugendlichen, aber auch mit den Schulen und anderen Organisationen, mit denen man die Grenzen der Kooperation ausloten müsse. Sie ist überzeugt: „Wenn man miteinander redet, findet man immer eine Lösung.“

Das Jugendreferat im Internet: https://stuttgart.bdkj.info/

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