Sonstiges

„Ein Haus für Leib und Seele auf dem Memberg“

In St. Peter hat die Gemeinde zum Richtfest geladen. Noch ist die Erinnerung an die alte Kirche auf dem Memberg lebendig. Zugleich aber ist die Freude groß, eine neue Kirche zu bekommen. Der Architekt Stefan Kamm spricht von einem Haus für Leib und Seele, das gerade entsteht. Die Nähe zwischen Sakralem und Profanem gebe dem Neubau seinen besonderen Charakter.

Die Schlüssel zum alten Gemeindezentrum noch in der Tasche

Ende März 2017 haben die Bauarbeiten für die neue Kirche begonnen, in dieser Woche haben Handwerker, Architekten und die Gemeinde Richtfest in St. Peter auf dem Memberg in Bad Cannstatt gefeiert. Pfarrer Martin Kneer sprach von einem „Leuchtturmprojekt für das Stadtdekanat und die Diözese“, der Architekt Stefan Kamm von einem „Haus für Leib und Seele“. In gut einem Jahr soll die neue Kirche samt Gemeindezentrum und Kindertagesstätte eingeweiht werden.

Renate Schad steht auf dem Rohbau, zwischen vielen Gerüsten und Betonmauern und lauscht den Reden. Die Cannstatterin gehört seit Jahrzehnten zur Gemeinde St. Peter. Sie freut sich über den Neubau und die Chance, die sich der Gemeinde bietet: „Man kann schon jetzt erahnen, dass die Kirche ein besonderer Raum werden wird“, sagt Renate Schad und blickt nach oben. Dann zieht sie plötzlich ihren Schlüsselbund aus der Tasche. „Hier sind noch die Schlüssel zum alten Gemeindezentrum“, erzählt die Cannstatterin. Noch trägt sie ein Stück aus der Vergangenheit mit sich.

Raumhöhe sorgt für außergewöhnliche Atmosphäre

Während Renate Schad beim Richtfest in Erinnerungen abtaucht, schaut der Stuttgarter Architekt Stefan Kamm in die Zukunft. „Die Kirche hat eine Raumhöhe von bis zu zehn Metern, das wird für eine außergewöhnliche Atmosphäre sorgen.“ Es ist die Nähe zwischen dem Sakralen und dem Profanen, die dem Neubau seinen besonderen Charakter gebe. Der Gebäudekomplex enthält nicht nur eine Kirche, sondern auch ein integriertes Gemeindezentrum, eine größere Kindertagesstätte sowie das Pfarrbüro. Die Kirche kann zum Foyer hin geöffnet werden, auch die Gemeinderäume sollen flexibel nutzbar sein. „St. Peter neu wird ein Haus für Leib und Seele“, versichert Stefan Kamm. 

Seitens der Gemeinde blickte Manfred Wörle auf die Tradition der Richtfeste bis ins 14. Jahrhundert zurück. „Damals gingen Handwerker und Bauherren morgens gemeinsam in die Kirche, um den Schutz und Segen Gottes für das Haus zu erbeten“, erzählte der zweite Vorsitzende der Kirchengemeinde St. Peter. Wörle ist dankbar, dass der Rohbau ohne Zwischenfälle und ohne große zeitliche Verzögerung steht. „Ich freue mich auf den ersten Gottesdienst, der in der neuen Kirche voraussichtlich Ende nächsten Jahres gefeiert werden kann.“ Auch der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Neckar, Martin Kneer, sieht den Neubau als große Chance: „Bald werden wir das neue Gotteshaus mit Leben füllen.“ Er sieht St. Peter neu auch als Ort der Begegnung für den Stadtteil.

Gemeinde sammelt Spenden

Die Kosten für den Neubau belaufen sich auf 6,4 Millionen Euro, die vom Stadtdekanat, der Diözese und der Stadt Stuttgart getragen werden. Die Kirchengemeinde St. Peter muss insgesamt 1,42 Millionen Euro aufbringen. Für die Kirchenfenster und die Ausstattung des kirchlichen Innenraumes sammelt die Gemeinde Spenden. Neben der neuen Kirche mit integriertem Gemeindezentrum und Kita baut die Stiftung Liebenau ein Wohnheim und Werkstätten für Behinderte.

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