Altarweihe und Eröffnung

Ein Ort des Dialogs mit den Menschen der Stadt

Mehr als 350 Menschen haben am zweiten Advent die Altarweihe und die Eröffnung des Spirituellen Zentrums station s in der Kirche St. Fidelis miterlebt. Bischof Gebhard Fürst salbte den Altar und zündete die fünf Kerzen an, die die Wundmale Jesu symbolisieren. Nach dem Gottesdienst gab es viele lobende Worte von Kultusministerin Susanne Eisenmann für den Mut der Kirche, einen solchen neuen und offenen Ort in Stuttgart geschaffen zu haben.

Der leitende Pfarrer Werner Laub und Bischof Gebhard Fürst bei der Altarweihe in St. Fidelis.

Die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt, viele Besucher mussten mit einem Stehplatz Vorlieb nehmen. Nach einem guten Jahr des Umbaus hat Bischof Gebhard Fürst am zweiten Advent die Fideliskirche wieder und das Spirituelle Zentrum neu eröffnet. In der Kirche im Stuttgarter Westen sind künftig neben der Gemeinde St. Fidelis auch das Spirituelle Zentrum und der Klangraum st. fidelis sowie weiterhin die spanische Gemeinde beheimatet. Mehr als zwei Stunden lang dauerte der imposante Gottesdienst, in dessen Zentrum die Einsetzung der Reliquie sowie die Weihe des neuen Altars standen. „Wir erleben hier mehr als ein Bauprojekt, wir erleben einen Prozess der Neuorientierung, des Ausprobierens. Entstanden ist ein Ort, der unsere Seelen erhebt, der Raum gibt, um neue Formen des Geistes zu entwickeln und zu erleben“, sagte Bischof Fürst in seiner Predigt. Getragen werde der Ort von den lebendigen Steinen: „Das sind Sie“, so Gebhard Fürst.

Ein brennender Altar im Zentrum des Gottesdienstes

Bischof Gebhard Fürst segnete den Altar, um ihn dann mit Christamöl zu salben. Anschließend wurden fünf Feuer entzündet. Erst nachdem die Flammen erloschen und der Altar gereinigt war, deckten Kirstin Kruger-Weiß und Stefan Karbach als neues Leitungsteam des Sprirituellen Zentrums, den Altar mit Tüchern ab. Zum Gottesdienst gehörten auch die Segnung von Altar und Tabernakel mit Weihwasser aus dem Taufbecken. Altar, Ambo und Tabernakel sind alle aus demselben Stück Travertinstein herausgeholt - in Anlehnung an die Dreifaltigkeit. Die Reliquie setzte Werner Laub, der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang in die Mitte des Altars ein. Der Stuttgarter Künstler Martin Bruno Schmid, von dem Altar, Ambo, Taufbecken und Tabernakel stammen, deckte die Reliquie ab.

Kultusministerin Eisenmann zeigt sich von neuem Ort begeistert

Nach dem Gottesdienst sparten die Gastredner nicht an Lob für die umgebaute Kirche und das neue Spirituelle Zentrum. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann machte deutlich, dass die Gesellschaft Kirche mehr denn je brauche. „Ich bewundere den Mut, mit St. Fidelis und dem Spirituellen Zentrum einen Raum zu erschließen für die Begegnung mit Menschen und mit Gott. Die Dialogbereitschaft und die Offenheit, die sich in der neuen Ausrichtung ausdrückt, sind ein wertvolles Zeichen.“ Der Stuttgarter Sozialamtsleiter Stefan Spatz begrüßte die „offene und experimentierfreudige Herangehensweise“. „Wir brauchen Gegengewichte zu unserem häufig überreizten Alltag, um uns ausbalancieren zu können. In St. Fidelis werden gehen der Raum und der inhaltliche Gedanke eine ganz wunderbare Verbindung ein“, so der Vertreter der Stadt Stuttgart. Der evangelische Stadtdekan Sören Schwesig zeigte sich in seiner Gastrede begeistert von dem Raum und dem Konzept. „Ich verstehe das Spirituelle Zentrum als Antwort auf ein Lebensgefühl der Rastlosigkeit und der Hektik.“ Beeindruckt zeigte sich der evangelische Stadtdekan auch von der Altarweihe, die er mit einem persönlichen Appell verband: „Ich freue mich, wenn es möglich sein wird, an diesem wunderbaren Altar zusammenzukommen.“

„Gott lebt in der Stadt“

Der katholische Stadtdekan Christian Hermes blickte auf die Entstehungsgeschichte zurück, auf den Prozess Aufbrechen, den die katholische Kirche in Stuttgart 2011 begonnen hat. „Wir wussten, dass wir strukturell, pastoral und auch inhaltlich so nicht weitermachen können - angesichts der Krise von Religion und Kirche, die heute in noch höherem Maße spürbar ist. Daraus entstanden ist die Idee eines Spirituellen Zentrums, in dem wir den Menschen der Großstadt ein glaubwürdiges Angebot mit Relevanz für ihre Lebenswelt machen.“ Hermes erinnerte an die Eröffnung der neuen Kirche St. Peter vor einem Jahr und blickte voraus auf die Projekte, die noch umgesetzt werden: In den nächsten Jahren werden die Jugendkirche, das Trauerpastorale Zentrum und St. Maria als als Kirche des Dialogs und der Vernetzung mit der Gesellschaft folgen. „Gott lebt in der Stadt. Aus dieser Zuversicht heraus ist station s als Ort des Dialogs mit Kunst, Kultur, anderen Religionsgemeinschaft und den Menschen in der Stadt entstanden“, so der Stuttgarter Stadtdekan. Kirstin Kruger-Weiß, die zum Leitungsteam des Spritituellen Zentrums gehört, dankte der Gemeinde St. Fidelis dafür, station s in ihrer Kirche und ihrem Pfarrhaus einen Raum gegeben zu haben. „Im Spirituellen Zentrum möchten wir verknüpft sein mit der Stadt, wollen wir für die Menschen da sein und ihnen ermöglichen, Stille mittendrin zu erleben.“

Angebote der station s im Advent

Wer das Spirituelle Zentrum erleben möchte, hat gleich in den nächsten Tagen Gelegenheit: Am Mittwoch, 11. Dezember, wird von 19 bis 20 Uhr die Stille mittendrin angeboten. Die Besucher können sich inspirieren lassen von Text, Bild, Film oder Musik, um dann in die Stille einzutauchen. Die Stille mittendrin ist ein regelmäßiges Angebot, immer mittwochabends um 19 Uhr (außer in den Ferien). Am Samstag, 14. Dezember, werden von 10 bis 12 Uhr die Bewegten Advents-Zeiten angeboten, die in die Tiefe gehende Adventsimpulse mit Bewegungen aus dem Hatha-Yoga verbinden. Zu den regelmäßigen Angeboten gehört außerdem der Gottesdienst der station s am Sonntagabend um 19 Uhr, der zu Stille, Reduktion und Konzentration auf das Wesentliche einlädt. 

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