Josef Laupheimer

„Es fasziniert mich, wie Jesus den Menschen begegnet“

Seinen Dienst als leitender Pfarrer im Stuttgarter Osten hat Josef Laupheimer bereits angetreten, offiziell in sein Amt eingeführt wird er in einem feierlichen Gottesdienst am Sonntag, 6. Oktober, um 16 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in der Schurwaldstraße. Josef Laupheimer hat sich spät für das Priesterdasein entschieden: Nach fast 20 Jahren Sozialarbeit in Hamburg, hat er noch einmal neu angefangen. Als leitender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost ist er für die Gemeinden Herz Jesu, Bruder Klaus, St. Nikolaus und Heilig Geist mit insgesamt etwa 12 000 Katholiken zuständig

Was Josef Laupheimer schon jetzt am Stuttgarter Osten zu schätzen weiß, zeigt ein Blick aus dem Fenster von Herz Jesu: es ist ein Ort mitten in der Großstadt, der Blick aber geht ins Grüne, auf die Klingenbach-Anlage. „Schauen Sie, wie schön das hier ist“, sagt der 57-Jährige. Josef Laupheimer ist begeistert von seiner neuen Wirkungsstätte, dem Stuttgarter Osten, der sich durch seine Vielfalt, durch seine Tradition als Arbeiterviertel und seine Urbanität auszeichnet. „Ein guter Ort, um den Glauben zu leben und weiterzutragen“, sagt der 57-Jährige, der erst vor drei Jahren seine Priesterweihe empfangen hat.

„Es zog mich zu den Menschen am Rande“

Josef Laupheimer hat nach Abitur und Zivildienst in einer Jugendhilfeeinrichtung Theologie in Tübingen und Frankfurt-St. Georgen studiert. Er überlegte sich, Pastoralreferent zu werden, das Priesteramt kam für ihn damals nicht in Frage. Nach dem Studium entschied er sich dann aber für ein Studium der Sozialarbeit an der Berufsakademie Stuttgart mit einer Praxisstelle bei der Reutlinger Caritas. „Die Menschen am Rande interessierten mich, da zog es mich hin.“ Seine erste Stelle als Sozialarbeiter fand er in Hamburg in einer Einrichtung der Wohnungslosenhilfe bei der evangelischen Diakonie. Dort hat er über viele Jahre mit viel Herzblut in verschiedenen Bereichen des betreuten Wohnens gearbeitet. Nach dreizehn Jahren Basisarbeit wurde er dann Abteilungsleiter beim Caritasverband für Hamburg. Die medizinische Versorgung Wohnungsloser war nun sein zentrales Aufgabenfeld. Ihm war es ein Anliegen, für wohnungslose Menschen passgenaue Hilfen zu entwickeln. „Über die Jahre wurde mir in meiner Arbeit immer klarer, dass die zugewandte Art, wie Jesus Menschen begegnet ist, mich fasziniert und mir zur Orientierung geworden ist.“ Jesus und seine Botschaft ließen ihn nicht mehr los und führten ihn auf neue Wege.

Mit Jesus als Orientierung auf zu neuen Wegen

Als es auf den 50. Geburtstag zuging, hat Josef Laupheimer die Entscheidung gefällt, sein Leben grundlegend zu verändern und an sein Theologiestudium anzuknüpfen. „Ich habe in all den Jahren in der sozialen Arbeit meine Kraft und Orientierung aus dem Glauben gezogen“, sagt Josef Laupheimer, der sich  während seiner Hamburger Zeit immer wieder Auszeiten in Klöstern genommen hat. „Dort habe ich erlebt, wie reich unser Glaube ist und in welche Tiefe er führt, und so bin ich  auf meinen jetzigen Weg gekommen. Die Weitergabe des Glaubens ist mir zu einem zentralen Anliegen geworden.“ Nach Praktikas in Kirchengemeinden trat Laupheimer 2014 ins Rottenburger Priesterseminar ein, 2015 wurde er zum Diakon und 2016 zum Priester geweiht, zuletzt war er Vikar in der Seelsorgeeinheit Federsee in Bad Buchau.

Schauen, wo ein Feuer brennt

In den Stuttgarter Osten kommt Josef Laupheimer nicht mit einem fertigen Konzept, er möchte die Menschen und die Gemeinden erst einmal kennenlernen. Auch den Kontakt zu den karitativen und sozialen Einrichtungen im Stadtbezirk will er suchen. „Ich möchte erleben und herausfinden, was da ist, woran ich anknüpfen kann und wo ein Feuer brennt“, sagt der 57-Jährige. Die Menschen am Rande will er im Blick behalten: Seinen Dienst als leitender Pfarrer versteht er als Dienst der Einheit. In der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost möchte er Menschen mit unterschiedlicher Prägung und Herkunft, mit unterschiedlichen Lebensgeschichten und Vorstellungen zusammenführen und ihnen einen kirchlichen Raum bieten, wo sie sich willkommen und zuhause fühlen.

„Unsere Aufgabe ist es, für die Menschen da zu sein“

Josef Laupheimer möchte seinen Teil dazu beitragen, dass Menschen gute Erfahrungen und Begegnungen mit der Kirche machen, sei es bei der Taufe eines Kindes, bei der Feier der Erstkommunion oder auch bei der Trauerfeier für einen geliebten Menschen. „Wir dürfen uns als Kirche nicht nur mit uns selber beschäftigen. Unsere Aufgabe ist es, für die Menschen da zu sein.“ Die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Ost mit den zwei großen Gemeinden Herz Jesu und St. Nikolaus und den beiden kleineren Gemeinden Bruder Klaus von der Flüe und Heilig Geist und den insgesamt 12 000 Katholiken sieht der Theologe auf einem guten Weg. „Da ist in den vergangenen Jahren viel zusammengewachsen und viel Gemeinsames auf den Weg gebracht worden. Es gibt ein gutes Miteinander mit der Ungarischen Gemeinde Szent Gellért, die in der Kirche Bruder Klaus beheimatet ist. Die Ökumene mit den evangelischen Kirchengemeinden im Stuttgarter Osten hat eine lange und lebendige Tradition. Und durch die Eröffnung der Jugendkirche in St. Nikolaus erleben wir einen interessanten Aufbruch mit Jugendlichen in einer unserer Gemeindekirchen hautnah mit.“

Investitur am 6. Oktober

Offiziell in sein Amt eingeführt wird Pfarrer Josef Laupheimer in dem Investiturgottesdienst am Sonntag, 6. Oktober, um 16 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in der Schurwaldstraße 3. Im Anschluss an den Gottesdienst sind die Besucher zu Stehempfang und Imbiss eingeladen.

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