Kirchenabriss und -neubau

„Hier entsteht eine Begegnungsstätte für Alt und Jung“

Das Bauprojekt um die katholische Kirche in Mönchfeld ist in vollem Gange. Davon konnte sich jetzt auch der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller ein Bild machen. Der Politiker besuchte am Freitag, 26. Juni, die Baustelle und informierte sich über die Pläne. Zeitlich und finanziell verläuft alles nach Plan, doch Corona hat die Situation für die Gemeinde verschärft. Trotzdem ist die Vorfreude auf die neue Kirche groß.

Baulärm, Trümmerhaufen und schwere Maschinen – der Anfang des Jahres begonnene Abriss von St. Johannes Maria Vianney geht mit großen Schritten voran. „Wir befinden uns in den letzten Zügen“, sagt Alexander Schmidt, Leiter der Bauabteilung im katholischen Verwaltungszentrum. Nur die Fundamente müssen noch entfernt werden, dann ist der Abbruch vollendet. Schmidt zufolge wird dies voraussichtlich bis August geschehen sein.

Neues Konzept

Dass ein Gotteshaus abgerissen und neu gebaut wird, ist nichts Alltägliches. Deshalb nahm sich auch Minister Franz Untersteller eine knappe Stunde Zeit, um sich über das Projekt zu informieren. Die alte Kirche, die 58 Jahre in Mönchfeld stand und 2019 entweiht wurde, kannte er von einem früheren Besuch. „Ich fand sie architektonisch zwar ganz sympathisch, aber die Energiekosten hätte ich nicht zahlen wollen“, so der Politiker. Mit hundert Plätzen wird die neue Kirche, die bis zum Winter 2020 gebaut werden soll, deutlich kleiner ausfallen als die alte. Das Holzkreuz, die Marienstatue und ein Teil der alten Bänke wird mit einziehen. Aus einem Viertel der alten Kirchenbänke wird ein Schreiner den künftigen Altar, den Ambo sowie das Taufbecken gestalten. Neben der Kirche und dem Gemeindezentrum entstehen auf dem Grundstück drei Wohnhäuser für Senioren, die die Caritas Stiftung Stuttgart in Kooperation mit der Grötzinger Stiftung verwirklicht. In einem der Wohnhäuser wird auch die Kita der Gemeinde Platz finden. Ein Konzept, das überzeugt: „Die Perspektive, die hier geboten wird, darauf können sich die Gemeinde und auch die Anwohnerinnen und Anwohner freuen“, so Untersteller.

Corona macht der Gemeinde zu schaffen

In der Zeit des Abbruchs hat die Gemeinde mit 1400 Katholiken viel Gastfreundschaft erfahren. Seit vergangenem Oktober fanden sonntägliche Gottesdienste in der benachbarten evangelischen Gemeinde in Mönchfeld und Werktagsgottesdienste im Caritas-Seniorenheim St. Ulrich statt, wo auch das Pfarrbüro untergebracht ist. Corona durchkreuzte diese Interimslösung allerdings. Aus Gründen des Infektionsschutzes stehen beide Gebäude momentan nicht mehr für Gottesdienste zur Verfügung. „Die Gemeinde leidet“, sagt die gewählte Vorsitzende des Kirchengemeinderats Martina Siegl. Die Gemeindemitglieder seien zwar dazu eingeladen, die Gottesdienste in den vier anderen Kirchen der Gesamtkirchengemeinde Stuttgarter Madonna mitzufeiern, das Angebot werde aber kaum wahrgenommen. „Der Weg über den Neckar ist dann doch etwas weit und nicht alle sind so mobil.“ Um das katholische Leben vor Ort nicht einschlafen zu lassen, hat Siegl eine Freiluft-Wortgottesfeier organisiert, die am 12. Juli in Mühlhausen stattfinden wird.

Die Vorfreude ist groß

Trotz der erschwerten Situation durch Corona ist die Freude über das 3,8 Millionen schwere Bauprojekt, das die Gemeinde zu einem großen Teil durch den Grundstücksverkauf und mit Hilfe von Zuschüssen der Diözese sowie des Stadtdekanats finanziert, ungebrochen. Vor allem die Kombination von Kirche, Seniorenwohnungen und Kita weckt Hoffnung. „Hier entsteht eine Begegnungsstätte für Alt und Jung“, so Ludwig-Frank Mattes, der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgarter Madonna. Der Spatenstich für den Kirchenneubau ist für den 16. Oktober geplant.

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