Vier Fragen an vier Räte

Jeder bringt auch sein persönliches Netzwerk mit

Was bewegt Menschen, sich in der Kirche zu engagieren, ihre Zeit in Gremien zu verbringen und das Gemeindeleben mitzugestalten? Drei Frauen und ein Mann beantworten stellvertretend für die vielen Kirchengemeinderäte vier Fragen, die sich neue Kandidatinnen und Kandidaten stellen könnten. Eines zeigt sich dabei klar: Alle sind mit dem Herzen dabei und bringen ihre je eigenen Talente ein. Vier Fragen an Matthias Feist, 51 Jahre, Betriebswirt und System-Integrator, seit 19 Jahren im Kirchengemeinderat St. Elisabeth im Westen.

Kann ich etwas bewegen im KGR?

Als ich vor 19 Jahren neu in den Kirchengemeinderat kam, musste ich mich erst mal in dem Gremium zurechtfinden. Aber es war von Anfang an so, dass man eigene Vorschläge einbringen konnte und die eigene Meinung erwünscht war. Beim Haushalt fällt das am Anfang etwas schwer, aber in puncto Gemeindeleben kann man gut neue Ideen und Formen vorschlagen. Aktuell haben wir das neue Gemeindehaus in der Schwabstraße auf der Agenda und überlegen, wie wir es mit Leben füllen können.

Was mache ich, wenn ich keine Zeit mehr habe?

Dann geht man offen auf den gewählten Vorsitzenden zu, gibt den Grund an, warum man gerade nicht mitarbeiten kann oder dass man ganz zurücktreten möchte. Von den Terminen her sind die Kirchengemeinderäte auch unterschiedlich organisiert. Wir treffen uns in großer Runde nur fünf Mal im Jahr. Dann ist es dem Einzelnen überlassen, in welchen Gremien oder Projekten er oder sie sich engagiert. Das ist dann auch überschaubar.

Wie katholisch muss ich sein?

Also ich bin schon katholisch sozialisiert, war Ministrant, ich kenne mich in der Kirche aus. Aber andere bringen eben ihre Lebenssicht und Erfahrung ein. Ich kann allen Mut machen, die sich in der Kirche engagieren wollen, es zu tun. Es wurde noch niemand gefragt, ob er das siebte Gebot kennt. Aber man lernt sich in so einem Gremium auch gut kennen und redet über viele Dinge. Ich bin oft erstaunt, welche religiösen Erfahrungen zu Tage treten.

Kann ich mich mit einem Spezialthema beschäftigen?

Unbedingt. Leute, die sich mit Gebäuden auskennen, haben dafür gesorgt, dass wir eine vorzeigbare Toilette haben. Ich habe eine Idee eingebracht, Geld fürs Gemeindehaus zu sammeln, indem wir Playmobil-Bauarbeiter mit dem Gemeindelogo verkaufen. Jeder bringt auch sein persönliches Netzwerk mit, so dass auch andere Menschen ins Spiel gebracht werden. Ich würde auch gerne dazu beitragen, dass wir für Rollstuhlfahrer eine Rampe zur Kirche St. Elisabeth bauen können.

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