Vier Fragen an vier Räte

Mein Herz hängt an der Kirche

Was bewegt Menschen, sich in der Kirche zu engagieren, ihre Zeit in Gremien zu verbringen und das Gemeindeleben mitzugestalten? Drei Frauen und ein Mann beantworten stellvertretend für die vielen Kirchengemeinderäte vier Fragen, die sich neue Kandidatinnen und Kandidaten stellen könnten. Eines zeigt sich dabei klar: Alle sind mit dem Herzen dabei und bringen ihre je eigenen Talente ein. Vier Fragen an Miriam Stenzel, 44, Pharmazeutisch-Technische Assistentin (PTA) und seit fünf Jahren Kirchengemeinderätin in Heilige Familie in Rohr.

Kann ich etwas bewegen im KGR?

Auf jeden Fall. Natürlich steht und fällt das Ganze mit dem leitenden Pfarrer vor Ort. Aber bei uns ist es eine sehr gute Zusammenarbeit. Ich mache zum Beispiel Familienarbeit in der Gesamtkirchengemeinde und da stand mir unser Pfarrer mit Rat und Tat zur Seite. Wenn der Pfarrer auch etwas bewegen will, dann kann viel passieren.

Was mache ich, wenn ich keine Zeit mehr habe?

Man sollte den Kandidaten natürlich schon sagen, dass das Amt eine Ernsthaftigkeit verlangt und dass es auch Zeit in Anspruch nimmt. Also sollten Interessierte vorher ihr Zeitmanagement prüfen. Wenn man im Laufe der Amtszeit merkt, es geht nicht mehr, kann man natürlich auch aussteigen, etwa bei beruflichen Einschnitten oder familiären Veränderungen. Gewisse Ausfälle kann man im Gremium schon kompensieren, zum Beispiel wenn sich jemand ein halbes Jahr ausklinkt.

Wie katholisch muss ich sein?

Also ich bin nicht immer katholisch gewesen, sondern vor sechs Jahren von der evangelischen Kirche zur katholischen konvertiert. Und mein Herz hängt daran. Da gibt es dann auch keine Skala von 1 bis 10, wie katholisch man ist. Man sollte mit dem Herzen dabei sein und für die Gemeinschaft und die gemeinsame Sache brennen. Und natürlich sollte man auch dazu stehen, Mitglied der katholischen Kirche zu sein. Aber sonst sollte jeder seinen eigenen spirituellen Weg gehen und schauen, was die Menschen vor Ort brauchen.

Kann ich mich mit einem Spezialthema beschäftigen?

Je nachdem wie stark man sich einbringen möchte, kann man auch eigene Themen setzen. Bei mir ist das Steckenpferd die Familienarbeit. Ich bekomme viel Feedback und kann Menschen erreichen, die sonst weniger in der Kirche zu finden sind. Freiräume zu nutzen und beispielsweise Familienwochenenden und ähnliches zu organisieren, das ist einfach toll. Und wenn jemand lieber mit Zahlen umgeht, dann ist das auch wunderbar.

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