Weltfrauentag (3)

„Menschen müssen Zugang zu den Sakramenten haben“

Die Ordensschwester Nicola Maria Schmitt möchte nicht verkürzt auf die Frauenfrage in der Kirche schauen. Sie wünscht sich auch am Weltfrauentag vor allem eines: einen neuen Zugang zu den Sakramenten, von denen im Moment viel zu viele Menschen ausgeschlossen seien: „Ich leide an und unter der Kirche, weil sie durch Regularien, die nicht biblisch begründbar sind, sondern von uns Menschen gemacht sind, Menschen von den Gnadengaben ausgrenzt, die uns allen verheißen sind.“

Schwester Nicola Maria Schmitt kümmert sich um die Citypastoral und ist an der Infotheke im Haus der Katholischen Kirche für die Menschen da.

Wie geht es Ihnen im Jahr 2020 in und mit der katholischen Kirche?

Für mich hat das Jahr 2020 mit der Synodalversammlung in Frankfurt einen guten Auftakt genommen. Von daher bin derzeit sehr angeregt und offen für das, was sich uns nun zeigen und eröffnen will. Durch viele Gespräche habe ich den Eindruck, dass derzeit ein hoher Gesprächsbedarf untereinander da ist.

Was schätzen Sie an der Kirche?

In unserer Kirche haben viele Platz, finden viele ihren Glauben und erfahren die Gegenwart Christi in den Sakramenten. Wir haben eine starke Botschaft, das Evangelium, das uns eine Richtung weist, die Jesus uns vorgelebt hat: Jesu Blick galt den Armen, den Bedürftigen an Leib, Seele und Geist, den Ausgegrenzten und Suchenden.

Was tut weh?

Derzeit tut mir weh, dass die Toleranz füreinander offenbar stark bröckelt. Ich leide an und unter der Kirche, weil sie durch Regularien, die nicht biblisch begründbar sind, sondern von uns Menschen gemacht sind, Menschen von den Gnadengaben ausgrenzt, die uns allen verheißen sind. Durch diese zunehmende Exklusivität (also Ausschluss) der Sakramente, verhindert Kirche die Erfahrung von Heilung und von der Barmherzigkeit Gottes.

Welche Veränderungen wünschen Sie sich?

Aus oben genannten Gründen wünsche ich mir, dass der Zugang zu den Sakramenten ermöglicht wird bzw. bleibt. Daher braucht es ein neues Nachdenken und Ermöglichen des Zugangs zu den Sakramenten und damit zum Priesteramt. Ich bin überzeugt, dass nur, wenn wir dies ganz neu denken und nicht nur verkürzt auf die Frauen in der Kirche schauen, dass die Kirche und in ihr ein erneuertes Priesteramt eine Zukunft hat.

In einem Satz: warum sind dabei?

Ich finde in den verschiedenen Formen der Communio (Gottesdienst, Bibelgruppe, Gebetskreis, Gemeinschaft) Menschen, die mit mir den Glauben an Jesus Christus teilen, die in ihrem Leben Zeugnis von Christus auf ihre je eigene Weise in ihrem jeweiligen Umfeld geben. Das stärkt mich für meine eigenen Aufgaben. Die Kirche hat sich in den zwei Jahrtausenden eigentlich immer bewegt, ist eine pilgernde Kirche. Wir müssen aus der Lethargie der vergangenen 150 Jahre erwachen und sie von innen her wieder durch den Heiligen Geist erneuern lassen. Für diese Wachheit, diese Offenheit, diese Lebendigkeit, diese natürliche Geistkraft in jeder und jedem Getauften von uns, möchte ich werben. Ich bin überzeugt, dass ich als Mitglied dieser Kirche darin effektiver bin.

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