Sofagottesdienst (1)

Mit Helden und Superhelden zuhause Gottesdienst feiern

Wie kann man den Sonntag gestalten, wenn keine Kinderkirche und kein Familiengottesdienst mehr gefeiert wird? Wie kann man Religion in Zeiten von Corona auf gute Weise in den Familienalltag zwischen Home Schooling und Home Office einbauen? Angela Schmid, die Familienbeauftragte des Stadtdekanats Stuttgart, hat einen „Sofagottesdienst“ für Familien vorbereitet, den man zu Hause oder sogar online vernetzt feiern und mitbeten kann. Mit dabei: die Superhelden des Alltags.

Ein Kreuz auf dem Tisch: Angela Schmid erklärt, wie man einen Sofagottesdienst gestalten kann.

Liebe Familien, in der aktuellen Corona-Situation geht sehr vieles nicht – daheim miteinander Gottesdienst feiern aber sehr gut. Und das Schöne an Gottesdiensten ist, dass ALLES darin Platz hat, der Frust, die Angst, die Freude, die Gemeinsamkeit, das Lachen, das Weinen, basteln und singen und schweigen, kleine Kinder und Jugendliche, Eltern. Sogar Omas und Opas auch, zumindest online, wenn ihr nicht sowieso zusammen wohnt. Wann ihr feiert, könnt ihr frei entscheiden. Wie ihr feiert auch, Gott ist immer da, auf dem Sofa wie am Esstisch. Hier ein Gottesdienstvorschlag zum M  itbeten und Miteinander feiern. Schön ist es wenn ihr eine Kerze anzündet.

Die Eröffnung

Wir feiern Gottesdienst miteinander. Weil gerade keine Gottesdienste in den Kirchen stattfinden dürfen, feiern überall Familien miteinander zu Hause. Mit ihnen allen sind wir verbunden. Als Zeichen dafür und für unsere Verbindung mit Gott beginnen unseren Gottesdienst „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.“

Das Gespräch

Im Internet ist überall die Rede davon, dass es noch nie so einfach war wie heute, ein Held zu sein – einfach zu Hause bleiben, kann Leben retten.
Wer ist für uns eigentlich ein Held?
Welche Superhelden fallen uns ein?
Wer ist unser Lieblingsheld – in Geschichten und im echten Leben?

Die Aktion

Variante 1

Wir kennen uns gut in der Familie. Trotzdem würden wir es uns nicht aussuchen, den ganzen Tag zusammen in der Wohnung zu sitzen, wenn wir nicht müssten. Da kann es echt guttun, uns gegenseitig auch mal zu sagen, was denn die tollen Eigenschaften sind, die wir aneinander entdecken. Warum jeder von uns für den anderen ein (kleiner) Held ist. Dann können wir beim nächsten Krach entspannen, wenn uns die Decke auf den Kopf fällt Kraft rausziehen und einfach auch das Lob genießen!
Stellt euch gegenseitig in der Familie Du-bist-ein-Held-für-mich-Urkunden aus.

Variante 2

Unglaublich viele Menschen müssen grade richtig viel leisten, weil die Lage so kompliziert ist. Und viele von ihnen bekommen keinen Dank, sondern nur viele genervte Menschen zu sehen. Das sind Leute in den Krankenhäusern, aber auch Rathäusern, in Supermärkten, bei der Müllabfuhr, in der Landwirtschaft, bei der Polizei. Und auch viele, die ihre Läden jetzt schließen müssen und Angst um ihre Zukunft haben.
Sucht euch jemand aus, dem ihr Danke sagen wollt, Mut machen und stellt ihm/ihr oder ihnen eine Du-bist-ein-Held-für-mich-Urkunde aus.
Eine Vorlage zum Ausdrucken findet ihr in den Basteltipps für Familien. Oder ihr gestaltet selber was.
Gebt die Urkunde an eure Helden – klebt sie mit Tesafilm an die Tür (zumindest so lange wir noch raus können), scannt sie ein und schickt sie per Mail oder Handy oder veröffentlicht sie auf Facebook oder Instagram.

Lesung aus dem ersten Buch Samuel, Kapitel 16,1b.6-7.10-13b

Auch wenn sich „Held“ echt cool anhört, ist es natürlich nie „einfach“ ein Held zu sein. Viele Heldengeschichten erzählen, dass der Held ganz allein ist, sich die Sache überhaupt nicht zutraut, sich einfach nur ganz normale Zeiten wünscht. So geht es uns heute allen auch – wir bleiben zu Hause, um andere zu schützen. Finden das aber gar nicht so einfach, manchmal extrem anstrengend, fragen uns, wie wir das durchhalten sollen unsere Freunde und Verwandten wochenlang nicht zu treffen. Wir wünschen uns einfach die ganz normalen Zeiten zurück statt Helden sein „zu müssen“.
In der Bibel gibt es auch sehr viele Heldengeschichten. Im heutigen Bibeltext geht es darum, dass einer von Gott als König, als Held für sein Volk ausgewählt wird. Er und auch sonst niemand rechnet damit – und keiner fragt ihn, ob er ein Held und König sein will. Schließlich ist es völlig unwahrscheinlich, dass er als Held geeignet wäre. Und trotzdem, genau ihn sucht Gott als seinen Helden aus!

Samuel salbte David zum König über Israel

In jenen Tagen sprach der Herr zu Samuel: Fülle dein Horn mit Öl, und mach dich auf den Weg! Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai; denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen. 6Als sie kamen und er den Eliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter. 7Der Herr aber sagte zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz. 10So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten, aber Samuel sagte zu Isai: Diese hat der Herr nicht erwählt. 11Und er fragte Isai: Sind das alle deine Söhne? Er antwortete: Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Samuel sagte zu Isai: Schick jemand hin, und lass ihn holen; wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist. 12Isai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen. David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn! Denn er ist es. 13bSamuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.

Die Fürbitten

Guter Gott, tu traust uns allen zu Helden zu sein, ob dem kleinen David oder uns heute. Held sein ist cool. Aber Held sein ist auch anstrengend.
Wir bitte dich für alle anderen Helden, um uns herum:
Wir bitte für alle Menschen, die gerade rackern, um so viele Menschen wie möglich zu schützen und zu retten.
Bitte gib ihnen Helden-Kraft.
Wir bitten für alle Menschen, die Angst haben, dass alles, was sie sich aufgebaut haben zusammenbricht, dass sie nach der Krise keinen Job mehr haben.
Bitte gib ihnen Helden-Kraft.
Wir bitten für alle Menschen, die gerade richtig krank sind, denen es schlecht geht, die Angst haben, dass sie krank sind.
Bitte gib ihnen Helden-Kraft.
Wir bitte für… (alle einfügen, die euch am Herzen liegen)
Guter Gott, Danke dass du uns zutraust, dass wir Helden sind und immer an unserer Seite bleibst. Wenn wir uns wie Helden fühlen oder wenn wir scheitern, wenn wir zweifeln oder wenn wir super Erfolge feiern.
Amen.

Vater unser

Beten wir zusammen das Vater unser:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Der Segen

Guter Gott, wir bitten um deinen Segen:
Segne uns und behüte uns.
Wenn wir auf einander hocken und nicht immer ganz entspannt sind.
Wenn wir lachen und uns freuen.
Wenn wir helfen und uns unterstützen.
Wenn wir allein sind und Menschen vermissen.
Wenn wir müde sind und gestresst.
Wenn wir das mit dem Heldsein gut hinbekommen.
Und noch mehr, wenn wir so gar nicht heldenhaft sind.
Guter Gott, segne uns und alle Menschen auf unserer kleinen, großen, wunderbaren, kranken, ängstlichen und so starken Welt.
Segne uns, deine kleinen Helden.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.

Ausführlicher, mit Liedvorschlägen, Urkunden zum Download und jede Woche neuen Vorschlägen findet ihr den Sofagottesdienst unter wir-sind-da.online.

Seid gesegnet. Seid Helden – und bleibt zu Hause. Bleibt gesund!

 

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