Begegnung

Pfarrer Paul Kugler verlässt Stuttgart

20 Jahre hat Paul Kugler als Pfarrer an verschiedenen Orten in Stuttgart gearbeitet. Im Herbst wechselt er als Klinikseelsorger nach Bad Mergentheim. „Im Lauf der Jahre sind viele Beziehungen gewachsen. Sicher werde ich noch einige Tränen vergießen“, sagt Kugler. Dennoch freue er sich auf das ökumenische Team in Bad Mergentheim.

Die Frage, warum er sich zum Stellenwechsel entschieden hat, beantwortet Paul Kugler ganz offen. „Ich bin 60 Jahre alt. Als Priester soll ich bis 70 arbeiten. Dann ist noch Zeit, etwas Neues anzufangen.“ Der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Süd mag noch keine Bilanz seiner Stuttgarter Jahre ziehen. „Dafür ist es noch zu früh. Ich muss mich jetzt erst einmal auf die neue Situation einstellen und dann anfangen zu sortieren.“ Im Herbst wird Paul Kugler nach Bad Mergentheim wechseln, wann genau entscheidet sich erst in den nächsten Wochen. „Ich habe hier viele beglückende Erfahrungen gemacht, aber auch schwere und manches hat mich an die eigenen Grenzen gebracht.“

Aufgaben sind gewachsen

Angefangen hat Paul Kugler als Diözesankaplan der Katholischen Studierenden Jugend: „Die Zeit als Jugendpfarrer aht mir sehr geholfen, mich dann auch in der Gemeinde gut zurecht zu finden“, erinnert sich der 60-Jährige. Kugler war von 1991 bis 1998 zusätzlich als pastoraler Mitarbeiter in Stuttgart-Vaihingen tätig. Im September 1998 übernahm er die Leitung der Kirchengemeinden St. Josef im Stuttgarter Süden und St. Antonius in Kaltental, von 2013 an war er zugleich pastoraler Mitarbeiter von St. Maria. Seit 2015 ist Paul Kugler leitender Pfarrer aller drei Kirchengemeinden mit insgesamt 12.000 Katholiken, die seit 2015 zur Seelsorgeeinheit und seit 2017 zur Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Süd gehören. 

Dankbar für das Vertrauen vieler Menschen

Paul Kugler macht keinen Hehl daraus, dass die Aufgaben als Pfarrer beständig gewachsen sind und zum Beispiel die Gremienarbeit und Verwaltungsaufgaben einen immer größeren Raum einnehmen. Zugleich hat sich das Gemeindeleben in den vergangenen Jahren stark gewandelt. „Die Bindung der Menschen an die Gemeinde ist nicht mehr so stark. Die Gemeindekerne, die aus Christinnen und Christen bestanden, die ganz selbstverständlich sich der Gemeinde zugehörend fühlten, sind sehr geschrumpft.“ Dennoch ist der gebürtige Mengener dankbar, dass er so viele Menschen in den vergangenen Jahren in den Gemeinden begleiten durfte. „Für mich als Seelsorger ist es immer ein unglaubliches Geschenk, wenn ich an den Erfahrungen eines Menschen teilnehmen kann, wenn Menschen erzählen, wie sie ihr tagtägliches Leben meistern und wenn ich spüre, dass Menschen mich in ihr Vertrauen mit hinein nehmen. Es sind ja vor allem auch die schweren Erfahrungen, die man macht, die dann auch das Leben prägen“, so Paul Kugler.

In Bad Mergentheim wartet ein ökumenisches Team

Auch wenn dem Pfarrer der Abschied schwer fällt, freut er sich auf seine neuen Aufgaben in Bad Mergentheim, wo er im Caritas-Krankenhaus in der Klinikseelsorge tätig sein wird. Paul Kugler freut sich auf die Arbeit im ökumenischen Team. „Die Arbeit im Krankenhaus ist geprägt von der täglichen Begegnung mit Krankheit und Sterben. Es ist aber auch eine Arbeit, in der die Seelsorge ganz im Vordergrund steht."

Kugler ist in Mengen (Dekanat Bad Saulgau) geboren. Er studierte in Tübingen und Rom Theologie und wurde 1987 in Weingarten zum Priester geweiht. Seine Vikarszeit verbrachte er in Bettringen und Kornwestheim.

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