Sonstiges

St. Stefan wird zum Ort für Bücher und Kultur

Die Kirche St. Stefan ist Ende des vergangenen Jahres profaniert worden. Eingezogen ist die Buchhandlung „Buch und Spiel“, die sich als Begegnungszentrum für den Stadtteil versteht. Im Kirchenraum sind Altar, Tabernakel und Ambo zurückgeblieben, die alle Besucher an das Gotteshaus erinnern. Die Inhaberin der Buchhandlung legt Wert darauf, einen würdigen Rahmen zu schaffen. „Was in dem Raum ist, hat unsere Kultur und damit auch uns geprägt“, sagt Marie-Luise Zeuch.

Am Ende des Profanierungsgottesdienstes Ende Dezember hat die Gemeinde das Kreuz aus der Kirche getragen – als sichtbares Zeichen dafür, dass St. Stefan kein geweihter Ort mehr ist. Im Kirchenraum sind Altar, Tabernakel und Ambo zurückgeblieben, die alle Besucher der Buchhandlung an das Gotteshaus erinnern. „Es ist wunderbar, dass diese sakralen Gegenstände bei uns sind, uns ist es wichtig, einen würdigen Rahmen hierfür zu schaffen. Was in dem Raum ist, hat unsere Kultur und damit auch uns geprägt“, sagt die Lektorin, Verlagsgründerin und Inhaberin der Buchhandlung „Buch und Spiel“, Marie-Luise Zeuch. Der 64-Jährigen ist es ein Anliegen, nicht nur Buchhandlung zu sein, sondern ein Begegnungszentrum für den Stadtteil. „Ich mache die Tür weit auf und begrüße auch Menschen, die Ruhe suchen, die eine halbe Stunde Zeit für sich brauchen oder die nur ein bisschen Stöbern möchten.“

Ein Ort der Begegnung für Familien

„Auch wenn der Abschied von der Kirche schwer gefallen ist, freuen wir uns, dass St. Stefan zu einem Ort der Literatur, Musik und Kultur und zu einem Ort der Begegnung für Familien geworden ist“, sagt Werner Laub, der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang, zu der St. Stefan gehört. Der Theologe sieht die Kirche St. Stefan als Ort der Kultur und der Begegnung. „Für mich ist ,Buch und Spiel´ eine Bereicherung für das benachbarte Familienzentrum und das Kinderhaus St. Stefan.“ In der Buchhandlung werden beispielsweise Spielenachmittage für Kinder und Erwachsene, Bilderbuch-Lese-Nachmittage, Konzerte und Lesungen angeboten. Auch der Stuttgarter Autor Hanns-Josef-Ortheil war schon mit seinem Buch Glaubensmomente zu Gast in der Buchhandlung in St. Stefan. „Wir haben als Gemeinde lange nach einer Lösung für die Kirche gesucht und sind froh, einen guten Weg gefunden zu haben“, so Werner Laub.

St. Stefan wurde als Filialkirche gegründet

Die Kirche St. Stefan ist 1976 als Filialkirche von St. Elisabeth eröffnet worden mit dem klaren Ziel, die größte katholische Gemeinde im Stuttgarter Westen zu entlasten. In dem Wohngebiet nahe dem Westbahnhof lebten damals viele Katholiken, die die Kirche, Gemeindezentrum und den Kindergarten dankbar annahmen. „Viele Jahrzehnte lang gab es in St. Stefan ein reges Gemeindeleben, nicht nur das Stefansfest war legendär“, erzählt Pfarrer Laub. In den vergangenen Jahren aber zogen viele junge Familien ins Umland und die Gemeinde wurde immer kleiner. Zuletzt waren die Gottesdienste in St. Stefan nur mehr spärlich besucht, so dass der Kirchengemeinderat von St. Elisabeth vor drei Jahren entschied, dort keine Gottesdienste mehr anzubieten.

 

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