Dekanewahl

Stadtdekan Christian Hermes im Amt bestätigt

Die Wahlversammlung des katholischen Stadtdekanats Stuttgart hat Mitte Dezember den 48 Jahre alten Dompfarrer Christian Hermes in seinem Amt als Stadtdekan mit deutlicher Mehrheit bestätigt. „Ich bin für dieses gute Wahlergebnis sehr dankbar. Wir hatten in den vergangenen Jahren eine Reihe von Problemen zu bearbeiten und schwierige Reformschritte zu schaffen. Insofern kann ich mich über diese starke Bestätigung des gemeinsamen Weges nur freuen", so Hermes. Die Einsetzung des Stadtdekans und seiner Stellvertreter Matthias Haas, Werner Laub und Michael Heil findet im Rahmen eines Gottesdienstes mit dem Generalvikar Clemens Stroppel am Sonntag, 27. Januar, um 12 Uhr in St. Eberhard statt.

Zur Wahl standen auch die Stellvertreter. Als stellvertretende Stadtdekane in ihrem Amt bestätigt wurden der 47 Jahre alte Werner Laub, leitender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang sowie der 54 Jahre alte Matthias Haas, Pfarrer und Leiter der katholischen Hochschulgemeinde Stuttgart. Neu in das Team der Stellvertreter gewählt wurde der 42 Jahre alte Michael Heil, Pfarrer der Gemeinde St. Georg. Alle drei bedankten sich herzlich für das ihnen entgegengebrachte Vertrauen. Michael Heil hatte sich in seiner Bewerbungsrede als „Stuttgarter Kind“ präsentiert. Er ist in den vergangenen Jahren in vielen unterschiedlichen  Stuttgarter Gemeinden tätig gewesen. „Ich kenne schon jetzt das Innenleben vieler Gemeinden und richte den Blick gerne weit über St. Georg hinaus. Ich freue mich auf die neuen Aufgaben in der Stuttgarter Stadtkirche.“

Pfarrer Michael Heil ist neu im Team der Stellvertreter

Auf seine zweite Amtszeit freut sich Christian Hermes, der seit 2011 das Amt des katholischen Stadtdekans von Stuttgart innehat. Er ließ in seiner Bewerbungsrede vor der Wahlversammlung die vergangenen sieben Jahre Revue passieren, in denen viele schmerzhafte und schwierige Entscheidungen zu treffen gewesen waren. Angesichts der erdrückenden Kosten für den Unterhalt und die Sanierung kirchlicher Gebäude, hatten sich die Gemeinden und der Stadtdekanatsrat auf eine Immobilienbewertung verständigt. Mit Unterstützung des Stadtdekanats werden seither nur mehr die Gemeindehäuser saniert, die als zukunftsfähig eingestuft werden.

Viele schmerzhafte Entscheidungen getroffen

Die 42 katholischen Gemeinden in Stuttgart haben zudem viele solidarische Entscheidungen getroffen, um die Entwicklung von so genannten Schwerpunktorten, von denen die Stadtkirche insgesamt, aber nicht mehr nur einzelne Gemeinden profitieren, überhaupt erst möglich zu machen. Dazu zählen das Jugendpastorale Zentrum YouCh, das Spirituelle Zentrum Station S, das im nächsten Jahr in St. Fidelis im Westen eröffnen wird, sowie das Zentrum für Trauerpastoral, das in Degerloch in enger Anbindung an das Hospiz in den nächsten Jahren entstehen soll. „Wir mussten uns im buchstäblichen Sinn sanieren, damit wir lebendig bleiben. Da gab es auch schmerzhafte Entscheidungen“, sagte Hermes nach der Wahl. Gewählt wurde der 48-Jährige, der den päpstlichen Ehrentitel Monsignore trägt, mit 98 von 113 anwesenden Stimmen (87 Prozent).

Stuttgarter Kirche steht vor großen Herausforderungen

Im Blick auf die folgenden Jahre sieht Christian Hermes die katholische Stadtkirche vor großen Herausforderungen. Angesichts steigender Austrittszahlen und immer neuer Enthüllungen um sexuellen Missbrauch von Klerikern müsse die Kirche vor Ort alles in ihrer Macht stehende tun, um das Vertrauen der Menschen zu behalten oder wieder zu gewinnen. „Wir müssen uns vor Ort bewähren: in der Seelsorge, im Gottesdienst, in den sozial-karitativen Einrichtungen, in zeitgemäßen Angeboten der Glaubensvermittlung und in unserem Beitrag zu einem guten und gedeihlichen Leben in Nachbarschaft und Stadtteil.“ Dazu trügen auch die vielen Standortentwicklungen bei, zu denen auch die am zweiten Advent geweihte Kirche St. Peter auf dem Memberg in Bad Cannstatt zählt, die auch eine Kindertagesstätte und das Gemeindezentrum vereint und zudem noch die Nähe zu der Behinderteneinrichtung St. Damiano bietet.

Vor allem Berufseinsteiger treten aus

Bei der Beurteilung der aktuellen Lage der Kirche fand Stadtdekan Christian Hermes deutliche Worte: „Es muss uns mit allergrößter Sorge erfüllen, wenn gerade junge Erwachsene, die ins Berufsleben eintreten mit einer drei- bis vierfach höheren Häufigkeit aus der Kirche austreten als andere Altersgruppen.“ Ebenso müsse es beunruhigen, dass die Austrittsquoten in den vergangenen Jahrzehnten angestiegen seien und bei jedem Ärgernis und Skandal ein höheres Niveau erreichten, das sich dann verfestige. „Es ist schon lange kein mutiger Schritt mehr, aus der Kirche auszutreten, aber es ist inzwischen ein Bekenntnis, das einem im Freundes- und Kollegenkreis Hohn und Spott einbringen kann, dabei zu bleiben“, stellte Stadtdekan Hermes fest. Umso wichtiger sei es, in der Stuttgarter Kirche zu zeigen, dass Kirche im Konkreten, im Kleinen und vor Ort viel Gutes leiste.

Der Gottesdienst zur Einsetzung der Stadtdekane ist:

Sonntag, 27. Januar, 12 Uhr Domkirche St. Eberhard

Kennen Sie unseren Newsletter?

Wir informieren Sie gerne über unsere aktuellen Themen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.

ANMELDEN