St. Elisabeth

Startschuss für Großprojekt

Mit einem Baggerbiss hat nach acht Jahren Planung und Vorbereitung der Abbruch des Gemeindezentrums der katholischen Gemeinde St. Elisabeth begonnen. An seiner Stelle in der Schwabstraße 74 soll bis zum Jahr 2021 ein Neubau entstehen. „Es ist das größte Projekt derzeit im Stadtdekanat“, sagte Alexander Schmidt, der Leiter der Abteilung Bauen und Liegenschaften im kirchlichen Verwaltungszentrum. Die katholische Kirche investiert insgesamt rund zwölf Millionen Euro in den Neubau, der neben dem Gemeindezentrum auch 13 Wohnungen umfasst.

In der Schwabstraße im Westen entsteht ein Haus der Katholischen Kirche für den Stadtbezirk mit großen Glasfronten. © Glück+Partner

Auf den Abbruch folgen nun die Einrichtung und der Aushub der Baugrube. Bis zum Jahresende soll die Baugrube fertig eingerichtet sein, so dass im neuen Jahr das Fundament ausgehoben wird und der Rohbau beginnen kann. Wie Martin Graf, der Leiter des Bauausschusses der Gemeinde, erklärte werde das Abbruchmaterial fast zu 100 Prozent durch die Firma „feess“ recycelt, zum Beispiel als Beton. „Das Gemeindehaus wird also bleiben, nur in anderer Form“, sagte Graf. Was den Neubau architektonisch auszeichnet, ist zum einen die großzügige Glasfront zur Straße hin, zum anderen der braunrote Klinker, der sich in die angrenzenden Bauten gut einfügt und der auch an die zugehörige Kirche St. Elisabeth am Bismarckplatz erinnert.

Raum für 13 Wohnungen

Mit dem Gemeindezentrum wird die gründerzeitliche Häuserzeile an der Schwabstraße komplettiert. Mit dem Neubau schafft die katholische Kirche nicht nur ein Stadtteilzentrum, sondern auch 1750 Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum in einem Innenstadtbezirk. Im zweiten bis fünften Stock des Neubaus entstehen insgesamt 13 Mietwohnungen, die von Zweieinhalb-Zimmern bis zu Fünfeinhalb-Zimmern für Familien reichen. „Es bietet sich bei dem Wohnungsmangel in Stuttgart an, den Platz nach oben für Wohnungen zu nutzen“, sagte Werner Laub, stellvertretender Stadtdekan und leitender Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang.

Der Grund für den Neubau sei sowohl Platzbedarf als auch die Sanierungsbedürftigkeit des Gebäudes gewesen, erklärte Laub. Wie Gebietsarchitektin Andrea Haag erläuterte, bleiben die Bäume im Hof bestehen, sie sind zur Erhaltung bereits mit einem Wurzelschutz versehen worden. Insbesondere für den Kindergarten St. Elisabeth werden die zukünftigen Grünflächen mit Sträuchern und Beeten sowie großzügiger Spielfläche angelegt.

Von den Investitionskosten fließen rund vier Millionen Euro in das neue Gemeindezentrum, die weiteren acht Millionen Euro in den Wohnungsbau. Die Gemeinde St. Elisabeth ist mit rund 9500 Katholiken die größte katholische Gemeinde in Stuttgart. Sie ist Teil der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang mit 17 500 Katholiken.

Offen für Kulturveranstaltungen

Gebaut wird nach den Plänen der Stuttgarter Architekten Glück+Partner, die den Wettbewerb bereits im Jahr 2012 für sich entschieden haben. Da die Kirchengemeinde mit ihren Gruppen und Aktivitäten allein nicht alle Räume befüllen kann, soll das Haus bewusst für Kulturveranstaltungen, für Vereine, für soziale Angebote geöffnet werden. Angeordnet sein werden die Gemeinderäume auf zwei Ebenen: im Erdgeschoss der Gemeindesaal mit Foyer und Küche, im ersten Obergeschoss der Jugendraum, die Gruppenräume und ein kleiner Saal.

Beim Baggerbiss dabei

Den Beginn der Abrissarbeiten beobachteten am 28. Oktober Pfarrer Werner Laub, Bauabteilungsleiter Alexander Schmidt, Gebietsarchitektin Andrea Haag, Martin Graf, Leiter des Bauausschusses der Kirchengemeinde, Brigitte Graf-Isengard, Gewählte Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde, Robert Müller, Mitglied des Bauausschusses sowie Jochen Hartmann, Teamleiter der Baufirma Gottlob Rommel und Polier Reiner Hörz.

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