Degerloch

Umbau von Mariä Himmelfahrt soll zügig beginnen

Für das geplante Zentrum für Trauerpastoral sollen bis 2021 sowohl die Kirche Mariä Himmelfahrt als auch das Pfarrhaus in Degerloch renoviert werden. Der Kirchengemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung ohne Gegenstimmen ein pastorales und räumliches Konzept für den Umbau verabschiedet. Angestrebt wird ein Architektenwettbewerb Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres.

Die im Oktober 1926 geweihte und zuletzt Anfang der 1970er Jahre umgebaute Kirche Mariä Himmelfahrt ist in die Jahre gekommen. Nicht nur Beleuchtung und Heizung müssen erneuert werden, die Liste der anstehenden Arbeiten ist lang. Außerdem sollen Altar und Ambo erneuert werden. Da die Kirche Mariä Himmelfahrt in Zukunft nicht nur Gemeindekirche sein, sondern auch von dem Zentrum für Trauerpastoral genutzt werden soll, berücksichtigt das pastorale und bauliche Konzept sowohl die Bedürfnisse der Gemeinde als auch die Erfordernisse des geplanten Zentrums.

Die Gemeinde und das künftige Zentrum nutzen die Kirche

Die Kirche soll mit der Renovierung so ausgestaltet werden, dass sowohl Eucharistiefeiern der Gemeinde als auch besondere liturgische Feiern und Veranstaltungen des Zentrums für Trauerpastoral möglich sein werden. Deshalb ist beispielsweise eine flexible Bestuhlung vorgesehen, so dass Feiern in großer Gemeinschaft, aber eben auch in kleinerer Runde nach der Renovierung gut möglich sind. Wichtig auch: Das von Wilhelm Geyer gestaltete Altarmosaik soll erhalten bleiben und einen zentralen Platz auch in der renovierten Kirche bekommen. Bernhard Bayer, der Gewählte Vorsitzende, ist froh über die Entscheidung des Kirchengemeinderats, die er als wichtigen Schritt in der Umsetzung ansieht: „Wir arbeiten vertrauensvoll zusammen, deshalb ist jetzt ein für beide Seiten gutes erstes Konzept entstanden.“ Seine Vision ist es, dass in der renovierten Kirche niemand mehr fragen wird, „bist du aus der Gemeinde oder aus dem Trauerpastoralen Zentrum, weil wir ganz konkret erleben, dass die umgestaltete Kirche und das neue Angebot für beide Seiten eine Bereicherung darstellt.“

Umbau der Kirche hat Priorität 

Das Konzept sieht außerdem vor, dass sich die Kirche zum Friedhof hin öffnen soll. Der Außenbereich soll den Gemeindemitgliedern und den Besuchern des Zentrums als ruhiger Ort zum Verweilen offen stehen. „Der inhaltliche Bezug der Kirche zu Tod und Trauer soll durch eine sichtbare und begehbare Verbindung zwischen Kirche und Friedhof hergestellt werden“, ist in dem Konzept zu lesen. Bestandteil der weiteren Planungen für das Trauerpastorale Zentrum ist zudem ein Kolumbarium im Außenbereich. In der ursprünglichen Konzeption war noch ein Kolumbarium im Innenraum der Kirche vorgesehen, das sich allerdings als nicht realisierbar erwiesen hat und deshalb auch nicht weiter verfolgt wird. Für alle Beteiligten – die Kirchengemeinde, das Stadtdekanat und das Hospiz St. Martin – haben der baldige Umbau der Kirche Mariä Himmelfahrt und die weitere inhaltliche Konzeption des Zentrums für Trauerpastoral Priorität. „Wir haben im Jahr 2011 die erste Veranstaltung zum Umbau der Kirche gemacht und sind froh, dass der Beginn jetzt in greifbare Nähe gerückt ist“, sagt Bernhard Bayer. Das Kolumbarium im Außenbereich soll diesen nicht verzögern. „Wir planen das Kolumbarium im Außenbereich weiter mit. Vielleicht ergeben die weiteren Prüfungen, dass es erst in einem späteren Bauabschnitt realisierbar ist. Das müssen wir sehen. Jedenfalls wollen wir nicht, dass die Frage nach dem Kolumbarium den Umbau der Kirche und die Errichtung des Zentrums für Trauerpastoral zeitlich nach hinten verschiebt. Die Gemeinde wartet schon sehr lange auf die dringend nötige Renovierung ihrer Kirche“, sagt Stadtdekan Christian Hermes.

Kolumbarium im Außenbereich ist Bestandteil der Planungen 

Warum für das Zentrum für Trauerpastoral ein Kolumbarium dennoch weiter Bestandteil der Planungen ist, erklärt Margit Gratz, die Leiterin des Hospizes St. Martin, die auch für die inhaltliche Konzeption des Zentrums für Trauerpastoral verantwortlich ist. „Wenn wir in der Bestattungskultur und -pastoral aufbrechen und Meilensteine setzen möchten, dann tun wir uns leichter, wenn wir als Kirche auch ein Kolumbarium anbieten können.“ Mit einem Kolumbarium im Außenbereich der Kirche werde die theologische Idee, dass Lebende und Tote zusammenkommen,  baulich sichtbar gemacht. Aber auch für Margit Gratz hat der Umbau der Kirche derzeit Vorrang.

Was verbirgt sich hinter dem Zentrum für Trauerpastoral?

Im Zentrum für Trauerpastoral sollen neue Angebote entwickelt werden, die Menschen bei Trauer- und Bestattungsfragen unterstützen. Neben Beratungsleistungen soll auch eine ambulante Trauerbegleitung in Fortführung zu den bestehenden Angeboten im Hospiz St. Martin angeboten werden. Auch Trauer- und Gedenkliturgien sollen weiterentwickelt werden. Geplant ist zudem, Informations- und Bildungsveranstaltungen für Menschen anzubieten, die beruflich mit dem Thema Trauer zu tun haben, etwa für Sozialarbeiter, Ärzte oder Klinikseelsorger. Die Veranstaltungen und Gruppen werden weiterhin im Hospiz stattfinden, aber eben auch in der Kirche Mariä Himmelfahrt und dem dazugehörigen Pfarrhaus.

Einladung zur Gemeindeversammlung am 4. Juli

Das Konzept wird der Gemeinde und allen Interessierten am Donnerstag, 4. Juli, in einer Gemeindeversammlung in der Kirche Mariä Himmelfahrt vorgestellt. Beginn ist um 19.30 Uhr. Für Margit Gratz und Bernhard Bayer ist es wichtig, die Gemeindemitglieder gut zu informieren und auch offen zu diskutieren. „Das sind große Schritte, die wir als Gemeinde machen. Bisher haben wir die Kirche immer alleine genutzt, künftig wird dort auch das Zentrum für Trauerpastoral beheimatet sein. Natürlich ist eine solche grundlegende Veränderung auch mit Ängsten verbunden. Aber es ist wichtig zu sehen und auch deutlich zu machen, dass das Zentrum für uns als Gemeinde große Chancen bietet“, sagt Bernhard Bayer. Auch Margit Gratz als Vertreterin von Hospiz und Zentrum für Trauerpastoral ist davon überzeugt, dass sich Gemeinde und das künftige Zentrum bereichern werden. „Wir bauen in Degerloch etwas ganz Neues auf, das es in Stuttgart und der Region in dieser Form noch gar nicht gibt.“

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