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Das Hospiz bekommt eine neue Leitung. Foto: Schiller

Margit Gratz wird neue Hospizleiterin

Angelika Daiker verabschiedet sich nach 22 Jahren Hospizarbeit

Die Theologin, promovierte Humanbiologin und Mathematikerin Margit Gratz übernimmt im Oktober die Leitung des katholischen Hospizes St. Martin in Degerloch. Die 45-jährige Münchnerin hat in den vergangenen Jahren viel Praxiserfahrung in der Begleitung und Betreuung schwerkranker Menschen gesammelt. Zusätzlich hat die katholische Theologin wissenschaftlich gearbeitet und in dem Feld Spiritual Care promoviert. In Stuttgart wird sie  das Hospiz leiten und den Aufbau des Trauerpastoralen Zentrums in Degerloch koordinieren.

Das Hospiz St. Martin feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Begleitet wird das Jubiläumsjahr von einem Wechsel in der Einrichtungsleitung: Die promovierte Theologin und Palliativ-Care-Fachkraft Angelika Daiker, die das katholische Hospiz aufgebaut und in den vergangenen zehn Jahren geleitet hat, verabschiedet sich. Ihre Nachfolgerin Margit Gratz übernimmt die Einrichtungsleitung am 1. Oktober: „Ich freue mich sehr auf meine neue Aufgabe in Stuttgart. Seit vielen Jahren bin ich ehren- und hauptamtlich in der Hospizarbeit und dem Bereich Palliative Care tätig. Deshalb bin ich mir der interessanten, aber auch der für die Menschen wichtigen Aufgaben bewusst, die mich im Hospiz St. Martin erwarten.“

Tatsächlich hat die 45-jährige Theologin und Humanbiologin viel praktische und theoretische Erfahrung vorzuweisen. In Hamburg leitete Margit Gratz von 2004 bis 2008 das Malteser Hospiz-Zentrum Bruder Gerhard, von 2008 bis 2013 organisierte sie für den Hospizverein Germering in Bayern die Einsatzleitung und palliative Fachberatung und zuletzt entwickelte sie für 23 Seniorenresidenzen der Augustinum gGmbH ein Konzept zur Implementierung von Hospizkultur und Palliativkompetenz. Darüber hinaus wirkte sie beim Aufbau der bundesweit ersten Professur für Spiritualität in der Medizin an der Universität München mit. Spiritual Care ist eine wissenschaftliche Disziplin an der Grenze zwischen Medizin, Theologie und Krankenhausseelsorge. Margit Gratz ist zudem Mitgründerin der Internationalen Gesellschaft für Gesundheit und Spiritualität. Sie ist Mitglied im Vorstand des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes und leistete landespolitische Arbeit beim Caritasverband Bayern. Bevor Margit Gratz hauptberuflich in die Hospizarbeit eingestiegen ist, hat sie ehrenamtlich über viele Jahre als Sterbebegleiterin Erfahrungen gesammelt. Der Stadtdekan Christian Hermes freut sich über die Neubesetzung: „Es hat sich gelohnt, die Netze weit auszuwerfen, um eine Person zu finden, die geistlich und theologisch qualifiziert ist und zugleich kompetent im Bereich von Palliativpflege und Hospizarbeit, die sich theoretisch mit dem sensiblen Thema beschäftigt und zugleich praktische Lebenserfahrung hat. Ich freue mich umso mehr, dass wir Margit Gratz gewinnen konnten, die all das mitbringt. Ich bin zuversichtlich, dass sie unser Hospiz gut weiterführen und das Zentrum für Trauerpastoral im Aufbau begleiten und gestalten wird.“

Zu den künftigen Aufgaben von Margit Gratz gehört neben der Leitung des stationären und ambulanten Hospizes der Aufbau des geplanten Trauerpastoralen Zentrums. Das Trauerpastorale Zentrum soll eine kompetente und verlässliche Anlaufstelle rund um Fragen zu Tod und Trauer werden. Schon jetzt werden Trauernde im Hospiz St. Martin in Trauergruppen und einzeln begleitet, diese wichtigen Angebote sollen weiter ausgebaut werden. Zu den Schwerpunkten des Trauerpastoralen Zentrums wird es auch gehören, liturgische Formen des Abschiednehmens weiterzuentwickeln, um auf diese Weise den Trauernden zu helfen. Für die ersten Monate im Hospiz St. Martin hat sich Margit Gratz vor allem eines vorgenommen: „Kierkegaard hat den Gedanken formuliert, den Menschen dort anzutreffen, wo er sich befindet und dort anzufangen, bevor wir unterstützend für ihn tätig werden. Das gilt auch für Leitungsaufgaben: ,hören vor handeln‘ wird für mich handlungsleitend besonders für die erste Zeit im Hospiz St. Martin sein.“

Margit Gratz startet am 1. Oktober in Stuttgart, Angelika Daiker wird am 26. Oktober offiziell mit einer Andacht in der Domkirche St. Eberhard verabschiedet. Diese beginnt um 18 Uhr, im Anschluss wird im  Haus der Katholischen Kirche gefeiert. Angelika Daiker blickt mit Freude auf die vergangenen Jahre zurück: „Nach 22 Jahren Aufbauarbeit katholischer Hospizarbeit in Stuttgart und zehn Jahren Leitung des Hospizes St. Martin bin ich froh, diese große und verantwortungsvolle Arbeit einer jüngeren und erfahrenen Kollegin übergeben zu können. Sie wird ein gut bestelltes Haus vorfinden mit engagierten, kompetenten Mitarbeitern und wunderbaren Ehrenamtlichen. Ich schaue dankbar zurück auf eine kostbare Zeit und freue mich, von der Leitungsverantwortung befreit, meine Erfahrungen, mein Wissen und meine Fähigkeiten als Seelsorgerin, Theologin, Trauerbegleiterin, Autorin, Tänzerin noch an viele Menschen weitergeben zu können.“

 

(Nicole Höfle, katholisches Stadtdekanat, 8. August 2017)


 
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