Taufe

Geliebt und angenommen

Die Taufe ist das Einstiegssakrament in die katholische Kirche. Ein feierlicher Ritus, der grundlegende Bedeutung hat: Der Täufling ist geliebt und angenommen, nicht nur als Kind seiner Eltern, sondern auch als Kind Gottes. Das Leben, die Seele und die einzigartige Lebensgeschichte wird im Glauben gehalten und gerettet auch über den Tod hinaus. Wer getauft ist, lebt in Gott wie der Fisch im Wasser.

Wasser als sinnliches Zeichen

Paulus hat dies in der ihm eigenen Deutlichkeit so formuliert: Wir sind durch das Untergehen in der Taufe mit Christus begraben, um mit ihm als neue Menschen zu leben und Teil an seinem ewigen Leben zu haben. Ausgehend von der Bußtaufe von Johannes dem Täufer, die Jesus als Geisttaufe aufnimmt, wird die Taufe durch Untertauchen oder Übergießen mit Wasser gespendet. Das Wasser als reinigendes, belebendes, tragendes und lebensnotwendiges Element ist dabei das sinnliche Zeichen des Taufsakramentes. Die Salbung mit dem heiligen Chrisam, das Anlegen des Taufkleides, das Entzünden einer Taufkerze am Feuer der Osterkerze sind ausdeutende Riten in der Feier der Taufe.

In den meisten Fällen werden Kinder bereits im ersten Lebensjahr getauft. Wer ab dem Grundschulalter getauft werden soll oder möchte, erhält seine Taufvorbereitung im Rahmen der Erstkommunionvorbereitung. Jugendliche werden im Rahmen der Firmung auf die Taufe vorbereitet. Erwachsene müssen an einem Glaubenskurs teilnehmen und erhalten gegebenenfalls alle drei Sakramente der Initiation (Taufe, Eucharistie und Firmung) in einer einzigen Feier.

Aufnahme in die Gemeinschaft

Mit der Taufe und den weiteren Initiationssakramenten ist die Aufnahme in die Gemeinschaft der universalen, weltweiten katholischen Kirche verbunden. Im rechtsstaatlichen Sinn gehört dazu gleichzeitig die Mitgliedschaft in der römisch-katholischen Kirche als öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaft. Getaufte gehören, wo immer sie leben, automatisch der Kirchengemeinde und Diözese des Wohnortes an.

KATHOLISCH WERDEN

Auch Erwachsene können sich
taufen lassen

In der Osternacht werden nicht nur Kinder getauft, sondern immer wieder auch Erwachsene. Wer sich im Erwachsenenalter für das Christsein entscheidet, tut dies nicht von einem Tag auf den anderen, sondern nähert sich der katholischen Kirche und ihrer Glaubenspraxis in der Regel erst einmal an. In Glaubenskursen können sich Menschen, die katholisch werden wollen, das ABC des Glaubens aneignen, sie können diskutieren, nachdenken, ausprobieren. Sie erfahren, was es mit dem Alten Testament auf sich hat, wie ein Gottesdienst gefeiert wird, was Sakramente sind.

Glaubenskurse

Häufige Fragen

Für ihr Kind bitten die Eltern um die Taufe und erklären sich bereit, das Kind im katholischen Glauben zu erziehen. Ab dem 10. Lebensjahr ist das Kind dabei anzuhören, ab dem 12. Lebensjahr muss es die Taufe selbst wollen und ab dem 14. Lebensjahr kann es allein entscheiden, um die Taufe zu bitten. Nach deutschem staatlichen Recht ist bei Kindern das Einverständnis beider sorgeberechtigter Elternteile erforderlich. Getauft werden kann, wer keiner anderen Konfession oder Religion (mehr) angehört, sich angemessen auf die Taufe vorbereitet hat und von der Kirche zur Taufe zugelassen wird. Bei älteren Jugendlichen oder erwachsenen Taufbewerbern wird mit der Taufe zugleich die Firmung gespendet, die aber die Zulassung durch den Diözesanbischof voraussetzt.

Der übliche und für die Feier der Taufe als Aufnahme in die Kirche und Gemeinde passende Ort ist die Pfarrkirche am eigenen Wohnsitz. Mit Zustimmung des Pfarrers kann die Taufe aber auch in jeder anderen Pfarrkirche gefeiert werden, nicht aber in Kapellen oder nichtkirchlichen Räumen. Die Taufe kann durch einen Priester oder Diakon gespendet werden, in Ausnahmefällen auch durch einen beauftragten Laien und in Todesgefahr durch jeden Anwesenden,  etwa als Nottaufe bei der Entbindung.

Der erste Schritt ist die Anmeldung beim zuständigen Pfarramt. Dabei wird das Original der Geburtsurkunde oder eine beglaubigte Abschrift benötigt. Bei der Kindertaufe geht der Taufe ein Vorbereitungsgespräch oder ein Taufkurs mit dem Taufspender voraus, der alles Weitere klärt. Die Taufe wird in einer eigenen Tauffeier oder innerhalb einer Eucharistiefeier gespendet, je nachdem auch mit anderen zusammen. In manchen Gemeinden finden die Taufen an festgelegten Terminen statt, ansonsten nach Vereinbarung. Die Taufkerze zu besorgen oder zu gestalten, ist eine passende Aufgabe für die Paten. Ein Taufkleid ist nicht zwingend vorgesehen, aber ein schönes Zeichen, insbesondere wenn ein Kleid verwendet werden kann, in dem schon eines der Elternteile getauft wurde.

Der Täufling muss nicht, aber er sollte einen oder zwei Taufpaten haben. Sie sollten selbst über 16 Jahre alt, getauft und Mitglied der katholischen Kirche sein. Außerdem sollten sie gefirmt sein, da sie in der Taufe versprechen, zur christlichen und katholischen Erziehung und Begleitung im Glauben beizutragen. Dies wird durch den Patenschein nachgewiesen, den die Paten bei ihrem Wohnsitzpfarramt erhalten. Getaufte einer anderen christlichen Konfession können zusätzlich Taufzeugen sein.

Du umschließt mich von allen Seiten und legst deine Hand auf mich.

(Psalm 139, 5)

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