Kirche entwickelt sich weiter

Beschlüsse zu den Next Steps gefasst

Kirche verändert sich. Die Katholische Kirche Stuttgart hat sich mit dem Prozess Next Steps auf den Weg gemacht, Kirche so zu gestalten, dass sie für die Menschen attraktiv ist, aber eben mit deutlich weniger Ressourcen auskommt. Der Stadtdekanatsrat hat in den Sitzungen am 15. Mai und am 15. Juli kontrovers diskutiert und Beschlüsse zu den Next Steps gefasst. Sechs Steps wurden postiv entschieden. Auch auf diözesaner Ebene sind mit "Kirche der Zukunft" und "Räume für eine Kirche der Zukunft" Entwicklungsprozesse in Gang, die sich an vielen Stellen mit den Next Steps zusammenführen lassen. Viele der in den Steps angestrebten Veränderungen brauchen eine Zustimmung und Mitwirkung der Diözese. An dem Stuttgarter Prozess haben sich seit Juli 2024 viele hundert Menschen beteiligt, in Arbeitsgruppen, offenen Formaten, Video-Workshops. Noch bis 30. Oktober sind die Kirchengemeinde- und Pastoralräte zudem aufgerufen, ihre Rückmeldungen zu den vorgeschlagenen Strukturveränderungen zu geben. Auch der diözesane Prozess setzt auf Beteiligung.  

Die Next Steps stoßen viele Veränderungen an, rühren an grundlegenden Fragen, verlassen gewohnte Pfade, stellen bestehende Strukturen in Frage und entwerfen ein neues Bild von Stadtkirche. Entsprechend groß ist der Diskussionsbedarf, dem im Prozess viel Raum gegeben wird. So auch bei den Sitzungen des alten Stadtdekanatsrats am 15. Mai 2025 und des neu konstituierten Stadtdekanatsrats am 15. Juli 2025. In beiden Sitzungen ist kontrovers und lebhaft diskutiert worden. Kontrovers diskutiert wurde zum Beispiel die Frage, welche Bedeutung die Territoralgemeinden in der Kirche der Zukunft haben werden. Strittig waren zudem alle Vorschläge, bei denen es um die Verteilung von pastoralem Personal ging. 

"Bei Next Steps und der guten Beratung im Stadtdekanatsrat geht es um dicke Bretter, dementsprechend wird die Diskussion weitergehen. Angesichts der großen Veränderungsbedarfe werden wir allerdings in absehbarer Zeit zu weitreichenden und vielleicht auch schmerzhaften Entscheidungen kommen müssen", sagt Johannes Reich, einer der Projektleiter der Next Steps. Angela Schmid, ebenfalls in der Projektleitung ergänzt: "Wir sehen die große Chance, dass am Ende des Prozesses eine Kirche steht, die kleiner, kompakter, aber doch glaubensstark und relevant sein wird."

Antrieb für all die Veränderungen und für Entwicklungsprozesse auf Stadt- und Diözesanebene sind die veränderten Rahmenbedingungen, mit der Kirche konfrontiert ist: weniger Mitglieder, weniger finanzielle Mittel und auch weniger Menschen in pastoralen Berufen. Im Mittelpunkt all der Entwicklungsprozesse steht der Mensch: Kirche soll auch in veränderter Form nah an den Menschen sein.

Ein Überblick zu den einzelnen Steps

Im Folgenden informieren wir Sie über den aktuellen Stand zu den einzelnen Steps. In der Sitzung am 15. Mai wurden Beschlüsse zu folgenden Steps gefasst: "Gott ist da", "Kirche anders denken", "Einladend Kirche sein" sowie "Engagement ermöglichen - Strukturen verschlanken". Der neu konstituierte Stadtdekanatsrat hat am 15. Juli 2025 Beschlüsse zu den Steps "Wie wollen wir unseren Glauben feiern? Gottesdienste der Zukunft" sowie "Pastorale Servicequalität und Kooperation angesichts besonderer Lebensereignisse" gefasst. In der folgenden Auflistung finden Sie den jeweiligen Stand der einzelnen Steps. Eine Zusammenfassung aller Steps finden Sie auch in folgender Präsentation.

Die Beschlüsse zu einzelnen Steps

Step Gott ist da - was ist beschlossen?

Der Step "Gott ist da" möchte zum einen spirituell suchenden Menschen eine Landebahn bauen und zum anderen die Menschen an das Fundament von Kirche erinnern: Gott. Befürwortet wird eine Grundhaltung, die die göttliche Präsenz zum Maßstab auch im Umgang mit Menschen macht. Der Stadtdekanantsrat hat in seiner Sitzung am 15. Mai einen Beschluss zum Step "Gott ist da" gefasst, stimmte der Schaffung einer 25-Prozent-Stelle für die weitere Arbeit an dem Konzept allerdings nicht vorbehaltlos zu. Konkret hat das Gremium mehrheitlich die Erprobung dieser Haltung der „Präsenz“ als Grundhaltung der Stuttgarter Kirche befürwortet, die Einrichtung der 25-Prozent-Stelle allerdings soll erst nochmals durch die Dekanatsleitung in Abstimmung mit der Diözese geprüft werden. Auf Antrag wurde über Ziffern einzeln abgestimmt. In der Sitzung wurden einzelne Passagen der Vorlage geändert. Beschlossen wurde folgendes:

Um diese Haltung der Präsenz mit Leben zu erfüllen, soll in weiteren Schritten

1. ein gemeinsamer Suchprozess starten, um zu erproben, was eine Haltung der Präsenz in den einzelnen Tätigkeiten und Handlungsfeldern bedeuten könnte (zum Beispiel in der sozialräumlichen Ausrichtung von Kirche insgesamt, Sakramentenpastoral, Schule, caritativem Handeln, Ehrenamtsbegleitung, Projekte im öffentlichen Raum, Gemeinde …). 

2. Dazu werden Projekte und Experimentierräume gesucht und gefördert, deren Ausgangspunkt der Sozialraum bzw. öffentliche Raum ist. Kirche kooperiert hierzu mit anderen zivilgesellschaftlichen oder kommunalen Partnern. 

3. Übungs- und Erfahrungsräume sollen eröffnet werden, wo eine Haltung der Präsenz (absichtslos, wertfrei, dienend und auf Augenhöhe) eingeübt und erfahren werden kann.

Wie läuft der weitere Prozesses konkret ab?

Nach Ansicht der Step-Verantwortlichen benötigt der Suchprozess eine klarere Struktur und eine verantwortliche Person. Deshalb sollen die Präsenzpastoral an St. Maria, eine Vertreterin von station s und die Profilstelle Junge Erwachsene den weiteren Prozess konkret ausarbeiten und die Ergebnisse dem Stadtdekanatsrat (SDR) wieder zum Beschluss vorlegen. Die Dekanatsleitung wurde vom SDR zudem beauftragt, in Abstimmung mit der Diözese zu prüfen, ob eine Stelle im Umfang von 25 Prozent für den weiteren Prozess eingerichtet werden soll. Der SDR soll dann erneut beraten und beschließen.

Was weiter ausgearbeitet werden soll:

  • Zu erarbeiten, wie diese von uns geteilte Haltung der Aufmerksamkeit für die Präsenz Gottes in den Kirchengemeinden, Gemeinschaften und Organisationen konkret erlebt werden können
  • Kontinuierliche Begleitstruktur verbindlich etablieren, z. B. eine Fachkonferenz
  • Vernetzung: Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden gewonnen und miteinander vernetzt
  • Qualifikation und Inspiration von Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen: Menschen befähigen, Wertschätzung und Stärkung einer Haltung der absichtslosenPräsenz
  • Freiräume schaffen für zweckfreie Begegnungen in den einzelnen Handlungsfeldern und Tätigkeiten
  • Interdisziplinärer Austausch und Kooperation mit der Stadtgesellschaft
  • Konkrete Einübungsorte sind station s und St. Maria als … mit Formaten wie Kontemplation, Achtsamkeit, Spiritualität im Sozialraum (Straßenexerzitien) usw.. Eine Kooperation mit anderen Akteuren in und außerhalb des Stadtdekanats wird angestrebt.

 

Vertiefende Informationen

In der zusammenfassenden Betrachtung aller Steps finden Sie grundlegende Gedanken zu Step Gott ist da (Seite 1-3).

Wer hat mitgewirkt?

Den Step geleitet haben Kirstin Kruger-Weiß aus der Ko-Leitung von station s und Monika Kling-Witzenhausen von der Pastoral Junger Erwachsener. Mitgewirkt an dem Step hat ein Kernteam von zehn Menschen sowie ein größerer Unterstützerkreis.

Was wurde entschieden?

Der Stadtdekanatsrat hat in seiner Sitzung am 15. Mai den Step "Kirche anders denken" mehrheitlich verabschiedet. Abgestimmt wurde in einzelnen Ziffern. Die neugewählten Kirchengemeinderäte/Pastoralräte sind jetzt ausdrücklich aufgefordert, sich in geeigneter Weise mit dem Orientierungsrahmen und seinen Zielen zu befassen. Der Stadtdekanatsrat befürwortet folgenden Orientierungsrahmen:

Welche Grundprinzipien dienen künftig als Orientierungsrahmen?

1. Es gibt lokale Orte kirchlichen Lebens in den Stadtteilen, mit einem sozialräumlich orientierten Profil. Ziel ist es, in jedem Stadtteil einen Ort von Kirche zu erhalten und weiterzuentwickeln, der als Anker- oder Anlaufpunkt für Gemeinschaft, Gottesdienst und Seelsorge sowie zivilgesellschaftliches Engagement dient. Wichtig ist dabei ein klar erkennbares Profil.
2. Es gibt zudem so genannte Knotenpunkte von Kirche, an denen Teams mit pastoralen Hauptamtlichen und Verwaltungskräftten verortet sind; die Anzahl ist an den Ressourcen und den diözesanen Entscheidungsprozessen zu bemessen und wird vom Stadtdekanatsrat festgelegt. Die Knotenpunkte bilden die Transmissionsriemen zwischen den lokalen Orten kirchlichen Lebens und den künftigen Körperschaften.
3. Die Arbeit in den lokalen Orten von Kirche ist ehrenamtlich getragen und gesteuert; zentrale Aufgabe von Hauptamtlichen ist die Unterstützung von freiwillig Engagierten und die Förderung ihrer Kompetenzen.

Was sind die nächsten Schritte in diesem Step? 

1. Die neugewählten Kirchengemeinderäte/Pastoralräte sind aufgefordert, sich in geeigneter Weise mit dem Orientierungsrahmen und seinen Zielen zu befassen.
2. Der Stadtdekanatsrat empfiehlt, die bei einer Umsetzung des Orientierungsrahmens erforderlichen Vereinbarungen in den Kirchengemeinden spätestens im 1. Quartal 2030 zu fassen.
3. Der Stadtdekanatsrat und seine Ausschüsse begleiten den Umsetzungsprozess kontinuierlich.
4. Die Geschäftsstelle des Stadtdekanats begleitet den Umsetzungsprozess.
5. Die Diözesanleitung wird gebeten, die Umsetzung des Orientierungsrahmens zu unterstützen und insbesondere die Zusammenarbeit von pastoralen Mitarbeitenden in Teams an „Knotenpunkten“ zu ermöglichen.

Wo finden sich vertiefende Informationen?

In der Zusammenfassung zu allen Steps werden die lokalen Orte kirchlichen Lebens und auch die Knotenpunkte näher erläutert (Seite 4-5). 

Wer hat mitgewirkt?

Geleitet haben den Step Kai Oßwald, Kirchengemeinderat und stellvertretender Gewählter Vorsitzender des Stadtdekanatsrats sowie Roland Weeger, der Leiter des Katholischen Bildungswerks Stuttgart und des Hauses der Katholischen Kirche. Sie haben drei Modelle zur Diskussion im Stadtdekanatsrat und darüber hinaus gestellt. Es sind zahlreiche Rückmeldungen auch aus den Kirchengemeinden eingeflossen.

Was hat der Stadtdekanatsrat verabschiedet? 

Der Stadtdekanatsrat hat am 15. Mai der Vorlage zu "Einladend Kirche sein" nach einer kontroversen und lebhaften Diskussion einem an einzelnen Stellen veränderten Beschluss zugestimmt. Wesentlicher Teil des Steps ist die Einrichtung von Stellen für Sozialraumorientierung in den Teams, ein entsprechende Stellenprofil wurde erarbeitet. Diese Einrichtung der Stellen soll nach dem Beschluss des Stadtdekanatsrats von der Dekanatsleitung in Abstimmung mit der Diözese nochmals überprüft und dann dem Gremium erneut vorgelegt werden. Zustimmung fanden die Maßnahmen, die eine stärkere Sozialraumorientierung der Mitarbeitenden fördern sollen.

Was ist das Fundament, um einladend Kirche sein zu können?

Das Fundament ist die Offenheit für die Begegnung mit anderen Menschen als Ausdruck einer spirituellen Haltung, die in der persönlichen Beziehung mit Gott gründet und zu anderen führt. Die Begrüßung neuer Gottesdienstbesucher ist eine konkrete Möglichkeit, einladend Kirche zu sein.

Wie sollen Mitarbeitende für Sozialraumorientierung sensibilisiert werden?

1. Für Mitarbeitende im pastoralen und diakonischen Dienst sollen Weiterbildungs- und Trainingsangebote durchgeführt werden, um sozialräumliches Arbeiten einzuüben. Die Diözesanleitung und die vorhandenen Fortbildungsanbieter werden gebeten, dies in ihren Fortbildungsprogrammen und -genehmigungen verstärkt zu berücksichtigen.
2.  Bei der auch im diözesanen Prozess anstehenden Aufgabenkritik in Bezug auf pastorale und diakonische Angebote sollte darüber nachgedacht werden, inwiefern Kirche selbst „Gastgeber“ oder „Organisator“ bei Angeboten ist oder die Kooperation bzw. das Dabei-Sein an anderen Orten im Sozialraum weiterverfolgt wird. Es wird angeregt, die Einrichtungen im Stadtdekanat (Kitas und KiFaZ, an-dere Begegnungsgelegenheiten/-räume) zu nutzen, um im Sozialraum stärker präsent zu sein.
3. Im Anschluss an Next Steps wird empfohlen, Exerzitien im Alltag mit einem Schwerpunkt auf das In-Kontakt-Kommen mit Menschen durchzuführen. Des Weiteren werden Teamentwicklungskonzepte sowie die Beratung durch Supervision empfohlen, die dabei helfen, dass Hauptamtliche Freiräume für zweckfreie Begegnungen gewinnen können.
 

Was verbirgt sich hinter den Stellen für Sozialraumorientierung?

  •  „Einladend Kirche sein“ schließt den Aspekt mit ein, verstärkt den Kontakt und die Zusammenarbeit mit Menschen, Veranstaltungen und Einrichtungen in den Stadtteilen zu suchen. Die Empfehlung, dass es in den Teams vor Ort eine hauptamtliche Stelle gibt, die sich um diese Aufgabe kümmert und als Aufgabe für das gesamte Team präsent macht, soll von der Dekenatsleitung in Abstimmung mit der Diözese noch einmal geprüft werden. Die Stelleninhaber würden dann Teil eines Teams von pastoralen Hauptamtlichen mit örtlicher Zuständigkeit. Eine Stellenbeschreibung wurde bereits erarbeitet und findet sich in dem zusammenfassenden Bericht zu den Next Steps auf Seite 7-8).
  • Die Gesamtkirchengemeinden und die Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache werden gebeten, das vorgelegte Stellenprofil für die Besetzung von Stellen im Bereich der „Weiteren Berufe im kirchlichen Dienst“ einzusetzen.
  • Damit eine Besetzung der Stellen unkompliziert möglich ist, wird die Diözesanleitung gebeten, den Stellenplan so zu flexibilisieren, dass vakante Stellenanteile zusammengefasst und ggf. auch weitere Stellen hierfür eingesetzt werden können, die aufgrund der aktuellen Personal- und Bewerbungssituation nicht durch klassische pastorale Berufe besetzbar sind.

Welche Initiativen im Sozialraum werden zusätzlich weiterverfolgt?

Eine verstärkte Kooperation mit dem Caritasverband Stuttgart in den Bereichen Stadtraumorientierung sowie Weiterentwicklung der Nachbarschaftshilfen wird forciert.

Im Rahmen des diözesanen Prozesses "Räume für eine Kirche der Zukunft" werden die Zukunftsausschüsse gebeten, eine mögliche Nutzung von Räumen anderer Organisationen im Stadtteil/Stadtbezirk zu prüfen. Zudem werden die Ausschüsse aufgefordert, konzeptionell daran zu arbeiten, Räume auch kostenlos Gruppen und Initiativen ohne finanzielle Mittel überlassen zu können.

Wo finden sich vertiefende Informationen?

Das Stellenprofil für Sozialraumorientierung sowie ausführliche Erläuterungen zum Step "Einladend Kirche sein" finden sich in dem zusammenfassenden Bericht zu allen Steps auf Seite 5-8.

Wer hat sich am Step beteiligt?

Den Step geleitet hat Johannes Reich, der Geschäftsführer des Katholischen Stadtdekanats Stuttgart. Im Rahmen des Steps gab es eine Arbeitsgruppe, die das Stellenprofil entwickelt hat. Zudem hat der Pastoralreferent Magnus Meyer seinen Dienstantritt in Vaihingen mit einem Sozialraumcoaching verbunden und dies unter wissenschaftlicher Begleitung auch dokumentiert.

Was hat der Stadtdekanatsrat zu den Strukturen beschlossen?

Der Step zu Stukturen und Engagement hat schon in der Entwicklung und Arbeitsphase zu vielen Diskussionen und einer Petition geführt. Entsprechend lebendig und kontrovers war auch die Beschlussfassung am 15. Mai 2025. Auf Antrag wurde zu einzelnen Ziffern abgestimmt. Beschlossen ist Folgendes: Der Stadtdekanatsrat hat die Vorschläge des Step „Strukturen verschlanken - Engagement ermöglichen“ zur Kenntnis genommen und übergibt diese an die Kirchengemeinde- und Pastoralräte, die Einrichtungen und Organisationen im Stadtdekanat mit der Bitte um Beratung und Rückmeldung. Haupt- und Ehrenamtliche sind aufgefordert, bis spätestens 31. Oktober 2025 ihre Rückmeldung zu den Vorschlägen abzugeben. 

Einen ersten Zwischenbericht zu den Rückmeldungen gab es in der Sitzung des Stadtdekanatsrats am 16. Oktober 2025. Eingegangen waren bis dahin knapp 70 Rückmeldungen von Einzelpersonen, aber auch von Kirchengemeinderäten, anderen Gremien und Gruppen. Stadtdekan Christian Hermes berichtete in der Sitzung, dass eine große Vielfalt erkennbar sein, beispielsweise bei der Frage nach der Zahl und Größe der Körperschaften. Die Spannbreite reiche von einer Körperschaft (Stadtdekanat als eine Kirchengemeinde) bis hin zu 12 Körperschaften, angelehnt an die bestehenden Gesamtkirchengemeinden. Andere Rückmeldungen favorisierten wiederum die Einrichtung von vier oder sechs Körperschaften. Die Befragung ist noch bis 31. Oktober offen, so dass noch weitere Rückmeldungen möglich sind. Zum Jahresende wird es einen Abschlussbericht zu der Befragung geben.  

Wie funktioniert die Rückmeldung?

Alle wesentlichen Informationen zu den Vorschlägen finden Sie hier. Direkt zur Eingabe Ihrer Rückmeldungen gelangen Sie über folgenden Link.  

Welche strukturellen Änderungen werden vorgeschlagen?

  • 1. Die bisherigen Kirchengemeinden sollen zu größeren Körperschaften zusammengeführt werden, die auch an die Stelle der Ebene der Gesamtkirchengemeinden im Stadtdekanat treten. Die zu bildenden Einheiten müssen größer als die bisherigen Gesamtkirchengemeinden/Seelsorgeeinheiten sein bis hin zu einer Zusam-menführung aller rechtlichen Körperschaften im Stadtdekanat in einer einzigen Körperschaft.
  • 2. Im Gebiet der bisherigen Kirchengemeinden als Körperschaften (oder kleinräumiger) sollen Gemeinden und Gemeinschaften im pastoralen Sinn als Kirche im Sozialraum, an profilierten Orten oder für bestimmte pastorale Aufgaben erhalten bleiben. Die Verantwortung für die Wahrnehmung der kirchlichen Sendung in Pastoral, Liturgie, Nächstenliebe und Gemeinschaftspflege soll „Pastoralen Teams“ übertragen werden, die durch den Kirchengemeinderat bestellt oder gewählt, mit einem Budget ausgestattet und durch haupt-amtliche pastorale Mitarbeitende unterstützt werden.
  • 3. Die Anstellungsverhältnisse der Gesamtkirchengemeinden werden auf das Stadtdekanat als gemeinsamen Anstellungsträger übertragen. Ziel ist es, nachhaltig attraktive und bedarfs- und ressourcengerechte Stellen anzubieten und die Wahrnehmung der kirchlichen Dienste sicherzustellen.
  • 4. Die Diözesanleitung wird gebeten, eine zukünftige Stellenplanung der pastoralen Berufe auf das Dekanat als gemeinsamen pastoralen Raum hin auszurichten und sämtliche pastoralen Mitarbeitenden auf das Dekanat hin zu bestellen, sofern nicht aus wichtigem Grund (z.B. Investitur, Leitungsfunktionen) spezifische Ämter oder Aufgaben zugewiesen sind. Rollen und Aufgaben sollen so bestimmt werden, dass die pastoralen Aufgaben verlässlich wahrgenommen und attraktive Aufgabenprofile geschaffen werden können. Dabei sollen pastorale Mitarbeitende in besonderer Weise die Motivation, Unterstützung und Begleitung von freiwillig Engagierten sicherstellen. Die Ausschreibungs- und Anstellungsverfahren sollen vereinfacht und beschleunigt und für Bewerbende aus anderen Diözesen geöffnet werden.
  • 5. Die Diözesanleitung wird gebeten, den Einsatz von nichtpriesterlichen pastoralen Mitarbeitenden in Leitungsaufgaben zu fördern und zu ermöglichen und die Möglichkeit der kollegialen Übertragung des Pfarramtes und der Einsetzung von Pfarrbeauftragten auszuschöpfen.
  • 6. Die Diözesanleitung wird gebeten, Personalmittel im Budget der Hauptabteilung V für pastorale Stellen, die im Stellenplan vorgesehen sind und länger als ein Jahr nicht besetzt werden können, dem Dekanat für die Einrichtung zusätzlicher Profilstellen oder Stellen für Weitere Berufe im kirchlichen Dienst befristet auf jeweils fünf Jahre zur Verfügung zu stellen.
  • 7. Die Ortssatzung des Stadtdekanats Stuttgart soll dahingehend revidiert werden, dass unter Beibehaltung einer proportionalen Vertretung der Kirchenmitglieder im Stadtgebiet und aus den nichtterritorialen Mitgliedern eine Verkleinerung des Stadtdekanatsrats und des Geschäftsführenden Ausschusses erreicht wird und der Verwaltungsausschuss entbehrlich wird.

Wie sollen die "Pastoralen Teams" ausgestaltet sein?

  • „Pastoralen Teams“ können für Gebiete („Gemeinde-Team“), für bestimmte Orte (z. B. einen Sozialraum) oder Angelegenheiten (z.B. Jugendpastoral) gebildet werden.
  • Die Teams werden durch den gewählten Kirchengemeinderat (oder ein Vertretungsgremium oder eine Gemeindeversammlung) berufen. Sie setzen sich aus Mitgliedern des Kirchengemeinderats und anderen Personen aus allen Orten kirchlichen Lebens und ggf. Organisationen im Sozialraum zusammen. Eine hauptamtliche pastorale Person soll jeweils Mitglied sein und die Funktion der "Pastoralen Ansprechperson" übernehmen.
  • Jedes Team hat mindestens drei Mitglieder, von denen eines den Vorsitz und die Koordination übernimmt. Die Teams erhalten definierte pastorale Kompetenzen und ein eigenes pastorales Budget für ihren Bereich. Die Teams berichten an den Kirchengemeinderat, dessen Vorsitzende an den Teams teilnehmen können. Ihnen steht die Infrastruktur der (neu gefassten) Kirchengemeinde sowie die Unterstützung durch das Pfarrbüro zur Verfügung.
  • Die Zuständigkeiten der Pastoralen Teams sind: Gemeinschaft (Gemeinschaftsbildung, Begegnung, Feste, Ansprache von neuen Gemeindemitgliedern); Spiritualität und Gottesdienst (Geistliches Leben, Glauben leben und teilen, regelmäßige Gottesdienste, Wort-Gottes-Feiern); Seelsorge vor Ort (Seelsorge, Trauerpastoral); Katechese (bes. Erstkommunion und Firmung); freiwilliges Engagement (Motivation, Engagement vor Ort); Gemeindecaritas und Pastoral für Zielgruppen (Senioren, Kinder- und Jugendarbeit). Eine Zuständigkeit für Finanzen und Verwaltung ist aus rechtlichen Gründen ausgeschlossen.

Wo finden sich vertiefende Informationen?

Warum eine Verschlankung notwendig ist und wie gearbeitet wurde, erfahren Sie in dem zusammenfassenden Bericht zu Next Steps, Seite 14-19.

Wer hat am Step mitgewirkt?

Die Leitung des Steps haben sich die Verwaltungschefin Regina Neuhöfer und Stadtdekan Christian Hermes geteilt. Alle Interessierten waren zu einem Präsenz-Workshop und zwei offenen Video-Workshops eingeladen. 

Warum eine Verschlankung notwendig ist und wie gearbeitet wurde, erfahren Sie in dem zusammenfassenden Bericht zu Next Steps, Seite 14-19.

Was ist beschlossen?

Der Stadtdekanatsrat hat in seiner Sitzung am 15. Juli 2025 den Step "Pastorale Servicequalität angesichts besonderer Lebensereignisse" beschlossen. In dem Step werden die Lebensereignisse „Sterben – Bestattung – Trauer“ sowie „Firmung“ reflektiert und hieraus Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Pastoral abgeleitet: Im Folgenden stellen wir Ihnen die Ideen vor, die in den beiden Teilsteps entwickelt worden sind und die jetzt umgesetzt werden. 

Was bedeutet mehr Servicequalität anlässlich besonderer Lebensereignisse?

Zentraler Gedanke ist, die Angebote von den Menschen aus zu denken, für die sie gemacht sind und nicht aus den bestehenden kirchlichen Strukturen heraus. Aus der Reflexion über die beiden Themenbereich werden folgende Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Pastoral abgeleitet:

  • Pastorale Zentren und pastorale Schwerpunktorte verstärkt nutzen, weil sie Kompetenzzentren für bestimmte Zielgruppen und Angebote sind
  • Verstärkt Personengruppen in den Blick nehmen, für die das bisherige Seelsorgeangebot nicht mehr aufrechterhalten werden kann, Lücken aufweist oder die Lebenssituation passende Angebote und Prozesse braucht
  • Angebote müssen transparent dargestellt und leicht zugänglich gemacht werden.
  • Anmelde- und Geschäftsprozesse müssen digital stattfinden, z. B. Online-Anmeldung, upload-Funktionen für Dokumente
  • Angebote in den Bezugspunkten der Menschen denken und nicht in territorialer Gliederung von Seelsorge, je nach Thema abhängig von Kirchenmitgliedschaft oder bewusst darüber hinausgehend
  • überschaubare Vorhaben entwerfen, diese ausprobieren und aus der Durchführung lernen
  • kontinuierlicher Prozess des Fort- und Weiterentwickelns, des Ausprobierens und Evaluierens

Was beinhaltet das Modell der kooperativen Firmkatechese?

Dazu gehören ein koordinierendes Kernteam, Wahlmöglichkeit der Firmbewerberinnen und Firmbewerber bezüglich Firmtermin und Vorbereitungsweg ohne Anwesenheitskontrolle, eine gemeinsame Startveranstaltung, gemeindeübergreifende Vorbereitungsmodule, Öffentlichkeitsarbeit. Die Kooperation versteht sich als Angebot für die beteiligten Orte kirchlichen Lebens. Wo keine Kooperation gewünscht wird und vor Ort eine andere Firmpastoral stattfindet, kann dies so weitergeführt werden.
Für die Begleitung des Kernteams wird eine hauptberuflich verantwortliche Person benötigt. Das kann Aufgabe einer Person im pastoralen Stellenpool der Stadtkirche sein und beispielsweise im Jugendpastoralen Zentrum verortet werden.

Was soll sich im Bereich "Sterben-Bestattung-Trauer" ändern?

Der Bereich „Sterben – Bestattung – Trauer“ werden drei Praxisversuchen angestoßen, die folgende Fragestellungen in den Fokus nehmen: 
1. Verbesserung der Sterbebegleitung
2. Verbesserung der zeitnahen Erreichbarkeit der Pfarrbüros für die Bestatter
3. Verbesserung der Vermittlung von Trauerbegleitung nach der Bestattung

An der Umsetzung sollen ein Kernteam, die Leitung der Klinikseelsorge und die Leitung des Stadtdekanats mitwirken.

Wo finden sich vertiefende Informationen?

Die Beschlussvorlage, die am 15. Juli 2025 vom Stadtdekanatsrat beschlossen wurde, finden Sie hier. Ausführungen zur kooperativen Firmpastoral (Seite 9) und den Pilotversuchen (Seite 9-10) finden Sie in dem zusammenfassenden Bericht zu allen Steps.

Wer hat sich am Step beteiligt?

Die Leitung des Teilsteps "Kooperative Firmkatechese" lag beim stellvertetenden Stadtdekan Michael Heil. Die Leitung des Teilsteps "Sterben - Bestattung - Trauer" haben sich die Gemeindereferentin Christine Göttler-Kienzle sowie Britta Bosch, Seelsorgerin für Trauernde im TrauerZentrum geteilt. Es gab mehrere Termine mit offener Beteiligung. 

Wie geht es mit der Umsetzung weiter?

Die Umsetzung des Teilsteps "Sterben - Bestattung -Trauer" und damit die Pilotversuche nimmt das Kernteam in die Hand. Zu diesem gehören die Gemeindereferentin Christine Göttler-Kienzle sowie Britta Bosch, Seelsorgerin für Trauernde im TrauerZentrum und Sabine Mader, die bei der Diözese die Krankenhausseelsorge konzeptionell betreut. 

 

Was wurde beschlossen?

Der neu konstituierte Stadtdekanatsrat hat in seiner Sitzung am 15. Juli 2025 die Beschlussvorlage in abgewandelter Form beschlossen. Der Stadtdekanatsrat begrüßt die Überlegungen des Step eine Stelle "Referentin/Referent für Gottesdienstentwicklung Stuttgart" zu schaffen, beauftragt eine interne Prüfung sowie die Beratung in der Leitungskonferenz und eine nochmalige Einbringung der vorgeschlagenen Maßnahmen in eine der nächsten Sitzungen. 

Beschlossen wurde zudem die Entwicklung eines Austauschformats zwischen Kirchenmusikerinnen, Kirchenmusikern und anderen liturgisch Aktiven oder Interessierten zur Zukunft der Kirchenmusik in der Stadtkirche Stuttgart.

Welche Kriterien hat der Step in den Blick genommen?

Die Weiterentwicklung der Gottesdienstangebote wurde unter drei Richtungen betrachtet:

  •  Qualität: Gottesdienste sind uns wichtig. Sie sollen qualitativ gut, ansprechend, tief gehend sein.
  • Formen: neben der Eucharistie können weitere Formen weiterentwickelt und unterstützt werden.
  • Zielgruppe der Empfehlungen und der Entwicklungsangebote: freiwillig Engagierte und nicht-priesterliche Hauptamtliche, die zukünftig verstärkt die Leitung von Gottesdiensten übernehmen werden.

 

Was sollen die Aufgaben des Referenten/der Referentin für Gottesdienstentwicklung sein?

  • eine professionelle Beratung und Vernetzung für freiwillig Engagierte, die oft eine hohe Bereitschaft zum Lernen und für Fortbildungen zeigen, mit dem Ziel, dass diese selbstständig Gottesdienstangebote übernehmen,
  • die Koordination besonderer Gottesdienste: Planung und Durchführung spezieller Gottesdienste für die Stadtkirche, wie Segensfeiern oder Weihnachtsgottesdienste für bestimmte Zielgruppen,
  • Kontakte und Zusammenarbeit an Orten kirchlichen Lebens: Knüpfen von Kontakten und gemeinsa-mes Arbeiten an Gottesdienstformen und Abläufen,
  • Informationsaustausch und Weiterbildung: Einbringen von Informationen über Fortbildungen und Er-fahrungen Anderer sowie wissenschaftlicher Forschungsergebnisse,
  • die Verbesserung bestehender Angebote: Verbesserung und Vernetzung bereits bestehender gottes-dienstlicher Angebote von Hauptamtlichen.

Woher sollen diese Stellenanteile kommen? 

  • Die Idee ist, die Stelle aus dem pastoralen Stellenpool der Stadtkirche zu schaffen, falls alle pastoralen Mitarbeitenden auf dieser Ebene angestellt sein werden. Dazu ist eine Freigabe durch die Diözese notwendig.
  • Sollte dieses Vorgehen aktuell nicht möglich sein, dann wird die Einrichtung der Stelle aus nicht besetzten Stellen in den Pastoralteams der Gesamtkirchengemeinden (mit beispielsweise je 5%) angestrebt, wobei auch die muttersprachlichen Gemeinden als Beteiligte mitgedacht werden. Die Gesamtkirchengemeinden und die Gemeinden für Katholiken anderer Muttersprache werden gebeten, ihre Beteiligung an der Stelle mit freien Stellenanteilen zu prüfen und zu beschließen

Warum wird zudem noch die Kirchenmusik in den Blick genommen?

Kirchenmusik war einer der am häufigsten genannten Bausteine für einen Gottesdienst. Um die Kirchenmusik auf Zukunft hin auszurichten und Gottesdienste in allen Formen auch musikalisch gestalten zu können, braucht es einen Austausch zwischen Kirchenmusikern und anderen liturgisch Aktiven oder Interessierten. Ein entsprechendes Format wird entwickelt.

Wo finden sich vertiefende Informationen zum Step?

Hier finden Sie die Beschlussvorlage, die am 15. Juli 2025 in den Stadtdekanatsrat eingebracht wurde, die aber mit Veränderungen im Teil 1 beschlossen wurde.

Mehr Informationen zu den Hintergründen und weitergehende Überlegungen finden sich in dem zusammenfassenden Bericht zu den Next Steps auf den Seiten 11-13.

Wer hat sich am Step beteiligt?

Geleitet hat den Step die Dekanatsreferentin Angela Schmid. Es gab eine Arbeitsgruppe Interviews mit Expertinnen und Experten (evangelischer Pfarrer im Projekt „SegensService“, Kirchenmusikerin, Professor für Liturgiewissenschaft), eine digitale Umfrage sowie eine für alle Interessierten offene Videokonferenz.

Diözese geht neue Wege

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart geht neue Wege und reagiert mit dem Prozess „Kirche der Zukunft“ auf die veränderten Rahmenbedingungen. Klares Ziel ist es, weiterhin für die Menschen da zu sein. Neben den pastoralen Strukturen, die größer und schlanker werden müssten, sollen auch die Verwaltungsstrukturen der Diözese auf den Prüfstand gestellt werden. Ein geistlicher Visionsprozess begleitet und unterstützt die anstehenden Veränderungen. Auf der Homepage "Kirche der Zukunft" informiert die Diözese über den Stand des Prozesses. Von September an informiert ein Newsletter über den aktuellen Stand von “Kirche der Zukunft”, eine Anmeldung zum Newsletter ist über folgenden  Link möglich. Eine Zusammenfassung der Entwicklungsprozesse finden Sie hier

Einladung zur Online-Beteiligung

Unter dem Leitthema „Seelsorge in neuen Strukturen“ möchte die Diözese den Dialog mit engagierten Gläubigen und Interessierten öffnen – und lädt zu einer Reihe von Online-Informationsveranstaltungen ein.

Die Veranstaltungsreihe richtet sich an haupt- und ehrenamtlich Engagierte sowie an alle Interessierten. Ziel ist es, nicht nur über die geplanten Veränderungen zu informieren, sondern auch miteinander ins Gespräch zu kommen, Fragen zu beantworten und Anregungen aus der Basis aufzunehmen. Die Teilnahme ist unkompliziert über die Online-Plattform „Zoom“ möglich. Benötigt werden lediglich ein internetfähiges Gerät, eine stabile Verbindung und eine Anmeldung über die Website der Diözese. Die Anzahl der Teilnehmenden ist begrenzt, eine rechtzeitige Anmeldung wird empfohlen.
Die Meetings beginnen jeweils um 18:30 Uhr und dauern etwa 1,5 Stunden. Eine Einwahl ist jeweils ab 18:15 Uhr möglich.

Termine im Überblick

Oktober 2025:

Mittwoch, 1. | Mittwoch, 8. | Dienstag, 14. Oktober | Donnerstag, 23. Oktober

Gibt es einen Beschluss zu "Räume für eine Kirche der Zukunft?

Nein gibt es nicht. Der Beschluss wurde vertagt. In der Beschlussvorlage, die zu einem späteren Zeitpunkt eingebracht werden wird, geht es darum, dass die Daten aus der Immobilienerhebung von "Aufbrechen" auch für den Prozess "Räume für eine Kirche der Zukunft" verwendet werden sollen. Die im Stadtdekanat Stuttgart ab dem Jahr 2015 mit Unterstützung des Büros Kubus 360 entwickelten Standortbewertungen und ermittelten Datengrundlagen sollen fortgelten, insbesondere für das diözesane Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“. Hier finden Sie die Beschlussvorlage, über die der SDR in einer der nächsten Sitzungen beraten wird.  

Wer ist zuständig für den diözesanen Prozess? 

Parallel zu den Next Steps läuft seit Herbst 2024 der diözesane Entwicklungsprozess "Räume für eine Kirche der Zukunft". Als Regionalmanager für das Stadtdekanat Stuttgart zuständig ist Ulrich Krämer, zu erreichen unter folgender E-Mail: ukraemer@bo.drs.de. Er wird in einer der nächsten Sitzungen des Stadtdekanats über den aktuellen Stand berichten. 

Welche Datengrundlagen sollen verwendet werden?

Erklärter Wunsch und Wille des Stadtdekanatsrats ist es, dass im Stadtdekanat Stuttgart die im Rahmen von „Aufbrechen“ ab dem Jahr 2015 mit Unterstützung des Büros Kubus 360 entwickelten Standortbewertungen und ermittelten Datengrundlagen fortgelten, insbesondere für das diözesane Projekt „Räume für eine Kirche der Zukunft“. Festgehalten ist dies in folgendem Beschluss vom 15. Mai 2025. 

Wo finden sich vertiefende Informationen zu "Räumen für eine Kirche der Zukunft"?

Alle Informationen zum diözesanen Prozess finden Sie auf der diözesanen Homepage.

 

Wie geht es weiter?

An den Steps, zu denen Beschlüsse vorliegen (Gott ist da, Einladend Kirche sein, Kirche anders denken, Engagement fördern - Strukturen verschlanken") wird weiter gearbeitet. Alle Beschlussvorlagen sollen jetzt auch in die Kirchengemeinde- und Pastoralräte eingebracht und dort beraten werden, um die Steps weiter in die Breite zu tragen. Die Steps, deren Beschlüsse aus Zeitgründen vertagt werden mussten, werden in die nächsten Sitzungen des Stadtdekanatsrats zur Beschlussfassung eingebracht. Next Steps geht weiter. Schritt für Schritt eben.

Was wird an die Diözese weitergegeben?

Viele der vorgeschlagenen Veränderungen im Stadtdekanat sind nur möglich, wenn auch die Diözese mit im Boot ist, mitwirkt und zustimmt. Auf Ebene der Diözese sind zwei Prozesse in vollem Gange: "Räume für eine Kirche der Zukunft" und "Kirche der Zukunft" Die Ergebnisse aus all diesen Prozessen müssen gut zusammengeführt werden. Wichtig ist zu wissen: Die Diözese war Mitauftraggeber des Prozesses Next Steps. Vertreterinnen und Vertreter der Diözese waren in einer Resonanzgruppe von Anfang an fest in die Next Steps eingebunden. Und natürlich werden jetzt auch alle bereits gefassten Beschlüsse des Stadtdekanatsrats an die Diözesanleitung weitergegeben.

Beteiligung noch bis 30. Oktober 2025 möglich 

Alle Haupt- und Ehrenamtlichen der katholischen Kirche in Stuttgart sind noch bis 30. Oktober aufgefordert, sich an einer Befagung zu den künftigen Strukturen zu beteiligen. Alle wesentlichen Informationen zu den Vorschlägen finden Sie hier. Direkt zur Eingabe Ihrer Rückmeldungen gelangen Sie über folgenden Link.  Die Befragung ist Teil des Steps “Engagement ermöglichen - Strukturen verschlanken”

Welche Wirkung werden die Next Steps haben?

Wichtig bei all den Veränderungern ist natürlich eine Frage: welche Wirkung werden die Next Steps für die Menschen in der Stadt haben? Stuttgarts Stadtdekan Christian Hermes ist überzeugt, dass die Kirche ihre Service-Qualität durch die Steps verbessern wird: "Denn Aufgabe der Kirche ist der Dienst an den Menschen. Deshalb fragen wir: Welche Angebote und Dienste braucht es? Stichwort: Gottesdienste, Beerdigung, Trauerbegleitung, Firmvorbereitung. Und wer macht was mit wem zusammen? Was müssen wir verändern, bündeln, neu denken, um keine Energie zu verschwenden, sondern mit weniger Personal, Geld und Gebäuden den Auftrag der Kirche zu erfüllen? Wie halten wir unsere spirituellen Quellen lebendig in all den Umbrüchen und Veränderungen? Wie stärken wir Kooperation und Vernetzung? Wie verändern sich unsere Gemeinden? Das ganze ist wie ein System-Update, das wir regelmäßig machen müssen, um relevant und aktuell zu bleiben und unserem Anspruch gerecht zu werden, dass wir für die Menschen da sind und ihnen das geben, was sie zurecht von uns erwarten."

FAQs Next Steps

Die aktuelle Dynamik zwingt zum Handeln: Allein in Stuttgart hat die katholische Kirche im Jahr 2023 2.839 Mitglieder durch Austritt verloren, insgesamt jedoch 4.465. Das sind zwei Gemeinden in nur einem Jahr. Es ist davon auszugehen, dass die Austrittszahlen auf Dauer hoch bleiben werden. Weniger Mitglieder heißt immer auch weniger Kirchensteuermittel, mit denen Personal, Kirchen, Gemeindezentren, Kitas, Seelsorge, Angebote finanziert werden müssen. Damit die katholische Kirche in Stuttgart handlungsfähig bleibt, wurde Next Steps auf den Weg gebracht.

Und es gibt weitere Herausforderungen. Seit Jahren entscheiden sich immer weniger Menschen für pastorale Berufe, zum lange bekannten Priestermangel kommt ein Mangel an Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten, Gemeindereferentinnen und -referenten sowie Diakonen. In den nächsten Jahren aber werden viele der jetzigen pastoralen Mitarbeitenden in den Ruhestand gehen. Damit werden auch die personellen Ressourcen geringer. Auch hier muss eine Anpassung erfolgen.

Next Steps ist das Nachfolgeprojekt von "Aufbrechen", dem Kirchenentwicklungsprozess im Stadtdekanat Stuttgart von 2013 bis 2023. "Aufbrechen" wurde evaluiert und Next Steps baut auf die Schlussfolgerungen aus der Auswertung und Evaluation von „Aufbrechen“ auf. Das Projekt denkt die notwendigen nächsten Schritte für die Stadtkirche Stuttgart auf dieser Grundlage und vor dem Hintergrund der vielen aktuellen Krisen vor. Grundfrage ist: Was bedeutet es für uns heute „Kirche“ zu sein?

 

Next Steps baut auf verschiedene Themen, Anforderungen, Entwicklungen, Notwendigkeiten auf, die sich im Laufe der letzten Jahre angesammelt haben. Dazu gehören:

•    pastorale Schwerpunkte der Kirchenentwicklung des Diözesanrats

•    Mitgliederrückgang, Entwicklung Personalsituation, knapper werdende finanzielle Mittel, Situation der Immobilien, Standortbewertungen und bereits begonnener Prozess der Diözese „Räume für eine Kirche der Zukunft“

•    Veränderungen im kirchlichen Engagement und in der Nachfrage bzw. Mitwirkung bei pastoralen Angeboten

•    verantwortungsvoller Umgang mit den (noch) gegebenen Handlungsmöglichkeiten, „Mehr vom Weniger“ als Teil einer Kirche von morgen

•    theologische und spirituelle Chance von Veränderungen  

Sehr viele Aufgaben liegen auf dem Tisch, die meisten sind eher schwierig. Das Stuttgarter Stadtdekanat hat entschieden, sich auf den Weg zu machen und das anzugehen, was möglich ist - mit Motivation und der Überzeugung, dass auf jeden Fall gute Dinge entstehen werden.

Next Steps lebt davon, dass sich viele unterschiedliche Menschen beteiligen und beteiligt haben: Haupt- und Ehrenamtliche aus den Gemeinden und Einrichtungen der katholischen Kirche in Stuttgart, aber auch Menschen, die den Blick von außen haben. Sie haben ihr Wissen, ihre Erfahrungen und Erwartungen in sechs Steps-​Projektgruppen eingebracht. Viele dieser Ideen sind in Beschlüsse eingeflossen die der Stadtdekanatsrat im Mai und Juli 2025 gefasst hat. 

Die Beteiligungsformate in der Arbeitsphase waren so unterschiedlich wie die Themen: Es gab Arbeitsgruppen, Workshops, offene Videotreffen, Vorstellungen in Gremien mit der Bitte um Rückmeldung, Umfragen, Experten-Interviews, Kernteams, die Menschen dazugeholt haben, Unterstützerkreise und regelmäßige Informationen im Stadtdekanatsrat. In vielen Projektgruppen wurden neben Haupt- und Ehrenamtlichen aus der Kirche bewusst auch Menschen von außen mit einer bestimmten Expertise eingebunden.

Aufbrechen war der Kirchenentwicklungsprozess im Stadtdekanat Stuttgart von 2013 bis 2023, der zeitlich etwas früher zum diözesanen Prozess "Kirche am Ort- Kirche an vielen Orten gestalten" stattfand. Viele wichtige Entscheidungen wurden darin getroffen und in den folgenden Jahren umgesetzt. Nähere Informationen zur Evaluation von Aufbrechen finden Sie hier.

 

Ja, dasselbe das Aufbrechen 2013-2023 entwickelt hat: Kirche in der Stadt und für die Stadt.

 

Next Steps ist in erster Linie auf das Stadtdekanat ausgerichtet. Die "Kirche in der Stadt und für die Stadt" entwickelt sich durch Next Steps weiter, hat Ideen, was in verschiedenen Bereichen geschehen könnte, trifft Entscheidungen, was angepackt wird und was nicht, bietet Orientierung in der Krisenzeit, motiviert dazu, sich mit zumindest ausgewählten Themen zu beschäftigten, innovative Lösungen zu beraten und einiges Neues umzusetzen oder Altes zu stärken.

Die Gesamtkirchengemeinden im Stadtdekanat sind an vielen Punkten bei denselben Diskussionspunkten - auch sie können von Next Steps profitieren, sich beteiligen und ihre Gedanken einbringen und die entwickelten Ideen nach Abschluss übernehmen oder ausprobieren.

Die Kirche im Gesamten braucht Initiativen, die neue Ansätze entwickeln. Die katholische Kirche in Stuttgart geht mit Next Steps voran. Für die Stadt Stuttgart ist die katholische Kirche ein wichtiger Player. Wenn Kirche in Stuttgart lebendig bleibt, profitiert davon auch die Stadtgesellschaft.

Die Entscheidung darüber, was im Rahmen von Next Steps umgesetzt wird, hat der Stadtdekanatsrat getroffen, soweit die Befugnisse auf Ebene der Stadtkirche liegen. Die Step-Gruppen haben die Vorlagen erarbeitet. Was am Ende wann und wie umgesetzt werden kann, hängt aber natürlich auch von den Vorgaben der Diözese Rottenburg-Stuttgart und vom kirchenrechtlichen Rahmen ab - und zwar immer dann, wenn Fragen betroffen sind, die auf einer höheren Ebene geregelt sind oder entschieden werden.

Die Diözese hat mit den "Räumen für eine Kirche der Zukunft" und mit der “Kirche der Zukunft” ebenfalls Entwicklungsprozesse angestoßen. Grundlegende Entscheidungen wird der Diözesanrat im November 2025 gemeinsam mit dem Bischof Klaus Krämer treffen. 

Die Diözesanleitung ist über Next Steps informiert und trägt das Entwicklungsprojekt mit. Kirchenentwicklung findet in der Diözese Rottenburg-Stuttgart auf unterschiedlichen Ebenen statt, die jeweils bestimmte Zuständigkeiten haben. Auf jeder Ebene werden pastorale Richtungsentscheidungen durch Gremien beraten und beschlossen. Vertreterinnen und Vertreter des Bischöflichen Ordinariates arbeiten in der Resonanzgruppe und in einzelnen Steps-Gruppen mit.

Ein Pfarrer aus den kroatisch-katholischen Gemeinden hat in der Resonanzgruppe mitgearbeitet. Beteiligung findet auf unterschiedlichen Stufen statt - Information, Teilnahme an Umfragen und Impulse-Geben, Entwicklung und Beratung von Ideen/ Konzepten, Entscheiden. Auf allen Stufen können Stuttgarter Katholikinnen und Katholiken, die ihren Glauben in einer anderen Muttersprache feiern, mitwirken.

Next Steps hat sich mit den Herausforderungen und Veränderungen beschäftigt, mit denen unsere Kirche konfrontiert ist. Dabei geht es um dicke Bretter. Mit Next Steps und im Stadtdekanatsrat stehen wir nun mitten in einer dringend erforderlichen Debatte, die in der gesamten Diözese gerade in Gang kommt und in der wir in absehbarer Zeit zu weitreichenden Entscheidungen kommen müssen. Daher bitte ich darum, dass sich alle in die Debatte einbringen und die bereits beschlossenen Impulse konsequent umsetzen.

Johannes Reich, Projektleiter Next Steps

Warum braucht es die Next Steps überhaupt?

Die Rahmenbedingungen für die Next Steps sind schwierig: Allein im vergangenen Jahr hat Stuttgart 2.440 Mitglieder durch Austritt verloren, insgesamt jedoch 4.031. Das sind zwei Gemeinden in nur einem Jahr. Der anhaltende Mitgliederschwund führt zu geringeren Kirchensteuereinnahmen und damit zu deutlich weniger Ressourcen.

Innovative Konzepte werden gemeinsam erarbeitet

Erschwerend hinzu kommt die Entwicklung in den pastoralen Berufen: Seit vielen Jahren entscheiden sich immer weniger Menschen für den Beruf des Priesters, des Diakons, der Pastoralreferentin/des Pastoralreferenten und der Gemeindereferentin oder des Gemeindereferenten. „Wir müssen mit weniger pastoralen Mitarbeitenden und mit weniger finanziellen Mitteln auskommen. Das ist eine Herausforderung. Wir stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern suchen nach neuen Wegen der Zusammenarbeit, nach innovativen Konzepten, nach Formen, wie sich Gemeinden auch ohne Hauptamtliche gut entwickeln können. Das ist ein spannender und wichtiger Prozess“, sagt Stadtdekan Christian Hermes. Er sieht den diözesanen Prozess "Kirche der Zukunft" als Booster, als Verstärkung für den Entwicklungsprozess Next Steps.

Wir diskutieren, entwickeln, streiten, reflektieren, wählen aus - immer mit dem Ziel "da fällt uns doch was Gutes ein". Und genau das ist uns schon jetzt gelungen! Es zeichnet sich eine Kirche in der Stadt ab, die kleiner, aber zukunftsfähig und einladend sein wird. Wir müssen noch ein paar Schritte gehen, aber schon jetzt ist klar, ohne Next Steps kann die Kirche in Stuttgart den Herausforderungen und Krisen nicht begegnen.

Angela Schmid, Projektleiterin Next Steps

Zu Next Steps und Aufbrechen

Next Steps ist der Nachfolgeprozess zu Aufbrechen, der 2012/13 grundlegende strukturelle Veränderungen, aber auch Neuerungen gebracht hat, die inzwischen weitgehend umgesetzt sind. Gegründet wurden im Zuge von Aufbrechen die zwölf Gesamtkirchengemeinden. Neu entstanden sind beispielsweise das Spirituelle Zentrum station s im Stuttgarter Westen und das TrauerZentrum in Degerloch. Andere Beschlüsse von Aufbrechen sind noch in der Umsetzung, wie etwa die Renovierung der Kirchen St. Nikolaus und St. Maria als. In Aufbrechen wurde das Selbstverständnis, Kirche in der Stadt und Kirche für die Stadt zu sein, ausgebildet. Vor diesem Hiintergrund wollen wir in den nächsten Jahren die nächsten Schritte gehen. Der Entwicklungsprozess Next Steps wird gefördert von der Stiftung Katholische Kirche in Stuttgart und dem Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Kontakt Projektleitung

Angela Schmid und Johannes Reich

Geschäftsstelle Katholisches Stadtdekanat Stuttgart
Königstraße 7, 70173 Stuttgart

Telefon: 0711/ 7050-300

E-Mail: angela.schmid@drs.de und johannes.reich@drs.de
 

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