Wer ohne das Sinnesorgan Ohr zurechtkommen muss, der sieht die Welt oft mit anderen Augen. Gar nicht mehr oder nur noch schlecht hören zu können, ist in vielen Lebensbereichen mit enormen Auswirkungen für die Betroffenen und auch ihre Angehörigen verbunden. Was für die meisten Menschen eine selbstverständliche Gewohnheit ist, kann für Menschen mit Hörbehinderung eine fast unüberwindbare Hürde sein. Einem herkömmlichen Gottesdienst zu folgen ist für sie kaum möglich. Und auch pädagogische Maßnahmen wie Therapien, Beratungen oder seelsorgliche Angebote, die traditionell auf vielen intensiven Gesprächen und einem persönlichen Austausch basieren, funktionieren bei gehörlosen Menschen nicht wie gewohnt.
Um ihnen das Leben zu erleichtern und eine bessere Teilhabe zu ermöglichen, gibt es in der Diözese Rottenburg-Stuttgart schon seit vielen Jahren die Seelsorge bei Menschen mit Hörbehinderungen, die in verschiedenen Regionen tätig ist.
Das Angebot der Einrichtung ist entsprechend vielfältig und auf die speziellen Bedürfnisse der Betroffenen abgestimmt. Neben Gottesdiensten mit Gehörlosen in Gebärdensprache werden beispielsweise Begegnungstage, Wallfahrten, Familienfreizeiten, Besinnungstage mit Kindern oder auch Seniorenfreizeiten für Menschen angeboten, die gehörlos, schwerhörig oder plötzlich ertaubt sind. Dazu berät das Seelsorge-Team Menschen mit Hörbehinderungen und deren Angehörige bei religiösen und persönlichen Fragen sowie bei Problemen aller Art. Sofern es gewünscht wird, kommen die Mitarbeiter der Seelsorge bei Menschen mit Hörbehinderungen auch zu den Betroffenen nach Hause.