Das Foto zeigt eine Gruppe von Diözesanrätinnen und -räten gemeinsam mit Bischof Klaus Krämer im Freien © Diözese Rottenburg Stuttgart

Wie der diözesane Prozess in Stuttgart umgesetzt wird

Gemeinden haben zweimal abgestimmt

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hat mit Kirche der Zukunft einen tiefgreifenden Veränderungsprozess angestoßen. Hintergrund sind die stetig sinkenden Mitgliederzahlen, die zurückgehenden Kirchensteuermittel und immer weniger Menschen, die sich für pastorale Berufe entscheiden. Der Diözesanrat und Bischof Klaus Krämer haben im November 2025 einen Rahmen für die “Kirche der Zukunft” beschlossen. Die Stuttgarter Kirchengemeinderäte waren zweimal gefragt, ihre Vorschläge für den Zuschnitt der künftigen Kirchengemeinden abzugeben. Beim zweiten Votum im September haben sich 24 von 42 Stuttgarter Kirchengemeinden für künftig eine Stuttgarter Kirchengemeinde ausgesprochen. 

Der Diözesanrat und Bischof Klaus Krämer haben im November 2025 folgenden Rahmen beschlossen: Entstehen sollen in der gesamten Diözese 50 bis 80 neue so genannte Raumschaften, die auf dem Weg der Union gegründet werden sollen. Rein rechnerisch ergibt dies für Stuttgart einen Zielkorridor für Stuttgart 2,1 bis 3,3 neue Kirchengemeinden (für 42 Kirchengemeinden bei 80/1020 Kirchengemeinden in der Diözese). Wichtig ist der Diözesanleitung, dass die neuen Raumschaften pastoral sinnvoll „funktionieren“ und Akzeptanz finden. Alle Stuttgarter Kirchengemeinde- und Pastoralräte waren zweimal aufgefordert, zu beraten und ihren Vorschlag abzugeben. Es waren in beiden Fällen Gremienbeschlüsse erforderlich. 

24 von 42 Gemeinden votieren für eine Kirchengemeinde  

Die jüngste Abfrage im September brachte folgendes Ergebnis: Von den 42 gültigen Voten sprachen sich 24 Kirchengemeinderäte für die Bildung einer einzigen, mit dem Stadtdekanat Stuttgart territorial identischen neuen Kirchengemeinde aus. 18 Kirchengemeinderäte sprachen sich für die Bildung von mehreren neuen Kirchengemeinden
aus. Die Vorschläge aus den Stuttgarter Kirchengemeinderäten wurden auf Ebene des Stadtdekanats gesammelt und mit einem Schreiben von Stadtdekan Christian Hermes an die Diözese übermittelt. Über die künftigen Kirchengemeinden entscheiden wird der Diözesanrat gemeinsam mit dem Bischof im November und Dezember. 

Im April noch knappe Mehrheit für vier Kirchengemeinden 

Die Stuttgarter Kirchengemeinden waren wie alle Gemeinden bereits am Frühjahr zu einem ersten Votum aufgefordert gewesen. Das Ergebnis dieser ersten Abstimmung: Zusammengenommen hatten 29 Kirchengemeinden als erste und zweite Priorität für eine Aufteilung in vier Raumschaften gestimmt, während 27 Kirchengemeinden für eine einzige Raumschaft votiert hatten. Die Rückmeldung eines Kirchengemeinderats konnte in die Wertung nicht einbezogen werden, da in diesem Gremium gleich viele Mitglieder für eine wie für vier Kirchengemeinden votiert hatten und daher kein Beschluss zustande gekommen war. Die Ergebnisse dieser ersten Befragung der Kirchengemeinden waren ebenfalls auf Ebene des Stadtdekanats gesammelt und Anfang Mai an die Diözese übermittelt worden zusammen mit einem Votum der Stuttgarter Steuerungsgruppe. Die Steuerungsgruppe votierte bereits im Mai für künftig eine Kirchengemeinde. Während des gesamten Prozesses fanden zahlreiche Beratungs- und Beteiligungformate statt. 

Diözesanrat und Bischof entscheiden über künftige Zuschnitte

Die Entscheidung über die künftigen Zahl und auch die Zuschnitte der Kirchengemeinden liegt beim Diözesanrat und in letzter Instanz bei Bischof Klaus Krämer. Der Diözesanrat wird in seiner Sitzung Ende November 2026 sein Votum abgeben. Die Entscheidung über die neue diözesane Landkarte trifft Bischof Krämer im Dezember 2026. Ab 2027 beginnt die Phase, in der sich die Kirchengemeinden auf Grundlage einer gemeinsamen Gründungsvereinbarung zusammenschließen. Gegründet werden sollen die neuen Kirchengemeinden bis 2030. Die nächste Kirchengemeinderatswahlen sollen bereits in den neuen Strukturen stattfinden.

Mehr Informationen zu den diözesanen Entwicklungsprozessen finden Sie auf der Homepage Kirche der Zukunft  und der Webseite zur  Seelsorge in neuen Strukturen. 

In folgendem Video werden alle Veränderungen verständlich erklärt.  

Ein Video zum aktuellen Stand finden Sie hier. 

Zu den häufigsten Fragen und Antworten gelangen Sie hier 

Mehr über mögliche künftige Leitungsmodelle erfahren Sie in folgendem Video. 

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Verbindung zu den Next Steps

Die (Neu-)Umschreibung der Raumschaften steht mit den „Next Steps“ in Zusammenhang, die in 2025 als nächste Entwicklungsschritte für das Stadtdekanat Stuttgart festgehalten wurden. Denn beide Projekte bearbeiten die gleichen Themenfelder und ergänzen sich wechselseitig. Neben der Verschlankung von Strukturen zielt Next Steps auf die sozialräumliche Wirksamkeit von Kirche in Stuttgart, auf die Unterstützung von ansprechenden Gottesdiensten angesichts zurückgehender Zahlen von Hauptamtlichen und auf die Stärkung von nachgefragten Angeboten. Aktuell startet hierzu beispielsweise ein Pilotprojekt zur Verbesserung der Sterbebegleitung. Außerdem erhalten die Gremien ein Methodenpaket, um – angesichts des bevorstehenden Zusammenschlusses von Kirchengemeinden – Kirche vor Ort vielfältig und anders zu denken.

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