In der neuen Kirche finden sich viele Spuren der alten. Der Jesus am Kreuz, die Marienstatue und der Tabernakel wurden in die neue Kirche integriert. Eindrucksvoll ist das Lichtkreuz, das in die Wand eingebaut worden ist und vor dem der Gekreuzigte seinen Platz gefunden hat – erleuchtet durch das einfallende Licht. Die Bänke aus der alten Kirche finden sich in den neu gestalteten liturgischen Orten, in Altar, Ambo und Taufbecken, wo sich Schwarzstahl und das Holz auf ungewöhnliche Weise mischen. Die Transformation von alt zu neu war eines der Kernthemen des Stuttgarter Architekturbüros a+r, das den Architekturwettbewerb für die Kirche und auch den Kunstwettbewerb für die Gestaltung der liturgischen Orte gewonnen und das den Neubau sowohl der Kirche als auch der umliegenden Neubauten begleitet hat.
Pfarrer Mattes: großartige Atmosphäre und großartige Akustik
Bei der Kirchweihe wird der neue fünfeckige Altar ins Zentrum rücken. An allen fünf Ecken sind Kreuze in den Altar eingearbeitet, auf denen während des Gottesdienstes Weihrauch entzündet wird. Zudem wird Bischof Fürst die Reliquien wieder in den Altar einsetzen. Zu hören sein wird am 16. Juli auch die Orgel, die die Stuttgarter Gemeinde von einer bayrischen Gemeinde gebraucht erworben hat und die ein Orgelbauer an die Verhältnisse in St. Johannes Maria Vianney angepasst hat. „Die Atmosphäre und auch die Akustik in der neuen Kirche ist großartig“, versichert Ludwig-Frank Mattes, der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde St. Johannes Maria Vianney. Auch er freut sich über den Neubau: „Wir haben uns in der Gesamtkirchengemeinde ganz aktuell von einem Gotteshaus getrennt, das wir an die bulgarisch-orthodoxe Kirche verkauft haben. In Mönchfeld konnten wir die Kirche mit dem Neubau erhalten, darüber freuen wir uns sehr, dies eröffnet viele Chancen für die Gemeinde.“ Die Kosten für den Neubau liegen bei insgesamt 3,9 Millionen Euro und damit aufgrund der gestiegenen Baupreise leicht höher als erwartet. Der katholische Stadtdekan Christian Hermes freut sich über die neue Kirche und die Chancen, die daraus entstehen: „Mit dem Projekt Aufbrechen hat sich die Katholische Stadtkirche auf den Weg gemacht, ihre Standorte zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Das Stadtdekanat trägt knapp ein Drittel zu den Kosten von Kirche und Gemeindehaus bei. Darüber hinaus ist das Stadtdekanat Träger der neuen viergruppigen Kindertagesstätte. Deshalb freuen sich alle Stuttgarter Gemeinden mit, wenn die neue Kirche auf dem Mönchfeld geweiht wird.“
Gemeinde engagiert sich in der Quartiersentwicklung
Mit der Kirche neu gebaut wurden die drei umliegenden Gebäude, in denen Seniorenwohnungen, eine Sozialstation und die Kindertagesstätte der Gemeinde St. Johannes Maria Vianney untergekommen sind. Die Senioren konnten bereits im April einziehen, die Kinder der Kita im Mai. Möglich geworden ist die Neugestaltung des Areals durch eine enge Kooperation von Gemeinde, katholischem Stadtdekanat, Caritas Stiftung Stuttgart und der Grötzinger Stiftung. Die Gemeinde verbindet die Kirchweihe bewusst mit einem ersten Quartiersfest, bei dem es nicht bleiben soll. „Als Gemeinde möchten wir uns weit in die Nachbarschaft und den Stadtteil hinein öffnen. Deshalb haben wir regelmäßige Treffen zur Quartiersentwicklung und auch das Quartiersfest angestoßen. Wir wollen Räume für Begegnungen schaffen“, sagt Martina Siegl. An dem Quartiersfest beteiligen sich Caritas, evangelische Kirche, die Mobile Jugendarbeit und Mönchfelder Vereine. Auch das Bezirksrathaus hat die Vorbereitungen unterstützt. Das Quartiersfest beginnt um 12.30 Uhr mit Musik, einem Foodtruck, einem Eiswagen, einer Spielstraße für Kinder sowie einem Quiz für Kinder und Erwachsene. Stadtdekan Hermes unterstützt die große Offenheit der Gemeinde: „Ich danke der Kirchengemeinde, vor allem den Mitgliedern des Kirchengemeinderats, für ihren Mut aufzubrechen, die alten Gemäuer zu verabschieden und etwas Neues zu wagen. Es ist richtig und wichtig, in die Gebäude zu investieren. Diese sollen sich nun mit Leben füllen. Deshalb ist es genau so richtig und wichtig, in die Gemeinschaft und die Beziehungen zu investieren und vernetzt im Stadtquartier aktiv zu sein. Ich bin dankbar, wie die Gemeinde dies nun mit großem Schwung angeht.“
Zum Gottesdienst am 16. Juli
Die Plätze in der Kirche selbst sind bereits durch die Gemeinde und eingeladene Gäste belegt. Wer den Gottesdienst dennoch vor Ort feiern möchte, kann ins Pflegeheim St. Ulrich kommen, wo die Feier im Livestream übertragen und wo auch die Kommunion empfangen werden kann. Wer von zuhause aus teilnehmen möchte, kann den Livestream auf YouTube mitverfolgen. Die Aufzeichung wird auf dem YouTube-Kanal der Gemeinde nach der Feier zu sehen sein. Beim anschließenden Quartiersfest ab 12.30 Uhr reicht der Platz für alle, die mitfeiern möchten.
Patenschaften für Apostelkreuze und für die Orgel
Die Gemeinde finanziert die Orgel und auch einen Teil der Kosten für die Ausstattung der Kirche. Deshalb sind noch Spender für fünf von insgesamt zwölf Apostelkreuzen sowie Paten für Orgelpfeifen gesucht. Die Gemeinde freut sich auf Unterstützung über folgendes Spendenkonto: Da die Bankverbindung alle Gemeinden in der GKG Stuttgarter Madonna umfasst, ist es wichtig die Gemeinde St. Johannes Maria Vianney und den Spendenzweck anzugeben.
Das Spendenkonto der Gesamtkirchengemeinde Stuttgarter Madonna:
IBAN: DE62 6005 0101 0004 3945 92, BIC: SOLADEST600