Live am 24. Dezember

ARD überträgt Christmette aus St. Maria in Stuttgart

Unter dem Titel „So viel Mensch war nie!“ feiert die Gemeinde St. Maria am 24. Dezember 2025, um 23.30 Uhr, die katholische Christmette. Die Menschwerdung Gottes in einer verletzlichen Welt steht im Zentrum des Fernsehgottesdienstes und wird eindrucksvoll durch eine performative Krippe sichtbar, in der ein echter Mensch liegt, eingehüllt in Reispapier. „Wir wollen damit nicht provozieren, aber eben auch nicht wegschauen. Sondern inspirieren“, sagt SWR-Rundfunkpfarrer Thomas Steiger, der den Gottesdienst leitet. Interessierte, die die Messe live vor Ort mitfeiern möchten, sind herzlich eingeladen und werden gebeten, sich bis zum 19. Dezember per E-Mail an kra@drs.de anzumelden.

Katholische Kirche St. Maria im Stuttgarter Süden © Heinz Heiss

Mit St. Maria im Stuttgarter Süden hat das SWR-Team um Thomas Steiger nach langem Suchen den richtigen Ort für die diesjährige ARD-Christmette gefunden. „Eine Kirche, der man ansieht, dass sie bald eine Baustelle sein wird. Ein Stadtviertel, das von großen Gegensätzen geprägt ist, weil dort Kommerz und Armut aufeinanderprallen. Dort wird Gott Mensch - in aller Vielfalt, im echten Leben, in einer verletzlichen Welt“, so der Rundfunkpfarrer. Gemeinsam mit Pastoralreferentin Katharina Leser führt er an Heiligabend durch die Liturgie. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernehmen der Knabenchor Collegium Iuvenum Stuttgart unter der Leitung von Sebastian Kunz sowie Antal Varadi an der Orgel.

Eine Krippe, die atmet

Besonderer Blickfang der Christmette ist die Krippe der jungen Stuttgarter Künstlerin Milena Lorek. Inmitten von Stroh liegt kein hölzernes Jesuskind, sondern ein erwachsener Mensch - eingehüllt in Reispapier, atmend durch einen Strohhalm. In ihrem künstlerischen Konzept beschreibt Lorek ihre verkörperte Krippe als einen „Moment der Ungewissheit“, einen Moment zwischen Sicherheit und Bedrängnis.

Fürbitten aus der Stadt

Vier Stuttgarterinnen und Stuttgarter haben für den Weihnachtsgottesdienst persönliche Fürbitten formuliert. Sie alle sind mit dem Viertel verbunden – durch ihr Engagement, ihren Alltag, ihre Geschichte. 

Eine von ihnen ist Elena Ramírez, die Mitglied der Gemeinde ist und sich bereits seit vielen Jahren ehrenamtlich engagiert. Einmal in der Woche hilft sie in Harrys Bude dabei, Lebensmittel zu retten und zu verteilen. „Mir ist wichtig, dass wir auf die Menschen um uns herum achten, füreinander da sind und miteinander teilen“, betont die 52-Jährige. Da die Fürbitten bereits im Vorfeld aufgezeichnet wurden, geht sie dem Fernsehgottesdienst entspannt entgegen. „Ich mache mir keine Gedanken darüber, wie viele Menschen die Übertragung verfolgen. Ich freue mich einfach auf den Abend und ganz besonders auf den Auftritt meines Sohnes, der im Chor mitsingt.“ 

Neben Ramírez wirken Sara Kiefer, die sich bei den Pfadfinderinnen St. Georg engagiert, Theologin Dorothee Steiof von dem Projekt Präsenzpastoral und Otto Hartmann mit, für den die katholische Kirche im Süden seit Jahren eine wichtige Anlaufstelle ist. „Die Menschen rund um St. Maria haben mir sehr geholfen, mit meiner Sucht klarzukommen“, so Hartmann in seiner Fürbitte.

Im Januar 2026 startet die Renovierung

Die Christmette ist eine der letzten Gelegenheiten, Gottesdienst in St. Maria zu feiern, bevor sie ab Januar 2026 umfassend renoviert wird. Die neogotische Kirche wird einerseits nach den Bedürfnissen von St. Maria als ... und damit einer Kirche der Vernetzung und des Dialogs, andererseits nach den liturgischen Wünschen der Gemeinde umgestaltet. Auch Harrys Bude wird in die Planungen einbezogen. Die Renovierung in der Kirche umfasst Decken, Böden, den Einbau einer neuen Heizanlage, die Erneuerung der Beleuchtung. Vorgesehen ist auch eine neue Ausstattung, die sowohl die liturgischen Orte als auch das Gestühl und die Einbauten umfasst.

Interessierte sind herzlich eingeladen

Rund 200 Menschen können die Christmette am 24. Dezember in St. Maria live mitfeiern. Die Besucherinnen und Besucher werden gebeten, sich bis zum 19. Dezember per E-Mail an kra@drs.de anzumelden und sich warm anzuziehen, da die Kirche nicht beheizt ist. Die Plätze müssen bis 23.15 Uhr eingenommen werden.

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