125 Jahre St. Elisabeth

Ein Ort für Menschen mitten im Leben

Die Kirche St. Elisabeth prägt den Stuttgarter Westen seit mehr als 125 Jahren – architektonisch, gesellschaftlich und spirituell. Mit vielen Veranstaltungen erinnert die Gemeinde an ihre bewegte Geschichte und verbindet sie mit einer Botschaft für die Zukunft. Als die Kirche 1901 eingeweiht wurde, war der Westen Stuttgarts ein junger, wachsender Stadtteil. Schon damals erkannte die katholische Kirche, dass die Menschen zwischen Werkstätten, Hinterhäusern und neuen Wohnstraßen einen geistlichen und sozialen Mittelpunkt brauchten. Auch in Zukunft möchte die Gemeinde nah an der Lebenswirklichkeit der Menschen sein: „Wir gestalten Kirche als offenen Lebens- und Glaubensraum. Wir möchten Menschen in dieser Zeit vieler Umbrüche Halt geben, wir möchten Familien in ihrem Alltag unterstützen und wir wollen unseren Glauben auf erfrischende Weise leben“, sagt Pfarrer Werner Laub.

Die Einweihung am 12. November 1901 war ein Ereignis von königlichem Format. Tausende Gläubige strömten laut dem „Neuen Tagblatt“ bereits früh morgens zur neuen Kirche auf dem Bismarckplatz. Fahnen schmückten Straßen und Häuser, Württembergs Königshaus erschien persönlich, und Landesbischof Paul Wilhelm von Keppler sprach von einer „Zufluchtstätte für die Bedrückten“ und einem „Familienhaus der Gemeinde“. Bis heute hat dieser Gedanke nichts von seiner Kraft verloren.

Familien in ihrem Alltag unterstützen

„Familien spüren hier: Kirche kümmert sich nicht nur um Liturgie, sondern auch um ihren Alltag“, sagt Werner Laub, der Leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West. Tatsächlich war St. Elisabeth gerade im pädagogischen Bereich in vielem Vorreiterin: Der erste Hort der Diözese entstand hier, ebenso die erste Kinderkrippe. Schon im früheren Arbeiterstadtteil sei die Unterstützung von Familien wichtig gewesen und ist es bis heute geblieben.

Architektonisch markante Kirche

Architektonisch zählt St. Elisabeth bis heute zu den markanten katholischen Kirchen Stuttgarts. Der Architekt Joseph Cades kombinierte neoromanische Formen außen mit neugotischen Elementen im Inneren. So entstand – auf einem freistehenden Plateau mitten im Viertel – ein weiter, heller Kirchenraum für eine damals rasant wachsende Gemeinde. „Das Besondere an St. Elisabeth war damals, dass die Kirche gebaut wurde, als der Stadtbezirk noch im Entstehen war“, sagt Pfarrrer Laub. Dass die Kirche heute noch in ihrer historischen Form erhalten ist, grenzt fast an ein Wunder. Zwar wurde St. Elisabeth im Zweiten Weltkrieg beschädigt, doch anders als andere Kirchen nicht abgerissen. „Die katholische Kirche hatte damals schlicht nicht das Geld, alles neu zu bauen – wofür wir heute sehr dankbar sind“, sagt Laub.

Wie die Gemeinde zu ihrem Namen kam

Herzergreifend ist auch die Geschichte hinter der Namensgebung der Kirche: Der Konsul Franz Scharpff verlor seine Tochter Elisabeth im Alter von 13 Jahren und entschloss sich nach ihrem Tod zu einer großzügigen Spende, der den Bau der Kirche ermöglichte. Damit erinnert die Kirche sowohl an die heilige Elisabeth von Thüringen als auch an die früh verlorene Tochter. 

Lange Zeit die größte Einzelgemeinde in der Diözese 

Mit bis zu 17.000 Gemeindemitgliedern war St. Elisabeth zeitweise die größte katholische Einzelgemeinde in der Diözese Rottenburg-Stuttgart – und ist heute noch mit rund 8000 Mitgliedern die größte katholische Kirchengemeinde in Stuttgart. Rund um die Kirche entwickelte sich über Generationen hinweg ein lebendiges Gemeindeleben mit Kirchenmusik, sozialen Angeboten und Familienarbeit. Hinzu kam im November 2021 das Haus der Gemeinde in der Schwabstraße, das sich in den vergangenen fünf Jahren zu einem Ort der Begegnung im Stuttgarter Westen entwickelt hat. 

Ein offener Lebens- und Glaubensraum in der Großstadt

Besonders stolz ist die Gemeinde bis heute auf ihre musikalische Tradition. „In den letzten Jahren ist die Kirchenmusik wieder stark gewachsen“, betont Laub. Von Kinderchören bis zur festlichen Liturgie prägt Musik das Gemeindeleben bis heute. Und genau darin liegt auch die Botschaft des Jubiläumsjahres. „Wir könnten einfach in der Vergangenheit schwelgen – das wollen wir aber nicht“, sagt Laub. „Wir möchten Kirche heute und in Zukunft als offenen Lebensraum und Glaubensraum für Menschen gestalten.“ Deshalb hat sich die Gemeinde auch für das Jubiläumsmotto entschieden: „Zukunft ist heute.“

Die nächsten Veranstaltungen im Jubiläumsjahr

Festgottesdienst an Fronleichnam, 4. Juni, um 10 Uhr in der Kirche St. Elisabeth mit anschließender Gemeindefeier im Haus der Gemeinde, Schwabstraße 74

Konzert, Sonntag, 7. Juni, 19.30 im Haus der Gemeinde, Schubert: zwischen Traum und Sehnsucht, Klavierabend mit Viktor Koo (Eintritt frei, Spenden erbeten) 

Notte italiana - Italiensehnsucht, am Samstag 13. Juni, 19.30 im Haus der Gemeinde; Klassische Musik, leichte Muse, Informatives und Historisches serviert mit italienischen Weinen, mit Nachwuchsmusikern (Eintritt frei, Spenden erbeten)

Orgelführungen am Samstag, 4. Juli, ab 14 Uhr, stündliche Führungen und Orgelmusik mit Peter Schleicher an der Rieger-Orgel (Eintritt frei, Spenden erbeten)

Kantoreisonntag, 5.Juli, 10 Uhr mit allen Chören der Kantorei St. Elisabeth in der Kirche 

Nacht der Kirchenmusik, Sonntag, 17. Juli, 20 Uhr: Nacht, Klang, Licht, Texte und Musik unter der Leitung von Kirchenmusiker Peter Schleicher (Eintritt frei, Spenden erbeten)

Malwettbewerb bis 9. September für Kinder im Alter von 4 bis 12 Jahren: Die Kinder sind aufgefordert ihre Kirche St. Elisabeth zu malen (Bilder können im Pfarrbüro von St. Elisabeth abgegeben werden. Die Preisverleihung und eine Ausstellung finden im Rahmen der Patroziniumsfeier am Sonntag 22. November 2026 statt

Mit dem Jubiläumsgottesdienst am Patrozinium am 22. November enden die Jubiläumsfeierlichkeiten 

 

 

 

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