Umbau im Stuttgarter Süden

Raum für Gemeinschaft und auch für Obdachlosenarbeit

Mit der Sanierung der Kirche St. Maria in Stuttgart-Süd nehmen die Kirchengemeinde und das Stadtdekanat eines ihrer derzeit bedeutendsten Sanierungsprojekte in Angriff: Das herausragende Baudenkmal der 1879 eingeweihten Kirche wird nach Weihnachten 2025 für anderthalb Jahre geschlossen und einer gründlichen Sanierung mit Kosten von rund 6,5 Mio. EUR unterzogen. Die Kirche wird auch danach weiterhin für Gottesdienste genutzt und als Sakralraum gestaltet, dabei aber auch dem Programm „St. Maria als Kirche des Dialogs und der Vernetzung“ Raum geben. Im Zuge der Kirchenentwicklung im Stuttgarter Süden werden auch die Räumlichkeiten in der Paulinenstraße 18 renoviert, in denen sich die Franziskusstube von Schwester Margret befindet. Die Sanierung wird mindestens drei Monate in Anspruch nehmen. Die Paulinenstraße 18 soll zu einem Community Space entwickelt werden, in dem es Raum auch für die Arbeit mit Obdachlosen gibt.

In der Zeit der Sanierung benötigen die Gemeinde, aber auch das Programm „st. maria als...“ sowie verschiedene soziale Initiativen um St. Maria vorübergehend Aktionsflächen und Räume. Für ihre gemeindlichen Bedürfnisse stehen der Kirchengemeinde insbesondere die Räumlichkeiten des Pfarrbüros im 1. Obergeschoss des im Eigentum des Stadtdekanats stehenden Gebäudes Paulinenstr. 18 zur Verfügung, wo durch die Verlegung von Nutzungen zusätzlich Raum geschaffen werden kann. Für „st. maria als...“ ist für die warme Jahreszeit zusätzlich ein Outdoor-Interim geplant.

Raum wird auch für andere geöffnet

Das Stadtdekanat wird darüber hinaus von Oktober bis Dezember 2025 die Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Paulinenstraße 18, die bislang ausschließlich, wenn auch nur in den Stunden des frühen Vormittags, durch die Initiative „Franziskusstube“ von Schwester Margret Ebe genutzt wurden, sanieren. Da neben der „Franziskusstube“ auch „st. maria als...“ sowie andere wertvolle soziale Initiativen dringend Räumlichkeiten brauchen und das Stadtdekanat im Rahmen seines Entwicklungsprojektes „Next Steps“ sich insbesondere zur Förderung sozialräumlicher Arbeit entschieden hat, erhalten diese Räumlichkeiten eine neue Konzeption.

Treffpunkt für soziale und kulturelle Veranstaltungen

Diese sieht eine offenere Nutzung für die Franziskusstube und andere gemeinnützige Initiativen und Gruppen vor („Community Space“). Ein "Community Space" ist ein Ort, der Menschen zusammenbringen, Gemeinschaft fördern und verschiedene Aktivitäten ermöglichen soll. Solche Räume dienen als Treffpunkte für soziale und kulturelle Veranstaltungen und andere gemeinnützige Aktivitäten. Da die Paulinenstr. 18 zur Kirchengemeinde St. Eberhard gehört und an der Grenze zu St. Maria liegt, wurde die konzeptionelle Verantwortung Gemeindereferentin Christine Göttler-Kienzle, die umfassende Erfahrung in sozialraumorientierter Arbeit mitbringt, und der Persönlichen Referentin des Stadtdekans Ulrike Egger übertragen. Der „Community Space“ soll zugleich die Vernetzung zwischen den benachbarten Kirchengemeinden St. Eberhard und St. Maria sowie zwischen den Gesamtkirchengemeinden Stuttgart-Mitte und Stuttgart-Süd mit vielfältigen Akteuren im Sozialraum fördern.

Franziskusstube kann nach Sanierung wieder starten

Die sanierten Räumlichkeiten für die Nutzungen der „Franziskusstube“ und das neue Konzept „Community Space“ sollen möglichst zur Schließung der Kirche St. Maria, d.h. zu Beginn des Jahres 2026, starten können. Die Aktivität der „Franziskusstube“ wird dann selbstverständlich, wenn auch nicht exklusiv, in den Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Paulinenstr. 18 wieder möglich sein. Eine Beendigung der Arbeit von St. Margret Ebe bzw. der „Franziskusstube“ ist nicht geplant. Schwester Margret, mit der das Stadtdekanat und die Ordensleitung in den vergangenen über fünf Jahren immer wieder über Perspektiven der weiteren Entwicklung ins Gespräch zu kommen versuchten, hat freilich auf einer ausschließlich eigenverantwortlichen weiteren Planung ihrer Aktivitäten bestanden. Die 78-jährige Ordensschwester der Franziskanerinnenkongregation von Sießen hat die Franziskusstube vor über dreißig Jahren gegründet und bietet mittellosen Menschen ein kostenloses Frühstück, Begegnung und Unterstützung.

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