Ausstellung im HdKK

„Wir bauen ein Netzwerk für Menschen mit Behinderung“

Sie unterstützen Familien, in denen ein behindertes Kind lebt. Sie gestalten den Religionsunterricht in Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren. Sie helfen Familien mit behinderten Kindern, ein Netzwerk aufzubauen, um besser durch den Alltag zu kommen: die 16 Seelsorgerinnen und Seelsorger, die sich in der Diözese Rottenburg-Stuttgart um Menschen mit Behinderung kümmern. In einer Ausstellung mit dem Titel "Mittendrin - Gott sei Dank!" im Haus der Katholischen Kirche stellen die Seelsorgerinnen und Seelsorger vom 8. Oktober bis 4. November ihre Arbeit vor. Das Begleitprogramm lädt zum inklusiven Filmabend, zum Mittagsgebet und zu einem Bastelnachmittag.

© Reiner Pfisterer

Die Arbeit der 16 Seelsorgerinnen und Seelsorger für Menschen mit Behinderung ist vielfältig und wichtig. Im Religionsunterricht singen sie mit den Kindern, üben Rituale ein, die den Kindern Halt, Sicherheit und Vertrauen geben. Und manchmal lassen sie die Kinder auch zu Königen werden. „Zur Zeit der Sternsinger gehe ich mit einigen Kindern in den Königskostümen in die anderen Klassen und alle dürfen sich eine Krone aufsetzen“, erzählt Tobias Haas, der Schuldekan für Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren, der selbst bis vor Kurzem als Seelsorger für Menschen mit Behinderung im Landkreis Esslingen gewirkt hat. An anderen Tagen hat Tobias Haas für seine behinderten Schülerinnen und Schüler einen roten Teppich mitgebracht, auf den sich alle nacheinander stellen durften. Jedem einzelnen war ein ausgiebiger Applaus sicher. 

Für jedes Kind ein Applaus auf dem roten Teppich

„Unsere Aufgabe als Seelsorger ist es zu schauen, was braucht das Kind und welche Unterstützung braucht die Familie. Wir helfen dabei, ein Netzwerk aufzubauen, das den Familien hilft, ihren Alltag zu meistern“, sagt Claudia Ebert, die sich in Stuttgart seit fünf Jahren um Familien mit behinderten Kindern kümmert. In der Gemeinde St. Peter auf dem Memberg in Bad Cannstatt ist sie dabei, eine Gruppe Ehrenamtlicher aufzubauen, die regelmäßig die Bewohner in der benachbarten Behinderteneinrichtung St. Damiano besuchen, zum Beispiel, um mit ihnen spazieren zu gehen. In einer anderen Gemeinde begleitet sie ein zehnjähriges Kind mit Autismus zur Erstkommunion.

Menschen mit Behinderungen werden sicht- und hörbar

Die Ausstellung im Haus der Katholischen Kirche zeigt Fotografien von Kindern mit Behinderung, präsentiert Bibeltexte in leichter Sprache, zeigt Gebete, die mit Gebärden fühlbar gemacht werden und sie macht deutlich, wie wichtig einfache Rituale sein können. Ausgestellt werden zudem Tonfiguren der Seelsorgerin Claudia Ebert, die sich mit Glauben und Inklusion beschäftigen. Mit Hilfe von QR-Codes können die Besucherinnen und Besucher auf ihren Handys kleine Filme abspielen, die zum Beispiel ein behindertes Mädchen und seine Begeisterung für ein Licht-Ritual zeigen oder in denen ein schwer behinderter Junge zu sehen ist, der sich über ein Lied freut. Aufgerufen werden können auch Gebete und Lieder, die behinderte und nicht behinderte Menschen gemeinsam sprechen beziehungsweise singen.

Die Ausstellung ist bis 4. November zu sehen

Eine Murmel-Magnetbahn zeigt zudem, dass es ein Netzwerk aus vielen Menschen braucht, um ein Kind mit Behinderung gut durchs Leben zu begleiten. Die Ausstellung „Mittendrin – Gott sei Dank!“ ist von Freitag, 8. Oktober, bis Donnerstag, 4. November, auf der Empore im Haus der Katholischen Kirche in der Königstraße 7 zu sehen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Samstag von 8.30 bis 19 Uhr. In der Buchhandlung im atrium 7 ist zudem ein Büchertisch rund um das Thema Inklusion aufgebaut.

Begleitprogramm mit Kino und inklusivem Bastelnachmittag

Zu der Ausstellung gibt es ein Begleitprogramm, das mit einem inklusiven Kinoabend am Freitag, 15. Oktober um 18.30 Uhr im Haus der Katholischen Kirche beginnt. Gezeigt beim „Kino all inclusive“ wird der Film „Die Kunst sich die Schuhe zu binden“. Eine Anmeldung über das Katholische Bildungswerk per E-Mail info(at)kbw-stuttgart.de oder unter Telefon 0711/7050-600 ist erbeten. Der Eintritt kostet drei, mit Assistenz vier Euro.  

Das inklusive Mittagsgebet beginnt am Samstag, 16. Oktober, um 11 Uhr in der benachbarten Domkirche St. Eberhard. Ebenfalls am 16. Oktober findet ein inklusiver Kindernachmittag im Haus der Katholischen Kirche statt. Behinderte und nicht-behinderte Kinder basteln von 14.30 bis 17 Uhr Fluggeräte für den Herbst.

Am Donnerstag, 28. Oktober, wird für Lehrerinnen und Lehrer eine Fortbildung zum Thema „Bibel und Leichte Sprache“ im Haus der Katholischen Kirche angeboten. Anmeldungen nimmt Tobias Haas per E-Mail tobias.haas(at)drs.de entgegen.

Seelsorger sind am 12. und 20. Oktober vor Ort

Am Dienstag, 12. Oktober, um 17 Uhr sowie am Mittwoch, 20. Oktober, um 10 Uhr sind Claudia Ebert und Tobias Haas vor Ort und beantworten Fragen zu ihrer Arbeit. Claudia Ebert bietet während der vier Wochen zudem Führungen durch die Ausstellung, die über folgende E-Mail-Adresse gebucht werden können: claudia.ebert(at)drs.de   

Infos zur Ausstellung finden sich auch auf der Homepage der Seelsorge für Menschen mit Behinderung

 

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