Initiative der GKG-Neckar

Der Jakobsweg bekommt ein neues Teilstück von Cannstatt nach Esslingen

Den Jakobusweg um 15 Kilometer verlängern – das hat sich die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar vorgenommen. Ende Juli haben sich mehr als 30 Pilgerinnen und Pilger aufgemacht, um den neuen Abschnitt des Jakobswegs zu eröffnen. Das neue Verbindungsstück zu dem bekannten Pilgerweg führt von der Liebfrauenkirche in Stuttgart-Bad Cannstatt nach Esslingen. Die Kennzeichnung soll noch folgen, genauso wie die Aufnahme in das offizielle Verzeichnis des Jakobus-Pilgerwegs. Die Initiative geht von der Liebfrauengemeinde aus, die ihre restaurierte Jakobusstatue in der Kirche wieder aufgestellt hat. Die Pilgergruppe startete von der Jakobusstatue mit einem Segen.

Noch sind die Muschelzeichen nicht angebracht, die den Jakobusweg begleiten, der neue Pilgerweg aber steht fest: von der Liebfrauenkirche in der Wildunger Straße geht es über die Rommelshausener Straße, die Lerchenheide, den Kappelberg und den Rotenberg weiter nach Sieben Linden in Esslingen und dort über die Weinberge bis zur Jakobusstatue in der Esslinger Frauenkirche. Und die ersten 30 Pilger haben sich auch schon nach mehr als vier Stunden Wanderschaft den Pilgerstempel im Münster St. Paul in der Esslinger Innenstadt geholt. „Der Pilgerweg steht sinnbildlich für den eigenen Lebensweg und gibt uns Gelegenheit wandernd vor Gott das eigene Leben mit seinen Höhen und Tiefen zu reflektieren“, sagt Andreas Krause, der leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar, der die Eröffnung des Pilgerweges am 22. Juli organisiert und der gemeinsam mit der Pilgerbegleiterin Michaela Heger die spirituellen Impulse eingebracht hat.

Einen Teil des Weges gehen die Pilgerinnen und Pilger schweigend

Von der Lerchenheide aus haben die ersten Pilgerinnen und Pilger mit dem Blick auf Bad Cannstatt innegehalten und zurückgeblickt, eine weitere Station für Reflexion war der Kappelberg, wo es um Grenzen und Grenzüberschreitungen ging. „Wir sind vom Kappelberg aus ein kleines Stück schweigend gegangen. Die restliche Wegstrecke blieb viel Zeit für Gespräche und Begegnungen, denn auch das gehört zum Pilgern dazu: Begegnung mit Gott und mit anderen Menschen, Begegnung mit der Natur und mit sich selbst“, sagt Pfarrer Krause.

Mit der Restaurierung der Jakobusstatue entstand die Idee

Die Idee, ein Verbindungsstück zum Jakobuspilgerweg zu eröffnen, kam mit der Restaurierung der Jakobusstatue in diesem Jahr. Die Statue war nach der Innenrenovierung der Liebfrauenkirche nicht mehr aufgestellt worden. Auf Initiative des Kirchengemeinderats wurde die Statue in den vergangenen Monaten restauriert und bereits am Palmsonntag wieder in einer Nische der Liebfrauenkirche aufgestellt. Die 4300 Euro für die Restauration hat die Flohmarktgruppe der Gemeinde gesammelt, 5000 Euro für die Aufstellung in der Liebfrauenkirche konnte von einem Erbe von Josef Reichart finanziert werden. Josef Reichart war selbst lange Jahre Pfarrer in Bad Cannstatt und begeisterter Pilger.

Langfristig plant die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar gemeinsam mit der evangelischen Kirche in Bad Cannstatt das Verbindungstück in Bad Cannstatt noch weiterzuführen und zwar von der Liebfrauenkirche aus über die Uff-Kirche und die Lutherkirche und die Stadtkirche zur Martinskirche. „Dann hätten wir eine Verbindung zwischen dem Martinsweg und dem Jakobuspilgerweg“, sagt Andreas Krause.

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