Seelsorgerin Claudia Ebert

Ein alter Reisekoffer birgt das Geheimnis von Weihnachten

In einem alten, braunen Reisekoffer verbirgt sich das Geheimnis von Weihnachten. Claudia Ebert, Seelsorgerin bei Menschen mit Behinderung, ist damit in der Vorweihnachtszeit unterwegs und besucht Familien sowie Einrichtungen. Dabei erleben die Zuschauerinnen und Zuschauer die Weihnachtsgeschichte mit allen Sinnen: Sie fühlen das weiche Fell der Schafe, drücken Taster für Tiergeräusche und lassen die Sternenlichterkette erstrahlen.

Claudia Ebert erzählt die "Weihnachtsgeschichte aus dem Koffer"
Claudia Ebert erzählt die "Weihnachtsgeschichte aus dem Koffer"

Der große Lederkoffer, den Claudia Ebert auf einem Flohmarkt entdeckte, ist inzwischen ein kleines Theater auf Reisen. Darin befinden sich alle Figuren und Requisiten der Weihnachtsgeschichte: Maria und Josef mit dem Jesuskind, Engel, Hirten, Ochs und Esel, viele Schafe, eine Sternenlichterkette und weitere Kulissen. Damit alles in den Koffer passt und zum Mitmachen einlädt, hat sie viel getüftelt, gebastelt und liebevoll gestaltet. Seit mittlerweile fünf Jahren begleitet sie der Koffer durch die Adventszeit. So nimmt sie ihn beispielsweise mit in den Religionsunterricht der Margarete-Steiff-Schule. „Die mehrfach schwerstbehinderten Schülerinnen und Schüler können die Geschichte mit allen Sinnen erleben“, berichtet die Theologin. „Besonders bei nicht-sprechenden Menschen ist es wichtig, dass sie teilhaben und gehört werden.“ Über einen Taster in der Hand können sie Geräusche auslösen, etwa das Klopfen von Josef an die Türen der Wirte oder das Mähen der Schafe. Der Koffer mit der Weihnachtsgeschichte ist immer mit großer Vorfreude verbunden. „Ein Junge sagte einmal, das Besondere an der Weihnachtsgeschichte sei, dass man sie nur einmal im Jahr hört“, erinnert sich Claudia Ebert.

Jede Erzählung ist einzigartig

Für junge Menschen ist der Koffer ein Theaterutensil, für ältere in Pflegeeinrichtungen weckt er Erinnerungen – an vergangene Reisen, aber auch an Flucht und Vertreibung. „Oft erzählen sie zunächst ihre eigenen Geschichten, bevor ich mit der Weihnachtsgeschichte beginne. Auch das gehört zum Menschsein dazu: Erinnerungen zu teilen“, so die Seelsorgerin. Sie arbeitet aufsuchend und geht dorthin, wo die Menschen sind. Bei den Familienbesuchen bezieht sie alle Mitglieder mit ein; jede und jeder darf einen Teil zur Geschichte beitragen. So wird jede Erzählung einzigartig. Mal gibt Claudia Ebert den Hirten, die als erste von der Geburt Jesu erfahren, mehr Raum, mal den Engeln oder dem beschwerlichen Weg Marias und Josefs nach Bethlehem. Im Mittelpunkt ist immer das Jesuskind, das für einen Neuanfang steht.

Der Zauber von Weihnachten

Für etwa eine Stunde schenkt Claudia Ebert ihren Zuhörerinnen und Zuhörern den Zauber von Weihnachten. Eine wertvolle Zeit, in der Sorgen in den Hintergrund treten, Raum für Vorfreude entsteht und Gemeinschaft wächst. Nicht selten wünschen sich die Anwesenden, die Geschichte noch einmal zu hören oder die besondere Stimmung länger zu genießen. So füllt sich der Koffer immer wieder mit neuen Geschichten, die gemeinsam zu den Menschen reisen und die Weihnachtsbotschaft weitertragen. „Für mich ist es jedes Mal eine Freude, mit dem Koffer in der Stadtbahn zu sitzen und die Weihnachtsgeschichte zu den Menschen zu bringen“, erzählt Claudia Ebert.

Die Weihnachtsgeschichte aus dem Koffer


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