Erntedank

Gemeinden spenden Lebensmittel für die Tafel

Es sind vor allem die haltbaren Lebensmittel wie Nudeln, Reis oder Kekse, die bei der Schwäbischen Tafel gut ankommen. „Vieles gibt es nur einmal im Jahr, wenn wir die gespendeten Lebensmittel bei den Kirchengemeinden abholen“, sagt Patrick Röhrle von der Schwäbischen Tafel in Stuttgart. An Erntedank spenden viele Katholikinnen und Katholiken Lebensmittel in den Gottesdiensten – für Menschen, die mit wenig Geld auskommen müssen.

Ein Transporter der Schwäbischen Tafel Stuttgart steht vor dem Eingang der katholischen Kirche St. Georg in der Heilbronner Straße in Stuttgart.

Drei Wochen lang von Ende September bis Mitte Oktober sind die Mitarbeiter der Schwäbischen Tafel mit vier bis fünf Transporten in den Kirchengemeinden in Stuttgart und Fellbach unterwegs, um die gespendeten Lebensmittel abzuholen. „Das ist für uns und für unsere Kunden eine besondere Zeit im Jahr, weil sich in unseren Regalen Lebensmittel finden, die wir sonst nicht bekommen. Reis, Nudeln, Kaffee oder auch Marmelade gibt es nur an Erntedank“, erklärt Patrick Röhrle, der Logistikleiter der Schwäbischen Tafel in Stuttgart. Je nach Spendenfreudigkeit sei pro Gemeinde schnell mal ein halber Transporter voll. „Ein paar Kisten sind es immer“, so Röhrle.

„Wichtig mit anderen Menschen zu teilen“

Bei Werner Laub in der Kirchengemeinde St. Elisabeth im Stuttgarter Westen, bringen die Menschen bereits die ersten Spenden vorbei. „Wir haben viele Menschen in der Gemeinde, denen es wichtig ist, mit anderen zu teilen, die einen Korb vorbeibringen oder die sogar den ganzen Kofferraum mit Lebensmitteln vollladen und zu uns in die Kirche bringen“, sagt der stellvertretende Stadtdekan und leitende Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-West/Botnang. Für die Gemeinden ist Erntedank ein wichtiges Fest: „Wir sagen danke für die reichen Gaben, die uns die Natur schenkt. Für uns ist es selbstverständlich geworden, dass wir das ganze Jahr über in den Supermärkten alles bekommen. Erntedank ist ein guter Anlass darüber nachzudenken, wie wichtig es ist mit den Ressourcen gut umzugehen“, so Werner Laub. 
Patrick Röhrle von der Tafel jedenfalls freut sich über die Lebensmittelspenden: „In den vergangenen zwei bis drei Jahren haben sich die Besucherzahlen in unseren vier Tafelläden verdoppelt. Die Menschen spüren die schwierige wirtschaftliche Situation und die vielen Krisen weltweit.“

Erntedank im Freien, zusammen mit den Kitas oder auch ökumenisch

Viele katholische Gemeinden laden in den nächsten zwei Wochen zu Erntedankgottesdiensten. Im Stuttgarter Westen etwa findet der Erntedankgottesdienst am Sonntag, 5. Oktober, sowohl in St. Fidelis (Seidenstraße 41) als auch in St. Elisabeth (Elisabethenstraße 21) jeweils um 10 Uhr statt. Die Heilig-Geist-Gemeinde im Stuttgarter Osten (Boslerstraße 1) feiert Erntedank gemeinsam mit den Kindern aus den Kitas am Sonntag, 12. Oktober, um 9.30 Uhr. Die Gemeinde St. Rupert im Hallschlag (Koblenzer Straße 11) lädt zusammen mit der evangelischen Steiggemeinde zum Erntedankgottesdienst und anschließend zur Kürbissuppe in der Steiggemeinde. In der Kindertagesstätten Villa Lerchenheide sind die Kinder, ihre Familien und alle anderen Interessierten ebenfalls am 12. Oktober zu einem Erntedankgottesdienst im Freien eingeladen. 
 

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