Spendenaktion

1000 Engel für die Notfallseelsorge Stuttgart

Bei schweren Unfällen, bei Suiziden, bei Unglücken mit Todesfolge – Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger stehen Angehörigen in ihren schlimmsten Stunden bei. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst alarmieren sie rund 300 Mal pro Jahr. Meist, wenn Menschen plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen werden. Menschen, die eine Lücke hinterlassen. Menschen, die geliebt wurden. „Wir wollen den Angehörigen einen Engel schenken, um etwas Greifbares und Trostspendendes zu hinterlassen. Der Engel soll ein heilsames Zeichen sein, wenn die Welt um einen herum scheinbar unheilbar zusammenbricht“, so Andreas Groll, Diakon und Leiter der Notfallseelsorge Stuttgart.

Andreas Groll, Stephanie Häfele und Peter Lendrates (v.l.n.r.)
Andreas Groll, Stephanie Häfele und Peter Lendrates (v.l.n.r.)

Bisher überreichten die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger den Angehörigen eine Engelskarte. Künftig wollen sie einen Engel aus Kirschholz schenken, wenn sie einen Sterbesegen sprechen, mit den Angehörigen Totenwache halten oder einfach nur da sind. „Der Engel als Symbol ist in vielen Kulturen verankert, nicht nur im Christentum. Ich bin mir sicher, dass die Engel die Betroffenen bei der Erinnerung und Trauerbewältigung unterstützen“, so Andreas Groll, der seit sieben Jahren Notfallseelsorger ist und dabei ca. 130 Einsätze hatte. Notfallseelsorger bleiben, wenn die anderen Einsatzkräfte wieder weg sind, halten mit den Angehörigen die schrecklichen Nachrichten aus, stellen Kontakte her.

Engel sollen Trost spenden und Hoffnung geben

„Für die Menschen entsteht eine riesige Lücke. Aber sie lernen, mit der Lücke zu leben und sie mit liebevollen Erinnerungen zu füllen“, berichtet Andreas Groll. Symbole, wie der Engel, der Hoffnung schenkt, seien dabei sehr hilfreich. „Wir bitten um Spenden, damit möglichst viele Menschen den Engel in ihrer schweren Situation zum Schutz erhalten. Auch an Einsatzkräfte denken wir dabei. Die Spenden werden wir für die Anschaffung der Engel verwenden. Hier gewährt uns die Firma Waldfabrik aus Freudenstadt einen großzügigen Rabatt. Falls es überschüssige Spendeneinnahmen gibt, verwenden wir diese für Einsatzmittel, Ausrüstung sowie Aus- und Weiterbildung in der Notfallseelsorge“, sagt Andreas Groll.

Spendenkonto                                             

Katholisches Stadtdekanat Stuttgart
Verwendungszweck: Spende für die Notfallseelsorge.
Für die Spendenbescheinigung Name und Adresse angeben.
IBAN: DE97 6005 0101 0002 0197 90
BIC: SOLADEST600

Sie können auch online spenden: www.betterplace.org/de/projects/130583

Infoabend der Notfallseelsorge

Am Donnerstag, 18.  Januar 2024, können sich Interessierte ab 19 Uhr in der Feuerwache 2 (Weimarstr. 36, Stuttgart-West) über die Arbeit der Notfallseelsorge Stuttgart informieren. Andreas Groll gibt Antworten darauf, wie die Notfallseelsorge Menschen mit „Erster Hilfe für die Seele“ unterstützt. Die Veranstaltung richtet sich auch an Menschen, die sich für ein Ehrenamt in der Notfallseelsorge interessieren.

Intensive Ausbildung für Notfallseelsorger

Bei der Notfallseelsorge Stuttgart arbeiten sowohl haupt- als auch ehrenamtliche Notfallseelsorger. Im Rahmen einer zweijährigen Ausbildung bereiten sie sich auf ihre herausfordernde Aufgabe vor. Zwei, die kürzlich die Ausbildung zur Notfallseelsorgerin bzw. zum Notfallseelsorger abgeschlossen haben, sind Stephanie Häfele und Peter Lendrates. Die 34- Jährige und der 39-Jährige zählen zu den Jüngsten im Team und hatten bereits ihre ersten Einsätze. „Ich wohne seit fünf Jahren in Stuttgart und war auf der Suche nach einem sinnvollen Ehrenamt. Als Notfallseelsorgerin erhalte ich einen Blick über meine eigene ‚Bubble‘ hinaus. Ich bekomme viel mehr mit, was die Stadt und die Menschen ausmacht“, erzählt Stephanie Häfele. Die professionelle Ausbildung hat sie bei ihrem Ehrenamt besonders angesprochen. „Man lernt sehr viel über den Umgang mit Sterben und Tod und man setzt sich auch mit der eigenen Biografie auseinander. Ich zum Beispiel durfte als Kind nicht zu meinen verstorbenen Großeltern, bei einem Einsatz der Notfallseelsorge habe ich zum ersten Mal einen Leichnam gesehen“, berichtet die junge Frau. Sie erinnert sich an eine Begegnung mit einer älteren Dame, deren Mann zuhause verstorben ist: „Sie hat von ihm erzählt, da waren Momente der Trauer, aber auch Momente der Liebe und Verbundenheit. Der Notarzt und der leichenbeschauende Arzt waren schon da. Als während unseres Gesprächs ein Nachbar kam und sie in den Arm genommen hat, wusste ich, dass es für sie ein tragendes Netzwerk gibt und sie nicht allein ist, wenn ich wieder gehe.“ Bei Pastoralreferent Peter Lendrates ist Seelsorge bereits Teil des Berufs. „Ich begleite gerne Menschen und bin auch in schwierigen Situationen gerne für sie da. In der Notfallseelsorge zeigt sich das noch mal intensiver und kompakter“, berichtet er. Mittlerweile war er 15 Mal dabei, wenn Angehörige plötzlich und unerwartet den Tod eines geliebten Menschen erlebten: „Diese Situationen sind sehr herausfordernd, und gleichzeitig tut es gut, da sein zu können und die Dankbarkeit der Angehörigen zu spüren“, so Peter Lendrates.

Bei Fragen zur Spendenaktion, zum Infoabend und zur ehrenamtlichen Mitarbeit wenden Sie sich bitte an:

Andreas Groll: Mail: groll@notfallseelsorge-stuttgart.de, Mobil: +49 175 5065045

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