Licht in den Fenstern

Mit St. Martin den Mantel in der Familie teilen

Es ist eine Geschichte, die die Menschen bis heute berührt: Martin, der seinen Mantel mit einem Bettler teilt. Coronabedingt kann es in diesem Jahr keine öffentlichen Martinsumzüge geben, dennoch wird in den Stuttgarter Gemeinden dem Heiligen Martin von Tours gedacht. In den katholischen Kirchen der Neckarvororte liegen für Familien Banderolen für LED-Teelichter aus, die die Kinder anmalen können. Die Lichter werden dann an die Bewohnerinnen und Bewohner von drei Pflegeheimen verschenkt. Die Gemeinden in Bad Cannstatt laden die Familien dazu ein, einzeln einen Stationenweg abzulaufen, der an das Leben des heiligen Martin erinnert. Und in der Kirche St. Josef in Feuerbach steht ein Korb mit kleinen gefüllten Basteltüten bereit.

Rund um den 11. November laden die katholischen Gemeinden üblicherweise zu Martinsumzügen, nicht jedoch in diesem Jahr der Pandemie. St. Martin fällt dennoch nicht aus, sondern wird auf andere Weise begangen. In der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-St. Urban zum Beispiel liegen in den vier Kirchen St. Christophorus in Wangen, St. Franziskus in Obertürkheim, St. Johannes Evangelist in Untertürkheim und St. Markus in Hedelfingen Banderolen für LED-Teelichter aus, die die Familien abholen können. Alle Kinder, die die Vorlagen aus Transparentpapier farbig angemalt haben und bis Sonntag, 8. November, nach den Gottesdiensten in der Sakristei oder werktags im jeweiligen Pfarrbüro abgeben, bekommen einen St. Martins-Schokoriegel. Die von den Kindern angemalten Lichter werden noch vor dem Martinstag in drei Pflegeheime in den Neckarvororten gebracht. „St. Martin hat den Menschen zu seiner Zeit Hoffnung gebracht. Wir möchten den Bewohnerinnen und Bewohnern sowie den Mitarbeiterinnen in den Pflegeeinrichtungen ein Licht schenken und ihnen zeigen, dass wir in Gedanken und Gebeten bei Ihnen sind“, sagt Andreas Gälle, Pfarrer der Gesamtkirchengemeinde St. Urban. Die Aktion mache es möglich, junge und alte Menschen auch in Zeiten von Corona zumindest in Gedanken zueinander zu bringen.

Familien können für sich Stationenweg ablaufen

Die Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar lädt vom 9. bis 13. November zu einem Stationenweg rund um die Kirche St. Peter auf dem Memberg, Start ist in der Argonnenstraße, die letzte Station findet sich vor der Kirche in der Winterbacher Straße 36. Weitere Stationenwege in Bad Cannstatt sind noch in Planung. Die vier Stationen rund um St. Peter erzählen von der Begegnung Martins mit dem Bettler und gewähren kurze Einblicke in das Leben des Heiligen. Aufgebaut werden die Stationen von Gemeindemitgliedern, zu sehen sind sie jeweils von 16.30 Uhr bis 20 Uhr. „Wir halten die Familien ausdrücklich dazu an, den Weg als einzelne Familie abzulaufen und Abstände einzuhalten, um andere nicht zu gefährden“, sagt die Pastoralreferentin Silke Jourdan. Für die Theologin ist es wichtig, St. Martin sichtbar zu machen, gerade in schwierigen Zeiten: „Der heilige Martin hat Menschen geholfen, für andere gesorgt. Mit seinem beherzten Handeln bringt er bis heute Kinder und Erwachsene zum Nachdenken." Zum Abschluss lädt die Gesamtkirchengemeinde am Sonntag, 15. November, von 16 bis 18 Uhr zu einem Lichtersegen in die Liebfrauenkirche in Bad Cannstatt. Dort wird noch einmal eine Station aufgebaut sein. Die Familien können ein gut erhaltenes Kleidungsstück mitbringen und sich damit an der Aktion „Meins wird Deins" des Kindermissionswerks beteiligten. Die Erlöse aus den Kleiderspenden kommen den Kinderzentren der Caritas in der Ukraine zugute.  

Erzieherinnen haben Martinslieder für andere eingespielt

Wer keinen Stationenweg gehen, aber dennoch an St. Martin teilhaben möchte, der kann auf der Homepage der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar (https://gesamtkirchengemeinde-stuttgart-neckar.drs.de/) Martinslieder anhören, die die Erzieherinnen und Erziehern eingespielt haben. Familien, die St. Martin zuhause begehen möchten, finden hier einen Vorschlag für die Gestaltung eines gemeinsamen Tages - mit dem Heiligen im Mittelpunkt. 

In St. Josef steht ein Korb mit Basteltüten in der Kirche

In der Kirche St. Josef in Feuerbach finden Familien seit dieser Woche einen Korb in der Kirche, der mit kleinen Basteltüten gefüllt ist, die die Kinder mit nach Hause nehmen können. „Wir hoffen, dass wir den Korb oft füllen müssen“, sagt die Pastoralreferentin Julia Matheis. Die Kinder können eine Lichtertüte basteln und anmalen und diese dann abends in die Fenster stellen als ein Zeichen des Gedenkens an St. Martin und seine Taten. Zur Martinsfeier wird in St. Josef am Mittwoch, 11. November, um 17 Uhr in die Kirche eingeladen. Eine Anmeldung zu diesem Gottesdienst ist erforderlich.

Martin quittiert den Militärdienst und wird Bischof

Wer aber war dieser Sankt Martin? Geboren wurde er im Jahr 316 im heutigen Ungarn. Mit 15 Jahren trat er in die römische Gardekavallerie ein, die in Gallien ihre Heimatkaserne hatte. Die Legende erzählt, dass er in der Winterszeit auf einem Ausritt seinen Militärmantel mit einem Bettler geteilt habe. Daraufhin sei ihm im Traum Christus erschienen und habe ihn mit den Worten gelobt: „Was du an dem Bettler getan hast, das hast du mir getan.“

Martin empfing daraufhin in Amiens die Taufe und bat um Entlassung aus dem Militärdienst. Im Jahr 371 wurde Martin zum Bischof von Tours an der Loire gewählt. Der Legende nach soll er sich in einem Gänsestall versteckt haben, um der möglichen Wahl zu entgehen. Doch das Geschnatter der Vögel verriet ihn. Im Alter von 81 Jahren ist er am 8. November 397 in Candes an der Loire gestorben.

Familien finden  hiereinen Vorschlag, wie sie den Martinstag gestalten können. Mehr Winterabenteuer mit Roxy und Gany gibt es auf der Wir-sind-da-Homepage des BDKJ.  

Weitere Ideen hat das Kindermissionswerk zusammengestellt.

Eine Ideensammlung zu St. Martin findet sich auch auf der Homepage der Diözese Rottenburg-Stuttgart.   

 

 

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