Heidi Sand bei Benefizabend

Nach Krebserkrankung auf den höchsten Berg der Welt

Die Stuttgarterin Heidi Sand hat vor zehn Jahren den Mount Everest bezwungen. Den Entschluss, den höchsten Berg der Welt zu besteigen, hat sie gefasst nach der Diagnose Darmkrebs, einer Operation und sechs Monaten Chemotherapie. Die 55-Jährige berichtet am Mittwoch, 22. Juni, um 19 Uhr in der Versöhnungskirche in Degerloch von ihrer Krankheit und von der Tour auf den Mount Everest, die ihr geholfen hat, mit der schweren Erkrankung umzugehen. Zu dem besonderen Abend lädt die Katholische Hospizstiftung Stuttgart ein. Der Erlös aus den Spenden kommt dem TrauerZentrum zugute, das im nächsten Jahr in Degerloch eröffnet wird.

Heidi Sand stammt aus einer Bergsteigerfamilie, von Kindesbeinen an war sie im Hochgebirge unterwegs und die Leidenschaft ist ihr bis heute geblieben. Von 82 Viertausendern hat sie in den vergangenen Jahrzehnten 79 bestiegen. Die Stuttgarterin war als erste Frau der Welt auf dem fünfthöchsten Berg der Welt, auf dem Makalu im Himalaya. Die Besteigung des Mount Evererst aber war für Heidi Sand das prägendste Erlebnis in ihrer Bergsteigerkarriere und das eben nicht, weil es sich um den höchsten Berg der Welt handelt, sondern weil die Stuttgarterin zu der Expedition aufgebrochen ist nach einer langen und schweren Krebserkrankung. „Nach sechs Monaten Chemotherapie war für mich klar, ich brauche ein Ziel, um wieder auf andere Gedanken zu kommen und Zuversicht zu gewinnen.“

18 Monate nach der Diagnose Krebs auf dem Gipfel

Die Stuttgarterin hat ihr Training langsam wieder aufgenommen und die Expedition geplant, unterstützt von ihrem Mann und den drei Kindern. „Sie haben mir die Auszeit ermöglicht.“ Acht Wochen war Heidi Sand unterwegs. 18 Monate nach der Diagnose Darmkrebs stand sie auf dem höchsten Berg der Welt. Die Expedition und Ihre Krankheit hat sie in dem Buch „Auf dem Gipfel gibt's keinen Cappuccino. Vom tiefsten Punkt meines Lebens auf den höchsten Berg der Welt“ festgehalten. An dem Abend wird Heidi Sand aus dem Buch lesen, Fotos und Videos zeigen und natürlich für Fragen offen sein. „Ich habe in der Krise versucht, einen Traum zu verwirklichen und ich bin dankbar dafür, dass es mir gelungen ist“, sagt die 55-Jährige, die ihre Selbstständigkeit als Bildhauerin aufgegeben hat, aber noch immer mit Vorträgen über ihre Extremtouren unterwegs ist.

Spenden gehen an das neue TrauerZentrum

Der Abend ist organisiert von der Katholischen Hospizstiftung Stuttgart. Die Spenden, die zusammenkommen, gehen an das TrauerZentrum des Hospizes St. Martin in Degerloch, das nächsten Jahr eröffnet wird. Das Pfarrhaus neben der Kirche Mariä Himmelfahrt wird derzeit für das TrauerZentrum umgebaut. 

Die Veranstaltung

Die Benefizveranstaltung mit der Extrembergsteigerin findet am Mittwoch, 22. Juni, um 19 Uhr in der Versöhnungskirche in Degerloch (Löwenstraße 16) statt. Der Abend trägt den Titel „Zukunft braucht Ziele“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei, es wird um Spenden gebeten.

Kennen Sie unseren Newsletter?

Wir informieren Sie gerne über unsere aktuellen Themen. Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an.

ANMELDEN