Meyer erhielt seine Beauftragung gemeinsam mit vier weiteren Pastoralassistenten, darunter drei Frauen und ein Mann, Ende Juni durch den Rottenburger Weihbischof Gerhard Schneider in St. Jodok in Ravensburg. Ab September arbeiten die neuen Pastoralreferenten in Seelsorgeeinheiten der Diözese. Meyer tritt seine erste Stelle als Pastoralreferent in der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Vaihingen an. Zuvor erhielt er eine dreijährige Berufseinführung in der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Neckar und studierte in Münster und Tübingen katholische Theologie.
"Gottes Spuren im Leben entdecken"
Der Dreißigjährige, dessen Heimatgemeinde St. Matthäus Melle im Bistum Osnabrück liegt, freut sich auf seine neue Aufgabe. „Als Pastoralreferent darf ich ganz unterschiedliche Menschen mit ihren sehr verschiedenen Zugängen zur Welt, zu ihrem Leben und zu Gott begleiten. Mit ihnen zusammen Gottes Spuren im Leben zu entdecken und dabei selbst ein Suchender zu bleiben, macht für mich den Beruf so spannend“, sagt der Theologe. „Als Pastoralreferent habe ich das Gefühl, als Theologe mitten in der Welt und am Puls der Zeit tätig sein zu können.“
"Kostbare Schätze"
Die Katholische Kirche in ihrer Gesamtheit sieht Meyer bei allen Ambivalenzen positiv. Zwar gebe es zuweilen schwierige Prozesse und „unhaltbare“ Botschaften von Seiten der Amtskirche – aber: „Die bereichernden Begegnungen vor Ort überwiegen.“ Der Pastoralreferent kommt ins Schwärmen: „Da sind die kostbaren Schätze an Spiritualitäten, Liturgien und Ritualen, die durch das Leben tragen können. Da sind viele Menschen, die sich karitativ einsetzen und Räume zur Selbstwerdung und Selbstentfaltung öffnen und ein Grundvertrauen ins Leben ausstrahlen, das ansteckend ist.“
„Katholische Kirche ist Heimat“
Schwester Franziska Rehlinger bezeichnet die Katholische Kirche als „Heimat“, weil sie mit ihr aufgewachsen sei und dort Gemeinschaft erlebe. „Zugleich ist sie ein Eckstein, an dem ich mich reibe, stoße, an ihm anecke. Das hilft, den Menschen nichts vorschnell überzustülpen, sondern ihnen mit der Haltung ‚Was willst DU, dass ich DIR tue?‘ zu begegnen.“ Mitte Juli wurde sie gemeinsam mit fünf weiteren Frauen in der Klosterkirche St. Vinzenz in Untermarchtal vom Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz zu ihrem Dienst als Gemeindereferentin beauftragt.
Systemische Einzelseelsorge und Trauerpastoral gehörten zur Ausbildung
Die Ausbildung der 32-Jährigen, die aus St. Blasius Spraitbach in der Seelsorgeeinheit Schwäbischer Wald stammt und zur Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom Heiligen Vinzenz von Paul in Untermarchtal gehört, umfasste unter anderen die Module Systemische Einzelseelsorge, Trauerpastoral und Beerdigung. Einsatzfelder von Gemeindereferentinnen und -referenten sind der Religionsunterricht, Katechese und Glaubenskommunikation, Predigt und Wortgottesfeiern, Kinder- und Jugendarbeit sowie Familien- und Sozialpastoral.
Berufspraktisches Jahr im Dekanat Ostalb
Als Gemeindereferentin arbeitet Schwester Franziska wie bereits als Gemeindeassistentin in der Gesamtkirchengemeinde Stuttgart-Nordstern. Zuvor studierte die Ordensfrau Religionspädagogik an der Freiburger Fachakademie für Pastoral und Religionspädagogik. Ihr berufspraktisches Jahr absolvierte sie in der Seelsorgeeinheit Unterm Bernhardus im Dekanat Ostalb.
"Auf das Abenteuer 'Gott' einlassen"
Schwester Franziska begeistern am Beruf der Gemeindereferentin die vielfältigen Aufgabenbereiche. „Darüber hinaus möchte ich als Vinzentinerin für die Menschen da sein, mit ihnen ein Stück ihres (Glaubens-)Weges gehen und sie ermutigen sich auf das ‚Abenteuer‘ Gott auf die für sie passende Weise einzulassen“, berichtet sie.